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    Augenheilkunde für Kinder

    28.02.2017

    Martin Nentwich ist Experte für Kinderaugenheilkunde und andere Gebiete. Seit Ende 2016 ist er Professor an der Augenklinik der Universität Würzburg.

    Bildunterschrift: Professor Martin Nentwich von der Würzburger Universitäts-Augenklinik. (Foto: UKW)

    Professor Martin Nentwich von der Würzburger Universitäts-Augenklinik. (Foto: UKW)

    Professor Martin Nentwich arbeitet schon seit Oktober 2015 am Uniklinikum Würzburg (UKW). Damals vertrat er an der Augenklinik zunächst die Professur von Heimo Steffen. Im Dezember 2016 wurde er dann als Leiter der Sektion für Kinderophthalmologie, Strabologie und Neuroophthalmologie zum Professor auf Lebenszeit ernannt.

    Vor seinem Wechsel nach Würzburg war Nentwich an der Augenklinik der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) in München tätig. Neben der allgemeinen augenärztlichen Ausbildung lernte er dort im Speziellen die Kinderaugenheilkunde und die Strabologie. Letztere beschäftigt sich im Wesentlichen mit allen Arten und Auswirkungen von Schielerkrankungen.

    Augenheilkunde bei Kindern anders als bei Erwachsenen

    Wie in München ist auch in Würzburg die gesamte Kinderaugenheilkunde in der Sektion Kinderophthalmologie/Strabologie/Neuroophthalmologie gebündelt. „Das bedeutet: Jedes Kind von Null bis 14 Jahren läuft primär über meine Sektion, mein Team und ich sehen alle Kinder, die hier vorstellig werden“, erläutert der Professor.

    Warum ist diese Trennung von den Erwachsenen sinnvoll? „Die Kinderaugenheilkunde unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der augenärztlichen Betreuung erwachsener Patienten“, erklärt Nentwich: „Das kindliche Sehsystem befindet sich noch in der Entwicklung. Es gibt spezielle Erkrankungen, die nur das kindliche Auge betreffen. Außerdem klagen Kinder meist nicht über Sehstörungen. Deshalb müssen wir zum Beispiel unsere Untersuchungsmethoden besonders kindgerecht gestalten.“

    Kinder müssen rechtzeitig behandelt werden

    Oft gilt es, bei Kindern Augenerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu therapieren, da sonst bleibende Schäden drohen. „Beispielsweise muss die Amblyopie oder Schwachsichtigkeit, bei der das Gehirn nicht richtig sehen lernt, bereits in den ersten Lebensjahren behandelt werden. Etwa fünf Prozent der Jungen und Mädchen in Deutschland sind davon betroffen“, schildert der Mediziner.

    Noch schneller müsse bei einem angeborenen, sehr dichten grauen Star reagiert werden. „Dieser muss innerhalb der ersten Lebenswochen operiert werden, sonst ist es zu spät und das Gehirn lernt auch nach der OP nicht mehr sehen“, betont Nentwich. Bei der Operation des kindlichen Grauen Stars oder in anderen netzhautchirurgischen Fragen kooperiert er eng mit Professor Jost Hillenkamp, dem Direktor der Würzburger Universitäts-Augenklinik.

    Auch bestimmte Erwachsene in Behandlung

    Neben den Kindern betreut die Sektion von Nentwich auch alle erwachsenen Patienten mit strabologischen oder neuroophthalmologischen Erkrankungen. „Bei Letzteren geht es meist um Schädigungen des Sehnervs, zum Beispiel bei einer Sehnerventzündung durch Multiple Sklerose. Hier finden unsere Patientinnen und Patienten am UKW ganz hervorragende Voraussetzungen vor, da das Konzept der Kopfklinik eine enge fächerübergreifende Zusammenarbeit fördert“, sagt der Professor.

    Neben der Neurologischen und der Neurochirurgischen Klinik des UKW gehören die Kinderklinik sowie die Kollegen der Endokrinologie und der Nuklearmedizin zu den wichtigsten interdisziplinären Kooperationspartnern seiner Sektion.

    Lehrbeauftragter für Augenheilkunde

    Nentwich ist auch der Lehrbeauftragte für die Augenheilkunde an der Würzburger Universität. Zusammen mit Hillenkamp entwickelt er den Kursplan und das Vorlesungskonzept für die kommenden Semester. „Ich finde, die Augenheilkunde mit ihrem breiten Patientenspektrum, den oft sehr guten Therapieergebnissen und den spannenden Kooperationsmöglichkeiten mit Kollegen aus anderen Disziplinen ist ein besonders interessantes Fach, das auch im Curriculum entsprechend vertreten sein sollte“, unterstreicht der Mediziner. Sein Einsatz für eine gute Lehre wurde in München mehrfach mit Lehrpreisen der Medizinischen Fakultät belohnt.

    Versorgungsforschung als wissenschaftliches Spezialthema

    In Punkto Wissenschaft zählt besonders die Versorgungsforschung zu den Domänen des Professors. „Dabei geht es im Kern immer um die Frage: Wie erreicht man mit möglichst geringem Kostenaufwand den größten Effekt“, erläutert er. „Auf einem hohem Versorgungsniveau wie in Deutschland ist dann zum Beispiel das möglichst effiziente Screening der fünf Prozent Amblyopie-Patienten ein Thema, während es in Ländern mit begrenzteren Ressourcen noch darum geht, möglichst viele Menschen medizinisch überhaupt angemessen zu versorgen.“

    Seine Habilitation beschäftigte sich mit der Optimierung der augenärztlichen Versorgung in ärmeren Ländern. Durch eine Kooperation der LMU mit Nairobi war er in den vergangenen Jahren mehrfach in der kenianischen Hauptstadt und führte dort Fortbildungskurse durch. „Aktuell laufen Überlegungen, eine ähnliche Kooperation zwischen Würzburg und Tansania aufzubauen“, sagt er.

    Expertenstatus genießt Nentwich auch beim Screening und in der Behandlung von Reifungsstörungen der Netzhaut bei Frühgeborenen. Ferner ist sein Spezialwissen gefragt, wenn Blutungen im kindlichen Auge als Hinweis auf Misshandlung durch Schütteltrauma bewertet werden sollen.

    Kontakt

    Prof. Dr. Martin Nentwich, Augenklinik und Poliklinik der Universität Würzburg, nentwich_m@ukw.de

    Website von Prof. Nentwich

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