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    Richard Wagners Schriften

    27.11.2012

    Richard Wagner hat nicht nur Opern komponiert, er hat auch ein umfangreiches Werk an Schriften hinterlassen. Musikwissenschaftler der Universität Würzburg werden diese Schriften in einem auf 16 Jahre angelegten Editionsprojekt herausgeben. Sie erhalten dafür knapp fünf Millionen Euro.

    „Richard Wagner Schriften (RWS). Historisch-kritische Gesamtausgabe“: So heißt das neue Langzeitprojekt Würzburger Musikwissenschaftler. Unter Leitung von Professor Ulrich Konrad wollen die Forscher in den kommenden 16 Jahren rund 170 Schriften Wagners im Umfang von insgesamt etwa 4.100 Seiten nach editionswissenschaftlichen Standards bearbeiten und publizieren. Sie erhalten dafür jährlich 305.000 Euro. Angesiedelt ist das Projekt bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz.

    Dichtungen und Schriften

    „Richard Wagner war zeitlebens nicht nur als schöpferischer Musiker produktiv“, erklärt Ulrich Konrad. Neben den Dramentexten für seine eigenen Opern habe er zahlreiche Schriften verfasst, in denen er sich mit Themen aus Kunst, Geschichte, Philosophie, Religion, Politik und Gesellschaft seiner Zeit beschäftigte. Diese seien „ein herausragendes geistes- und kulturgeschichtliches Zeugnis des 19. Jahrhunderts mit denkbar breiter Ausstrahlung“.

    Wagner selbst unterschied seine Texte sorgfältig zwischen „Dichtungen“ und „Schriften“. Während es für die Dichtungen inzwischen eine den aktuellen wissenschaftlichen Standards genügende historisch-kritische Ausgabe gibt, fehlt diese für den Bereich der „Schriften“. Das wird sich nun ändern.

    Eine hybride Edition

    „Die Ausgabe folgt gegenwärtigen editionswissenschaftlichen Standards und ist interdisziplinär ausgerichtet: Forschungen aus Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturgeschichte werden in ihr zusammengeführt“, erklärt Konrad. Wer am Ende ein dickes Konvolut gedruckter Bände erwartet, liegt damit nur teilweise richtig. „Wir beziehen in das Projekt ausdrücklich auch die Computerphilologie mit ein“, sagt der Musikwissenschaftler.

    In Form einer „hybriden Edition“ wollen die Forscher Wagners Schriften zukünftigen Lesern zugänglich machen. Das bedeutet: Neben den herkömmlichen Druckmedien werden sie alle sinnvollen Möglichkeiten der digitalen Texterfassung und -verarbeitung nutzen. Beabsichtigt ist die Publikation von kommentierten Lesebänden in gedruckter Form, jeweils mit Beigabe eines digitalen Mediums, das die philologischen und dokumentarischen Apparate enthält.

    Das Projekt fügt sich nahtlos in das bestehende Forschungsprofil am Institut für Musikforschung der Universität Würzburg ein, wo bereits seit Anfang 2006 an einer Ausgabe „Richard Wagner: Sämtliche Briefe“ gearbeitet wird.

    Das Akademienprogramm

    Die historisch-kritische Gesamtausgabe von Wagners Schriften ist ein Projekt der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, die schon jetzt 14 musikwissenschaftliche Dokumentations- und Editionsvorhaben im Rahmen des Akademienprogramms betreut. Hinter diesem Programm steht die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder. Die beteiligten Partner finanzieren auf diesem Weg die Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes Deutschlands. Es handelt sich damit um eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik.

    Kontakt

    Prof. Dr. Ulrich Konrad, T: (0931) 31-82828, Mail: ulrich.konrad@uni-wuerzburg.de

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