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    Englisch-Didaktik bei Maria Eisenmann

    26.01.2016

    Literatur- und Kulturdidaktik sind ihre Schwerpunkte: Maria Eisenmann, neue Professorin in der Anglistik an der Universität Würzburg, betreut vor allem Lehramtsstudierende. Sie hat selber zwölf Jahre lang an unterfränkischen Gymnasien unterrichtet.

    Maria Eisenmann, Professorin für Didaktik der englischen Sprache und Literatur an der Uni Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)

    Maria Eisenmann, Professorin für Didaktik der englischen Sprache und Literatur an der Uni Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)

    Wer Englisch fürs Lehramt studieren will, sollte nicht nur Freude daran haben, sich mit jüngeren, teils pubertierenden Menschen auseinanderzusetzen. Er sollte auch sehr gerne auf Englisch kommunizieren und sich für die Kulturen der englischsprachigen Welt interessieren – dazu gehören neben Großbritannien und den USA auch Südafrika, Indien, Neuseeland oder Australien. Außerdem sollte er dazu bereit sein, in englischsprachige Länder zu reisen und dort tiefer in die Kulturen einzutauchen.

    Das sagt Professorin Maria Eisenmann. Sie betreut an der Universität Würzburg seit Oktober 2015 die Lehramtsstudierenden in der Anglistik. Eisenmann ist Inhaberin des Lehrstuhls für Fachdidaktik der modernen Fremdsprachen mit Schwerpunkt auf der Didaktik der englischen Sprache und Literatur. Davor hatte sie einschlägige Professuren an anderen Universitäten inne; direkt nach dem Studium unterrichtete sie zwölf Jahre lang an Gymnasien in Bad Kissingen und Würzburg.

    Literaturdidaktik, inter- und transkulturelles Lernen

    „Die Studierenden sollten sich für die Literatur der englischsprachigen Länder interessieren – immer mit Blick auf Werke, die sich für junge Leute eignen“, sagt die Professorin. Welche Bücher kommen in Frage? Um welche Themen drehen sie sich? Was kann man damit im Unterricht machen und vor allem: Was ist der Mehrwert für die Schüler? Solche Fragen würden im Studium immer wieder im Mittelpunkt stehen.

    Interkulturelle Aspekte sind der Professorin dabei sehr wichtig. Beispiel: „The White Tiger“, ein Roman des indischen Schriftstellers Aravind Adiga, schildert in englischer Sprache den Aufstieg eines Jungen aus armen Verhältnissen zum Besitzer eines Taxi-Unternehmens. „Die Lektüre solcher Texte regt die Vorstellungskraft im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit von Menschen an, erweitert den Erfahrungshorizont und trägt zur Ausbildung der Persönlichkeit bei“, sagt Eisenmann.

    Fremdsprachenunterricht differenziert gestalten

    In Schulklassen saßen schon immer Kinder mit unterschiedlichsten Voraussetzungen. Diese Mischung wurde in den vergangenen Jahren aber noch bunter, zum Beispiel durch die Kinder von Migranten und Flüchtlingen, von Alleinerziehenden oder aus Patchwork-Familien. Dazu kommt eine immer größere Fluktuation in den Klassen, weil die Menschen heute öfter umziehen.

    „Die Herausforderungen für die Lehrkräfte steigen vor allem durch wachsende Heterogenität im Klassenzimmer, was in allen Schulformen mitunter auch als Überforderung, Notwendigkeit und zugleich als Chance wahrgenommen wird“, sagt Eisenmann.

    Eine Frage sei, wie man den Fremdsprachenunterricht so differenziert gestalten kann, dass er den Fähigkeiten jedes Kindes so gerecht wird wie möglich. Mit Sprachlernprogrammen und anderen computer- oder webbasierten Lehrmethoden gehe das sehr gut. Es eröffnen sich aber noch viele weitere Möglichkeiten kooperativer Verfahren, zum Beispiel Lerntheken, Projekt- und Stationenarbeit oder die Strategie, kleinere Lerngruppen in der Klasse immer wieder aufzubrechen und neue Konstellationen zu bilden.

    Differenzierung: Kaum empirische Forschungsergebnisse

    Für diesen Bereich gebe es – trotz seiner großen gesellschaftlichen und schulpolitischen Relevanz – kaum empirische Forschungsergebnisse in der englischen Fachdidaktik. Darum will Maria Eisenmann hier verstärkt fremdsprachendidaktische Forschung leisten. Zum Medieneinsatz im Fremdsprachenunterricht entwickelt sie auch innovative Konzepte, die das Web 2.0 bietet, wie Chats, Wikis und Weblogs.

    „Die Medienkompetenz der Schüler zu fördern, ist heute in allen Schulfächern ein großes Anliegen. Der Einsatz digitaler Medien unterstützt differenzierende Verfahren und Methoden für einen schüleraktivierenden und individualisierenden Fremdsprachenunterricht in allen Schularten“, so die Professorin.

    Werdegang von Maria Eisenmann

    Maria Eisenmann, Jahrgang 1966, ist in Heustreu im Landkreis Bad Neustadt an der Saale aufgewachsen. An der Universität Würzburg und in Newcastle upon Tyne (England) hat sie Deutsch, Englisch und Erziehungswissenschaften fürs Lehramt an Gymnasien und im Magisterstudiengang studiert. Von 1994 bis 2004 war sie Lehrerin für Deutsch, Englisch und Ethik am Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen, danach wechselte sie ans Deutschhaus-Gymnasium nach Würzburg, wo sie bis 2006 unterrichtete.

    Neben ihrer Arbeit als Lehrerin promovierte sie an der Uni Würzburg in der englischen Fachdidaktik. „Wissenschaftlich tätig zu sein, das hat mir nach einigen Jahren als Lehrerin einfach gefehlt“, sagt sie. So wandte sie sich nach der Promotion auch wieder ganz der Hochschule zu: 2006 ging sie als Akademische Rätin an die Pädagogische Hochschule Freiburg, später vertrat sie einen Lehrstuhl an der Universität Erlangen-Nürnberg, 2011 übernahm sie schließlich den Lehrstuhl für englische Fachdidaktik an der Universität Duisburg-Essen. Von dort wechselte sie zum Wintersemester 2015/16 nach Würzburg.

    Kontakt

    Prof. Dr. Maria Eisenmann, Lehrstuhl für Fachdidaktik – Moderne Fremdsprachen mit Schwerpunkt Didaktik der englischen Sprache und Literatur, T (0931) 31-88529, maria.eisenmann@uni-wuerzburg.de

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