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    Erstes Würzburger Brustkrebs-Forum

    16.09.2014 | UNIVERSITÄTSKLINIKUM
    Trotz umfangreicher klinischer Aufklärungs- und Beratungsgespräche: Die Diagnose Brustkrebs wirft bei den Patientinnen in der Folge immer wieder neue Fragen auf. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)

    Trotz umfangreicher klinischer Aufklärungs- und Beratungsgespräche: Die Diagnose Brustkrebs wirft bei den Patientinnen in der Folge immer wieder neue Fragen auf. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)

    Experten vom Universitätsklinikum Würzburg halten am Mittwoch, 1. Oktober, öffentliche Vorträge über die Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs. Dieses neue Forum soll Patientinnen, Angehörigen und anderen Interessierten kompetente Antworten geben.

    Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland – etwa jede achte ist im Lauf ihres Lebens davon betroffen. „Der Informationsbedarf bei den Patientinnen und ihren Angehörigen ist so hoch, dass es nicht möglich ist, alle Fragen in normalen Arztgesprächen zu beantworten“, sagt Professor Achim Wöckel, Direktor der Würzburger Universitätsfrauenklinik. „Deshalb schaffen wir mit dem Würzburger Brustkrebs-Forum ein neues Kommunikationsformat.“

    Der Auftakt der neuen Reihe findet am Mittwoch, 1. Oktober, im Großen Hörsaal der Universitätsfrauenklinik, Haus C15, an der Josef-Schneider-Straße statt. Bei der kostenlosen Veranstaltung werden ab 17:00 Uhr acht Krebsexperten des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) in kurzen, verständlichen Referaten unterschiedliche Aspekte rund um den Brustkrebs und dessen Behandlung ansprechen.

    Angelina Jolie und die Vererbung von Brustkrebs

    „Beispielsweise hat die präventive Brustentfernung von Angelina Jolie die öffentliche Aufmerksamkeit stark auf den familiären Brustkrebs gelenkt“, so Wöckel. „Spätestens seit der Medienberichterstattung über die Behandlung der US-amerikanischen Schauspielerin gibt es praktisch keine Brustkrebs-Mutter mehr, die meine Mitarbeiter oder mich nicht fragt, ob ihre Tochter nicht auch krebsgefährdet sei.“

    Beim Forum soll dem Klinikdirektor zufolge deutlich werden, dass der erbliche Brustkrebs weit seltener auftritt als der sporadische. Mit dem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs verfüge das Klinikum über eines von bundesweit etwa 20 Einrichtungen, in denen Frauen das Risiko eines familiären Brustkrebses zuverlässig abklären lassen können.

    Individualisierte Tumortherapie im Kommen

    Generell ist das 1. Würzburger Brustkrebs-Forum auch eine Gelegenheit, das diagnostische und therapeutische Leistungsangebot des Uniklinikums darzustellen. „Die Entwicklung geht weg von standardisierten Behandlungswegen hin zu einer individualisierten Tumortherapie“, berichtet Wöckel. Dabei können die Mediziner aus den Modulen Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und Anti-Hormontherapie die für die einzelne Patientin jeweils passende Kombination auswählen.

    Gerade die operativen Leistungen werden am Würzburger Brustzentrum derzeit stark ausgebaut. „Unter Einsatz neuester chirurgischer Methoden streben wir danach, die Tumoren nicht nur sicher zu entfernen, sondern auch die kosmetisch besten Ergebnisse zu erzielen“, sagt der Professor. Für eine möglichst schonende Behandlung plant er derzeit unter anderem zusammen mit der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie den Aufbau einer interoperativen Strahlentherapie. „Eine brusterhaltende Operation braucht immer auch Bestrahlung. Statt die Strahlentherapie erst nach dem chirurgischen Eingriff durchzuführen, ist es auch möglich, schon während der Operation selbst die infrage kommenden Areale gezielt und hocheffizient zu bestrahlen“, erläutert der Klinikdirektor.

    Komplementäre Behandlungsmethoden

    Ein weiteres Thema des Forums sind komplementäre Behandlungsmethoden. „Menschen, die an Krebs erkrankt sind, möchten alles tun, um ihre Heilungschancen zu verbessern“, weiß Wöckel. Über die Medien und speziell auch das Internet suchen sie nach ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten. „Die Informationen, die sie hier finden, sind oft interessengesteuert und führen zu falschen Hoffnungen oder unberechtigten Sorgen“, bedauert der Professor. Nach seinen Angaben werden die Experten des Brustkrebs-Forums stattdessen verständlich darstellen, welche Ergänzungsmaßnahmen für wen wissenschaftlich erwiesen sinnvoll sind.

    Diskussion, Einzelgespräche, Infostände

    Auf die Kurzreferate des Forums folgt eine offene, allgemeine Diskussions- und Fragerunde. Das anschließende Get-together mit kleinem Imbiss bietet bei Bedarf auch Raum für Fragen, die nicht für das Plenum bestimmt sind.

    Das Forum wird begleitet von einer Reihe von Infoständen zu Selbsthilfegruppen, Haarersatz, Brustprothesen und Physiotherapie.

    Die Organisatoren der kostenfrei zu besuchenden Veranstaltung bitten Interessierte um eine Anmeldung unter T (0931) 201-25252 oder per E-Mail an Michaela Roth, roth_m@ukw.de

    Zum detaillierten Programm auf der Webseite der Frauenklinik: www.frauenklinik.ukw.de

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