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Intern
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


    Ausgabe 04 vom 30. Januar 2007


    Ansturm auf neue Graduiertenschule

    Forschungen sollen im März beginnen

    Bei der bundesweiten Exzellenz-Initiative hat die Uni Würzburg im Oktober 2006 eine Graduiertenschule für die Lebenswissenschaften bewilligt bekommen. Gleich nachdem dieser Erfolg bekannt war, setzte der Andrang ein: Rund 450 angehende Wissenschaftler aus aller Welt, fast die Hälfte davon aus Indien, bewarben sich um die 30 ausgeschriebenen Doktorandenstipendien.

    In der neuen Würzburger Graduiertenschule sollen Doktoranden die bestmögliche Ausbildung im Bereich der Lebenswissenschaften bekommen. Für diesen Zweck stellen Bund und Länder der Universität in den kommenden fünf Jahren rund sechs Millionen Euro zur Verfügung.

    Markus Riederer„Wir haben nun allein aus Indien 20 Aspiranten in die engere Wahl genommen. Sie kommen von den besten Forschungseinrichtungen im Land“, erklärt Markus Riederer (Foto), Direktor der Graduiertenschule. Um die Bewerbungsgespräche möglichst zeit- und geldsparend führen zu können, werden zwei Vertreter der Uni nach Neu Delhi reisen. Vizepräsidentin Heidrun Moll und der Geschäftsführer der Würzburger International Graduate School, Stephan Schröder-Köhne, wollen die Bewerber dort im Verbindungsbüro der Deutschen Forschungsgemeinschaft begutachten.

    Die Vorauswahl überstanden aber auch weitere 60 Bewerber aus Europa, Australien, Asien sowie aus Nord- und Südamerika. „Mit 13 über die ganze Welt verstreuten Kandidaten führen wir die Auswahlgespräche per Videokonferenz“, sagt Riederer, „die Multimedia-Gruppe im Rechenzentrum macht das möglich.“ Die anderen Bewerber kamen bereits Ende Januar zu einem Bewerbertag nach Würzburg. Hier hielten sie wissenschaftliche Vorträge und führten Einzelgespräche mit dem Aufnahmekomitee.

    „Der riesige Aufwand ist angebracht“, so Schröder-Köhne, der den Bewerbungsprozess koordiniert. „Wir wollen den Internationalisierungsgrad an der Graduiertenschule erheblich steigern, ohne Kompromisse bei der Qualität der Bewerber einzugehen.“ Die ersten Doktoranden werden schon im März mit der Forschungsarbeit loslegen. Eine neu eingestellte Koordinatorin wird sich darum kümmern, dass alles glatt läuft: die promovierte Biologin Karin Glenz. Sie hat ihre Ausbildung an der Uni Würzburg absolviert, war dann ein Jahr lang in der Industrie tätig und kehrt nun zurück.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Markus Riederer, T (0931) 888-6200, riederer@botanik.uni-wuerzburg.de, Internet: http://www.graduateschools.uni-wuerzburg.de/life_sciences/

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    Uni und Exzellenz-Initiative

    Bei einem Vortragsabend des Deutschen Hochschulverbandes in Würzburg hält Unipräsident Axel Haase ein Referat zum Thema „Die Universität Würzburg und die Exzellenz-Initiative. Wohin steuert die Hochschulpolitik?“ Die öffentliche Veranstaltung findet am Donnerstag, 1. Februar, um 18.00 Uhr im Audimax (Hörsaal 216) der Uni am Sanderring statt. In der zurzeit laufenden zweiten Runde der Exzellenz-Initiative ist die Uni Würzburg mit ihrem Antrag auf ein Exzellenz-Cluster (Wilhelm-Conrad-Röntgen-Forschungszentrum zur Entwicklung neuer Materialien) im Rennen. Bereits in der ersten Runde bekam die Universität im Oktober 2006 eine Graduiertenschule für die Lebenswissenschaften bewilligt.

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    Ägypten-Saal neu gestaltet

    Martin-von-Wagner-Museum lädt zur Eröffnung ein

    Etwa 300 Exponate aus vier Jahrtausenden der altägyptischen Kulturgeschichte werden der Öffentlichkeit nun erstmals auch dauerhaft zugänglich gemacht. Eröffnet wird der neu gestaltete Ägypten-Saal des Martin-von-Wagner-Museums mit einem Festakt am Sonntag, 4. Februar, um 11.00 Uhr im Toscanasaal der Residenz.

    Mumienmaske – Foto: Martin-von-Wagner-MuseumNach der Begrüßung durch den Leiter der Antikensammlung, Professor Ulrich Sinn, wird Muchtar Al-Ghusain, Kulturreferent der Stadt Würzburg, ein Grußwort sprechen. Den Festvortrag zu „Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Aegyptiaca in Würzburg“ hält Martin Stadler vom Lehrstuhl für Ägyptologie. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des neu gestalteten Raumes. Vorgesehen ist dort zudem die Enthüllung einer Stiftertafel.

    Die Besucher des Ägypten-Saales erwartet zukünftig – dargeboten im Rahmen eines geschlossenen Konzeptes – ein repräsentativer Querschnitt durch die ägyptischen Bestände des Museums. Bereits Martin von Wagner sammelte altägyptische Objekte, die zum ältesten Bestand in der Antikensammlung gehören. Im Laufe des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweiterten sich die altägyptischen Exponate durch Ankäufe und Schenkungen.

    Eine gravierende Zäsur war jedoch die Bombardierung Würzburgs 1945, bei der wichtige ägyptische Stücke verlorengingen. Vor allem durch die von Professor Karl-Theodor Zauzich vermittelten großzügigen Stiftungen der Privatsammler Alexander Kiseleff und Friedrich Gütte wuchs aber in den 1980er- und 1990er-Jahren die ägyptische Sammlung wieder beträchtlich an.

    Die neue Präsentation der Sammlung altägyptischer Kunst wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Universitätsbund, Museum am Dom und Rotary Club Würzburg. Eingebettet ist die Veranstaltung in das Deutsch-Ägyptische Wissenschaftsjahr des DAAD.

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    Lehrprofessuren: Ja oder Nein?

    Wissenschaftsrat kontra Hochschulverband

    Um den dringend benötigten Ausbau der Studienplatzkapazitäten mit einer Steigerung der Qualität in der Lehre zu verbinden, empfiehlt der Wissenschaftsrat, Professuren mit einem Tätigkeitsschwerpunkt in der Lehre zu etablieren. Der Zugang zu diesen Professuren sollte vorzugsweise über den Qualifizierungsweg der Juniorprofessur führen.

    Das gab der Rat am 29. Januar als ein Ergebnis seiner Wintersitzungen bekannt. Deutschlandweit und auf mittlere Sicht sollten im Universitätsbereich etwa 20 Prozent der Professuren ein erhöhtes Lehrdeputat aufweisen. Mit einem umfangreichen Qualifizierungsangebot gelte es zudem, die Lehrkompetenzen der Nachwuchswissenschaftler deutlich zu verbessern.

    Zu diesen Empfehlungen bezog gestern sogleich der Deutsche Hochschulverband (DHV) Stellung: Er stimmt mit dem Wissenschaftsrat darin überein, dass eine stärkere Differenzierung von Forschung und Lehre geboten sei, um im internationalen Wettbewerb besser zu bestehen. Doch die Einführung eines neuen Professorentyps mit Schwerpunkt auf der Lehre bezeichnet der DHV als abwegig: „Der Deutsche Hochschulverband hält für die Universität an dem Grundsatz der Einheit von Forschung und Lehre fest. Denn nur eine Lehre, die sich ständig aus der Forschung erneuert, ist eine universitäre Lehre“, betonte DHV-Präsident Bernhard Kempen.

    Kempen wies darauf hin, dass das Lehrdeputat von Professoren an Universitäten in Deutschland mit acht bis neun Semesterwochenstunden international überdurchschnittlich hoch liege: „Im Vergleich zu den führenden Forschungsnationen sind wir damit nicht konkurrenzfähig. Forschung muss für Universitätsprofessoren Kernaufgabe bleiben.“

    Den Fakultäten müsse es im Einzelfall und projektbezogen ermöglicht werden, Hochschullehrer von ihren Aufgaben in der Selbstverwaltung zu entbinden und ihr Lehrdeputat zu verringern. Auch die vermehrte und entbürokratisierte Vergabe von Forschungssemestern außerhalb eines fixierten Rhythmus fördere die universitäre Forschung. „Weniger Lehre für die besten Forscher ist richtig, viel Lehre für einige Hochschullehrer ist falsch. Der Vorschlag des Wissenschaftsrats führt lediglich zu einer Abwertung der Lehre“, erklärte Kempen.

    Kritik übte der DHV auch an der Vorstellung des Wissenschaftsrats, die Lehrprofessur über eine Juniorprofessur zu erreichen. Nur wer die ohnehin kränkelnde Juniorprofessur zerstören wolle, müsse zu solchen Vorschlägen greifen. Kempen wies auch den Vorstoß zurück, Lehrprofessoren verstärkt in Hochschuldidaktik und Fachdidaktik zu unterweisen: „Alle Professoren sind zu guter Lehre verpflichtet. Stärker forschungsbezogene Professuren davon auszunehmen, führt in die Irre.“

    Um den Anspruch auf eine gute universitäre Lehre zu erfüllen, unterstützt der DHV die Auffassung der Hochschulrektorenkonferenz. Der zufolge sind zusätzliche Professorenstellen und der Einsatz von „Lecturern“ in Gestalt befristeter Qualifikationsstellen dringend notwendig. Der DHV ist die bundesweite Berufsvertretung der deutschen Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses. Er hat über 22.000 Mitglieder.

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    Besser Ski fahren mit Physik

    Skifahrer auf der PisteLange hat es in diesem Winter ja selbst in den Alpen gedauert, bis endlich Schnee fiel. Doch nun kommen die Wintersportler auf ihre Kosten. Wie man mit Hilfe der Physik besser Ski fahren kann, erklärt Privatdozent Tobias Brixner von der Uni Würzburg am kommenden Samstag. Was bestimmt die Geschwindigkeit bei einer alpinen Abfahrt? Gleitet der Ski auf einem Wasserfilm? Welches ist die schnellste Route beim Slalom? Welche Körperhaltung ist am besten? Diese und andere Fragen wird der Physiker auch durch Experimente beantworten. Er will unter anderem zeigen, dass moderne Methoden der physikalischen Analyse nicht nur im Profisport zu neuen Höchstleistungen führen, sondern dass auch Amateure davon profitieren und ihre Fähigkeiten verbessern können. Der Vortrag findet am Samstag, 3. Februar, um 10.30 Uhr im Max-Scheer-Hörsaal im Hörsaalbau der Naturwissenschaften am Hubland statt. Er gehört zur Reihe „Physik am Samstag“, die sich an Schüler, Lehrer und andere Interessierte wendet.

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    Dialektvielfalt im Freistaat

    Manfred Renn "Fasching in Franken ‑ ein Fall von Sprachimperialismus": So lautet der Titel des Vortrages von Dr. Manfred Renn (Universität Augsburg, Foto). Eingeladen haben das Institut für deutsche Philologie und die Gesellschaft für deutsche Sprache – Zweig Würzburg. Renn ist einer der Autoren des „Kleinen Bayerischen Sprachatlas“ und referiert über dessen Entstehungsgeschichte und Inhalt. Thema ist auch die in diesem Atlas dokumentierte Dialektvielfalt in Bayern. Davon ausgehend soll es zudem um die besondere Bedrohung für die nicht-bairischen Dialekte in Bayern gehen. Die zur Jahreszeit passende „Fasenacht“ liefert dazu ein eindrucksvolles Beispiel. Der Vortrag findet statt am Dienstag, 6. Februar, um 18.15 Uhr im Hörsaal 166 der Universität am Sanderring. Weitere Informationen: Dr. Monika Fritz-Scheuplein, Unterfränkisches Dialektinstitut, Institut für deutsche Philologie, T (0931) 888-5631, E-Mail: monika.fritz-scheuplein@mail.uni-wuerzburg.de

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    Neue Wege im Kampf gegen tödliche Infektion

    Schimmelpilz kann sich im Körper ausbreiten

    Nach einer Stammzelltransplantation, Organtransplantation, Chemotherapie oder andersartigen Immunsuppression erkranken viele Patienten an einer Pilzinfektion, die trotz Behandlung häufig tödlich verläuft. Neue Wege der Diagnostik und der Therapie dieser Infektion suchen Würzburger Mediziner jetzt in einem neuen, von der EU geförderten Forschungsverbund. Drei Millionen Euro stehen dafür in den kommenden drei Jahren zur Verfügung. Das Geld verteilt sich auf insgesamt neun Forschungseinrichtungen in ganz Europa, deren Arbeit in Würzburg koordiniert wird.

    Aspergillus ist ein Schimmelpilz, der in der Umwelt weit verbreitet ist. Im Durchschnitt atmet jeder Mensch täglich etwa 30 bis 60 Aspergillus-Sporen ein. Sein Immunsystem sorgt jedoch dafür, dass sich daraus keine Infektion entwickelt. Arbeitet das Immunsystem allerdings nicht oder nur eingeschränkt, kann sich eine so genannte invasive Aspergillose entwickeln. Dann wächst der Schimmelpilz im Lungengewebe und breitet sich in der Folge im ganzen Körper aus; dabei befällt er andere Organe wie Nieren, Herz und Gehirn. Für die Betroffenen bedeutet dies häufig den Tod.

    Vor allem nach einer Stammzell- oder Organtransplantation, wenn das Immunsystem künstlich unterdrückt wird, um eine Abstoßungsreaktion zu verhindern, oder nach einer Chemotherapie ist die Gefahr einer Infektion groß. Nach einer Stammzelltransplantation erkrankt etwa jeder Zehnte an einer invasiven Aspergillose. 60 bis 80 Prozent der Betroffenen sterben trotz Behandlung an den Folgen dieser Infektion – unbehandelt ist sie in der Regel tödlich.

    „Gründe für die hohe Sterblichkeit sind die bisher fehlenden Möglichkeiten, die Infektion früh zu erkennen, und die Tatsache, dass die bisher zur Verfügung stehenden Medikamente nur bedingt wirksam sind“, erklärt Professor Hermann Einsele die hohe Rate. Einsele ist Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II der Uni Würzburg. Gemeinsam mit dem Privatdozenten Jürgen Löffler wird er den neuen Forschungsverbund koordinieren.

    „Wir verfolgen zwei Ziele mit unserer Arbeit“, sagt Löffler. Zum einen suchen die Forscher nach neuen Ansätzen für die Diagnostik und zur Erstellung eines genetischen Risikoprofils. „Eine Aspergillose ist im Anfangsstadium nur schwer zu erkennen“, so Löffler. Deshalb sollen neue Verfahren schnell Auskunft darüber geben, ob sich der gefährliche Pilz bereits in der Lunge eines Patienten eingenistet hat und inwieweit ein Patient, genetisch festgelegt, eine höhere Anfälligkeit für diese gefährliche Infektion in sich trägt.

    Zum zweiten soll der Forschungsverbund dazu beitragen, die Behandlung zu verbessern. Zwar gibt es bereits neue Medikamente, die sich im Kampf gegen den Pilz als wirksam erwiesen haben. Die sind jedoch sehr teuer. „Wir forschen jetzt nach Wegen, eine Infektion mit einer Impfung zu verhindern“, erklärt Löffler. Alternativ wollen die Mediziner Immunzellen und Antikörper entwickeln, die sie einem Patienten verabreichen können, um so das Immunsystem im Kampf gegen Aspergillus zu unterstützen.

    „MANASP“ lautet der Kurztitel des neuen Forschungsverbunds. In ihm arbeiten international renommierte Forschungseinrichtungen aus Italien (Universität Perugia), Irland (Trinity College Dublin), Frankreich (Institut Pasteur, INSA Toulouse, Monoclonal Antibody Therapy) und Deutschland (Hans Knöll Institut Jena, Miltenyi Biotec, Universität Würzburg) zusammen; die Leitung hat die Universität Würzburg. Die Laufzeit des Projektes beträgt zunächst drei Jahre und kann danach verlängert werden.

    Ansprechpartner: Prof. Dr. Hermann Einsele, T (0931) 201-70015, E-Mail: einsele_h@klinik.uni-wuerzburg.de, Dr. Jürgen Löffler, T (0931) 201-36412, E-Mail: loeffler_j@klinik.uni-wuerzburg.de

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    Wie kleine Moleküle angreifen

    Christoph Sotriffer designt pharmazeutische Wirkstoffe

    Chemiker – das sind Menschen in weißen Kitteln, die im Labor mit Glaskolben, Kristallen und Säuren hantieren. Meistens zumindest. Es gibt aber auch Chemiker, die ihre Moleküle und deren Reaktionen ausschließlich am Computer studieren. Zu dieser Gruppe gehört Christoph Sotriffer.

    Der 36-Jährige ist seit 1. Dezember 2006 als Professor für Pharmazeutische Chemie an der Uni Würzburg. Er interessiert sich für Proteine, die bei Krankheiten eine Rolle spielen. Noch spannender aber findet er Moleküle, die sich derart an krank machende Proteine anlagern, dass die nicht mehr funktionsfähig sind.

    Christoph SotrifferEines seiner Studienobjekte ist die so genannte HIV-Integrase. Mit Hilfe dieses Proteins schleust der Aids-Erreger sein Erbgut in die DNA des Menschen ein. An welchen Stellen dieses Proteins können kleinere Moleküle so andocken, dass sie es lahmlegen? Wie müssen diese Wirkstoffe beschaffen sein, um ihr Werk möglichst optimal zu verrichten?

    Solche Fragen will Sotriffer mit Rechenverfahren und Computersimulationen beantworten. „Computergestütztes strukturbasiertes Wirkstoff-Design“, so die etwas sperrige Bezeichnung für sein Forschungsgebiet. Dabei wird das Verhalten kleiner Moleküle an dreidimensionalen Modellen untersucht, um möglichst zielgerichtet neue Arzneistoffe entwickeln zu können.

    Medikamente etwa, die die Spätfolgen der Zuckerkrankheit lindern oder verhindern. Langjährige Diabetiker erleiden durch die ständig hohe Zuckerkonzentration im Blut oft Nerven- oder Netzhautschäden. Dabei spielt ein Protein namens Aldose-Reduktase eine Rolle. Sotriffer und sein Team wollen die Flexibilität dieses Proteins besser verstehen: Wie verformt, wie verändert es sich, wenn ein hemmendes Molekül angreift?

    „Bei dieser rein theoretischen Arbeitsweise ist es für uns natürlich essenziell, in ein Netzwerk mit experimentell arbeitenden Kollegen eingebunden zu sein“, sagt Sotriffer. In Würzburg setzt er vor allem auf Kooperationen mit Arbeitsgruppen des Sonderforschungsbereiches 630 (Erkennung, Gewinnung und funktionale Analyse von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten). Um neue Wirkstoffe gegen den Tuberkulose-Erreger zu entwickeln, ist zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Professorinnen Ulrike Holzgrabe und Tanja Schirmeister aus der Pharmazie sowie mit Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum geplant. Kontakte bestehen auch zu den Chemie-Professoren Bernd Engels und Gerhard Bringmann.

    Den Pharmazie-Studierenden im ersten und zweiten Semester wird Sotriffer das Gebiet „Chemie für Pharmazeuten“ nahe bringen. Darüber hinaus beteiligt er sich an der großen Ringvorlesung „Pharmazeutische / Medizinische Chemie“ im Hauptstudium.

    Christoph Sotriffer, Jahrgang 1970, stammt aus Bozen. Vielen Südtirolern liegt Österreich näher als Italien – so absolvierte Sotriffer sein Chemiestudium und das folgende Doktorat an der Universität Innsbruck. Die Postdoc-Zeit verbrachte er an der University of California in San Diego und am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Marburg. Dort wurde er 2003 wissenschaftlicher Assistent, von dort folgte er schließlich dem Ruf nach Würzburg.

    Kontakt: Prof. Dr. Christoph Sotriffer, T (0931) 888-5443, E-Mail: sotriffer@uni-wuerzburg.de

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    Universitätspolitik und akademische Bildung

    Wie muss sich die akademische Bildung in einer globalisierten Welt verändern? Seine Meinung zu dieser Frage stellt Dr. Konrad Schily bei einer öffentlichen Veranstaltung an der Uni Würzburg vor. Der Arzt, Bundestagsabgeordnete und Gründungspräsident der Universität Witten-Herdecke vertritt zum Beispiel die Ansicht: „Bildung ist die Fähigkeit, auch unbekannte Themenbereiche selbst zu erarbeiten und das gelernte Wissen formulieren zu können.“ Studierende müssten lernen, über den Tellerrand ihrer Fächer hinauszusehen. Sein Vortrag findet am Montag, 5. Februar, um 18.00 Uhr im Hörsaal I der Alten Universität in der Domerschulstraße 16 statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. Veranstalter ist die Thomas-Dehler-Stiftung in Kooperation mit dem Würzburger Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Rechtsinformatik und Informationsrecht. Lehrstuhlinhaber Professor Eric Hilgendorf wird die Veranstaltung moderieren.

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    Bigband spielt für guten Zweck

    Benefizkonzert zu Gunsten der Stammzellspenderdatei

    Die Bigband der Sing- und Musikschule Veitshöchheim gibt am Würzburger Uniklinikum ein großes Benefizkonzert. Der Erlös ist für die Stammzellspenderdatei des Klinikums vorgesehen.

    Das Konzert steht unter dem Motto „Alle Menschen können helfen“. Es findet am Sonntag, 4. Februar, von 14.00 bis 17.00 Uhr in der Magistrale des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) in der Oberdürrbacher Straße 6 statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

    KonzertplakatMit der Stammzellspenderdatei können für Patienten, die an Leukämie oder ähnlichen Erkrankungen leiden und auf eine Stammzell-Transplantation angewiesen sind, geeignete Spender gefunden werden. Bei der Registrierung der potenziellen Spender fallen Kosten für die Analyse der Gewebemerkmale an, die das Klinikum aus privaten Spenden finanzieren muss. Weitere Informationen zur Stammzellspende gibt es unter der Telefonnummer (0931) 201-31230 oder unter www.transfusionsmedizin.uni-wuerzburg.de

    Die Bigband wird die Zuhörer im ZOM mit Arrangements aus Filmmusik, außerdem mit Blues, Latin, Rock und Swing unterhalten. Sie besteht aus 25 Musikanten im Alter von 15 bis über 50 Jahren; die Leitung liegt in den Händen von Dieter Leppich.

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    Gute Adressen für die Stellensuche

    Exkursion der Wirtschaftsmathematiker nach Mannheim

    Was passiert eigentlich in Wirtschaftsforschungsinstituten? Selbst viele Studierende der Wirtschaftswissenschaften haben davon keine rechte Vorstellung – dabei bieten diese Institute Praktikantenstellen und berufliche Perspektiven.

    Das erfuhren 35 Würzburger Studierende der Wirtschaftsmathematik aus erster Hand beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Exkursion dorthin war von Professor Norbert Schulz vom Volkswirtschaftlichen Institut initiiert worden. Die Studierenden bekamen Informationen über Praktikums-, Promotions- und spätere Arbeitsmöglichkeiten am ZEW. Die Fachleute gaben ihnen auch allgemeine Bewerbungstipps und einen Überblick über die Struktur des Instituts.

    „Dabei wurde unter anderem deutlich, dass Wirtschaftsforschungsinstitute besonders an Mitarbeitern interessiert sind, die sowohl wirtschaftswissenschaftliche als auch mathematische Kompetenz besitzen“, sagt Exkursionsteilnehmer Sebastian Wismer. Für Absolventen des Würzburger Studiengangs Wirtschaftsmathematik seien solche Institute darum gute Adressen für die Stellensuche. Was das ZEW diesbezüglich zu bieten hat, lässt sich hier nachlesen:

    http://www.zew.de/de/stellen/stellen.php3

    Am ZEW gibt es insgesamt fünf Forschungsbereiche:

    • Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement
    • Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung
    • Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung
    • Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
    • Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement

     

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    Schulwandbilder aus Aschach

    Neuer Auftrag für universitäre Forschungsstelle

    Um die Erfassung und Erforschung der wertvollen Schulwandbilder-Sammlung des Schulmuseums Schloss Aschach geht es in einem neuen Drittmittelprojekt am Lehrstuhl für Schulpädagogik. Damit kann die Forschungsstelle Schulwandbilder ihre Position als zentrale Stelle für die wissenschaftliche Erforschung und Erfassung von schulischen Bildmedien weiter ausbauen.

    „Die wissenschaftliche Arbeit der Forschungsstelle wird nun bedeutend erweitert und auf einer neuen Quellenbasis fortgesetzt“, so Professor Walter Müller, Leiter der Forschungsstelle. Mit dem neuen Auftrag „Gesamtdokumentation des Schulwandbilder-Bestandes Schloss Aschach“, der vom Bezirk Unterfranken an die Forschungsstelle, Dr. Ina K. Uphoff, vergeben wurde, wird die Sammlung erstmals umfassend inventarisiert und damit für weitere Forschungs-, Museums- und Ausstellungsarbeiten bereitgestellt. Die Anschauungsmedien stammen vorwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurden vom ehemaligen Leiter des Aschacher Schulmuseums, Rudolf Erben, besonders in den 60er-Jahren zusammengetragen.

    Tabak – Schulwandbild von Goering und Schmidt aus der Reihe „Ausländische Kulturpflanzen“. F. E. Wachsmuth, Leipzig 1892

    Die Erfassung der Bilder erfolgt mit dem Museumsprogramm „MuseumPlus“ und auf der Basis der Würzburger Bilderdatenbank, für die von der Forschungsstelle Schulwandbilder in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Würzburg eine spezielle Software entwickelt worden ist. Das von Leszek Mzyk erstellte Schulwandbilderprogramm PICxl liegt derzeit in einer zweiten, vollständig überarbeiteten Version vor. Durch eine zukünftige Kooperation zwischen den Museen Schloss Aschach und der Forschungsstelle Schulwandbilder können die Daten auch vernetzt und damit einem noch größeren Forschungs- und Interessentenkreis zugänglich gemacht werden.

    Die seit 2003 bestehende Forschungsstelle Schulwandbilder an der Universität Würzburg ist eine weltweit einzigartige Institution. Sie hat in den letzten Jahren nicht nur durch wissenschaftliche Arbeiten international hohes Ansehen gewonnen, sondern auch durch ein von der Volkswagen-Stiftung finanziertes vierjährigen Forschungsprojekt, in dem eine Gesamtdokumentation der zwischen 1830 und 1990 im deutschsprachigen Raum erschienenen Schulwandbilder erstellt worden ist. In diesem Projekt, das 2002 abgeschlossen wurde, konnten knapp 15.000 Datensätze mit fast 8.000 Bildanbindungen ermittelt werden. Dadurch wurden die wertvollen historischen Quellen erstmalig in großem Umfang für Forschung, Lehre, Ausstellungen und Illustrationszwecke erschlossen. Von Museen, anderen Forschungseinrichtungen und verschiedenen Publikationsorganen im In- und Ausland werden die Daten bereits intensiv genutzt.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Walter Müller, Dr. Ina K. Uphoff, E-Mail: ina.uphoff@mail.uni-wuerzburg.de, Internet: http://www.schulwandbild.philfakiii.uni-wuerzburg.de/

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    Über die Bildung im Gymnasium

    Zu einer gemeinsamen Urkundenfeier laden die drei Philosophischen Fakultäten am Montag, 5. Februar, um 17.00 Uhr in die Neubaukirche ein. Dort bekommen die Absolventen des Wintersemesters ihre Promotions-, Magister- und Bachelor-Urkunden überreicht. Den Festvortrag über „Traditionslinien gymnasialer Bildung“ hält die Würzburger Gymnasialpädagogik-Professorin Dorit Bosse. Anschließend verleiht die Phil III ihren Beatrice-Edgell-Preis, der zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen bestimmt ist. Für Musik sorgt der Percussionist Bernd Kremling vom Lehrstuhl für Musikpädagogik.

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    Georg Friedrich Händel. Rage und Wahnsinn bei Hercules

    Im Mittelpunkt der Komposition „Hercules“ des Wahl-Engländers Georg Friedrich Händel steht das dramatische Ende des Halbgottes: Seine Ehefrau Dejanira vergiftet ihren Mann aus Eifersucht. Mitglieder der Hochschule für Musik führen das 1745 entstandene englischsprachige Werk am Mittwoch, 31. Januar, in der Neubaukirche auf. Chor, Orchester und Solorollen sind dramatisch angelegt. So gibt es für Hercules (Philipp Meierhöfer, Bass) eine so genannte „Rage-Arie“, seine Ehefrau (Sonja Koppelhuber, Mezzosopran) singt, geplagt von Schuldgefühlen, eine „Wahnsinns-Arie“. Weitere Solisten sind Anne Ellersiek (Sopran), Michael Hofmeister (Altus) und Lucian Krasznec (Tenor). Begleitet werden sie vom Kammerchor (Einstudierung: Jörg Straube) und dem Orchester (Einstudierung: Pauline Nobes) der Musikhochschule. Musiziert wird auf historischen Instrumenten. Die Gesamtleitung hat Michael Niesemann. Konzertbeginn ist um 20.00 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse für 10 bzw. 5 Euro.

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    Unibauamt unter neuem Dach

    Die Bayerische Staatsregierung will die Verwaltungsstrukturen im Freistaat modernisieren. Im Zuge dieser Reform wurden die Hochbauämter, die Universitätsbauämter und die Straßenbauämter zu Staatlichen Bauämtern zusammengefasst. Dieter Maußner, bislang Leiter des Universitätsbauamtes Würzburg, ist im neuen Staatlichen Bauamt weiterhin Leiter für Universitätsbau und zweiter Stellvertreter des Behördenleiters Joachim Fuchs. Das Würzburger Staatliche Bauamt existiert in dieser Form seit 1. Januar 2007, sein Sitz ist in der Weißenburgstraße 6, 97082 Würzburg, T (0931) 392-00, poststelle@stbawue.bayern.de Internet: www.stbawue.bayern.de

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    Senat bestellt Wahlausschuss

    Am 26. Juni werden an der Uni Würzburg die Vertreter für den Senat und die Fakultätsräte sowie Vertreter der Studierenden für den studentischen Konvent gewählt. Für die Wahl hat der Senat einen Wahlausschuss bestellt. Darin sind aus der Gruppe der Hochschullehrer sechs Professoren vertreten, nämlich Roland Baumhauer, Stephanie Böhm, Helmut Flachenecker, Werner Kaiser, Eckhard Pache und Wolfgang Weiß. Ersatzvertreter sind Wilfried Hommers, Carsten Honerkamp und Tanja Schirmeister. Aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter gehören dem Ausschuss Nurcan Üceyler und Hans-Peter Trolldenier an (Ersatzvertreter: Richard Greiner und Dorothea König). Vertreter der sonstigen Mitarbeiter schließlich ist Klaus Baumann, sein Ersatzvertreter Markus Leber. Die Studierenden sind mit Sebastian Czichon und Stefanie Munzert im Wahlausschuss dabei (Ersatzvertreter: Johannes Beck, Christian Stock).

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