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    Black America: die Situation der Afroamerikaner

    24.05.2016

    Auf dem Africa Festival ist die Universität Würzburg mit einem eigenen Zelt vertreten. Sie zeigt darin die Ausstellung „Black America – die Situation der Afroamerikaner in Vergangenheit und Gegenwart.“

    Demonstrant hält Schild hoch mit Aufschrift "Black Lives Matter". Foto: Tony Webster, Black Lives Matter Minneapolis, Creative Commons CC BY 2.0

    Protestkundgebung in den USA nach der Erschießung von Jamar Clark durch einen Polizisten, November 2015. (Foto: Tony Webster, Black Lives Matter Minneapolis, Wikimedia, Creative Commons CC BY-ND 2.0

    Barack Obama wurde 2009 zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt. Doch auf der anderen Seite kommt es immer wieder zu rassistischen Gewaltakten im Land. 2015 etwa wurden bei einem Anschlag auf eine Kirche in South Carolina neun Afroamerikaner getötet.

    Mit diesem Spannungsfeld und seiner Entstehung befasst sich die diesjährige Ausstellung der Universität Würzburg auf dem Africa Festival. Sie steht unter dem Thema „Black America – die Situation der Afroamerikaner in Vergangenheit und Gegenwart.“ Zu sehen ist sie vom 26. bis 29. Mai 2016 im Universitätszelt, täglich von 10 bis 20 Uhr.

    Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Karin Sekora, Mitglied im „Forum Afrikazentrum“ der Universität. Nach den bisherigen Ausstellungen über die afrikanisch-stämmigen Bevölkerungen in der Karibik, in Brasilien und in Spanisch-Amerika ist diese Schau der vierte und abschließende Teil einer Reihe über die afrikanische Diaspora.

    Zur Geschichte der Schwarzen in den USA

    Die Ausstellung im Uni-Zelt greift in der Geschichte zurück bis 1620, zur Ankunft der Pilgerväter. In den ersten Jahrzehnten danach wurden die aus Europa stammenden Arbeitskräfte und die Afrikaner, die von Sklavenhändlern ins Land gebracht wurden, unterschiedslos als Schuldknechte eingesetzt: Nachdem sie einige Jahre für ihre Herren gearbeitet hatten, waren sie frei.

    Doch ab der Mitte des 17. Jahrhunderts verabschiedeten die amerikanischen Kolonien nacheinander Gesetze, die schwarze Menschen und ihre Nachkommen zu Sklaven auf Lebenszeit erklärten. Das betraf einen großen Teil der Bevölkerung: Im Jahr 1860 lebten 34 Millionen Menschen in den USA, fünf Millionen davon waren Schwarze.

    Gleichberechtigung zumindest in der Theorie

    Mit dem Ende des Bürgerkriegs 1865 wurde die Sklaverei formal abgeschafft. Die ehemaligen Sklaven waren damit theoretisch gleichberechtigte Bürger. Im Alltag war davon rund 100 Jahre später aber nicht viel zu merken: Zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten 55 Prozent der Afroamerikaner unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. Die afroamerikanische Bürgerrechtsorganisation NAACP fasste die Lage damals so zusammen: „Much Has Changed, Much Has Not“ – „Vieles hat sich geändert, vieles nicht.“

    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kam der Soziologe James W. Loewen zu dem Schluss, dass der Traum einer integrierten Gesellschaft ausgeträumt sei. Als Gründe dafür führte er die „Massenflucht“ der Weißen aus den Städten und ihren Unwillen an, mit einer größeren Anzahl von Menschen einer anderen Rasse in Nachbarschaft zusammenzuleben.

    Von den knapp 1.400 Menschen, die in den Jahren 1976 bis 2013 in den USA hingerichtet wurden, waren 13 Mal mehr Schwarze, die einen Weißen getötet hatten, als Weiße, deren Opfer Schwarze waren. Im Jahr 2015 war die Wahrscheinlichkeit, von der Polizei getötet zu werden, für einen unbewaffneten Afroamerikaner sieben Mal so hoch wie für einen unbewaffneten Weißen.

    Trump wollte Ku-Klux-Klan nicht verurteilen

    2010 erreichte die Zahl der Ku-Klux-Klan-Gruppen, die eine Vorherrschaft der weißen Rasse propagieren, einen Höchststand. Im Februar 2016 wurde der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump in einer Talkshow auf gewaltsame Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern des Ku-Klux-Klan angesprochen. Seine Antwort: Er wisse nicht, von welcher Gruppe die Rede sei, daher könne er den Ku-Klux-Klan nicht verurteilen.

    Fazit der Ausstellung: 150 Jahre nach der Proklamation der Sklavenbefreiung und über 50 Jahre nach Martin Luther Kings berühmter „I Have A Dream“-Rede muss sich in den USA noch immer vieles ändern, bevor von einer Gleichstellung der Afroamerikaner die Rede sein kann.

    Zur Website des Africa Festivals

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