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    Lehre digital

    05.07.2016 | STUDIUM & LEHRE
    Robert L. Trivers (Rutgers School of Arts an Sciences. Department of Anthropology)

    Robert L. Trivers (Foto: Universität Würzburg)

    Robert L. Trivers lebt vor, wie spannend und unterhaltsam Forschung und Lehre sein können: Videoaufgezeichnete Experteninterviews mit dem renommierten Sozio- und Evolutionsbiologen wurden zum attraktiven Digital-Learning-Angebot für Studierende und Dozierende der Medienpsychologie.

    Als Keynote-Speaker hatte Robert Trivers im Rahmen der 15. MVE-Jahrestagung bereits das internationale Publikum in Würzburg begeistert. Neben dem Eröffnungsvortrag hat Gastgeber Professor Frank Schwab (Lehrstuhl für Medienpsychologie) den weltweit angesehensten Evolutionstheoretiker zudem für ein spannendes Digital-Learning-Projekt gewinnen können: Sechs Mitarbeiter der Medienpsychologie durften während der Tagung ein Experteninterview mit Trivers führen und ihn dabei als überzeugenden und leidenschaftlichen Lehrenden kennenlernen. Aufgezeichnet wurde dieses Interview auf Video, woraus fünf Videoclips entstanden. Das Experteninterview wird seit diesem Semester sowohl in der Einführungsvorlesung für die Erstsemester als auch in Seminarveranstaltungen des Studiengangs Medienkommunikation eingesetzt.

    Neues Digital-Learning-Angebot

    Dr. Benjamin P. Lange, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Lehrstuhl für Medienpsychologie, hat die neu produzierten Videos als Digital-Learning-Angebot in seine laufende Lehrveranstaltung „Mammutjäger vor den Mattscheiben. Biologische Kommunikations- und Medienpsychologie“ eingebaut. Bezug nehmend auf die Seminarlektüre werden die Trivers-Videos aktuell von den teilnehmenden Studierenden der Medienpsychologie im 4. Semester analysiert und diskutiert. Inhaltlich geht es zum einen historisch um Kern- und Wendepunkte der Evolutionären Psychologie, der soziobiologischen Forschung und der Medienpsychologie, zum anderen um aktuelle Forschungsfragen, Perspektiven auf die eigene Disziplin und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Seminarteilnehmer Jörg Will hält die aufgezeichneten Experteninterviews sehr geeignet dafür „die graue Theorie“ zu beleben. Sie sollten Bestandteil jeder universitären Ausbildung sein: „Trivers führt mit unkaschierter Direktheit und einer großen Portion Humor in widerspenstige Themen des Lebens ein. Durch seine Interviews fühle ich mich involviert, unterhalten und dazu angeregt, meine medienpsychologische Perspektive mit Erkenntnissen der Evolutionstheorie zu erweitern.“

    Didaktisch bieten die Videos eine hervorragende aktivierende Lehrmethode: Anhand der Videosequenzen diskutieren im Seminar Dozent und Studierende gemeinsam über umstrittene Forschungsthemen oder politisch heikle Themen. Trivers als interviewter Experte lebt dabei vor, wie spannend und unterhaltsam Forschung sein kann, mit Leichtigkeit vermittelt er komplexe Themen wie die „parental investment theory“ oder „teaching sex differences“. Benjamin Lange: „Ich als Lehrperson habe mich durch den direkten Kontakt mit einer Koryphäe wie Trivers darin bestärkt gefühlt, meinen Studierenden weiterhin die Notwendigkeit der Interdisziplinarität der Forschung zu vermitteln und dabei auch Ansätze zu lehren, die einige vielleicht nicht mögen, aber theoretisch sehr gut fundiert und empirisch abgesichert sind – und dabei den Humor nicht zu verlieren“.

    Die Videoaufzeichnung hat den Vorteil, dass das digitale Lehrmaterial nicht nur für ein Semester zur Verfügung steht, sondern mehrfach und dauerhaft eingesetzt werden kann. Der Lehrstuhl von Professor Schwab integriert das neue Lehrangebot auch in Einführungsvorlesungen, um gerade Studierende der Studieneingangsphase für das Fach und seine Themen anhand eines herausragenden Wissenschaftlers zu begeistern.

    Die Würzburger Medienpsychologen stehen auch weiterhin mit dem prominenten Wissenschaftler in regem Austausch. Frank Schwab: „Einen Forscher wie Robert Trivers in Würzburg begrüßen zu können ist etwas eigenartig. Gerade so als würden Batman oder Donald Duck auf eine Ihrer Mails antworten oder sie aus dem Comic heraus plötzlich ansprechen und sagen: “OK, Frank, ich komm dann mal vorbei.” Emotional landet man da in einer Zwischenwelt – irgendwo zwischen – ich nenn’ das mal – Science Fiction und universitärem Alltag. Gar nicht alltäglich und etwas surreal.“

    Robert L. Trivers

    Der US-amerikanische Soziobiologe und Evolutionsbiologe und Crafoord-Preisträger Dr. Trivers gilt weltweit mit seinen Arbeiten zum reziproken Altruismus, zur sexuellen Selektion und zu Geschlechterunterschieden sowie zu Täuschung und Selbsttäuschung als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Sozio- und Evolutionsbiologen unserer Zeit. Seine für viele Evolutionspsychologen fundamentale Arbeit "Parental investment and sexual selection" (1972) war wegweisend für die moderne Evolutionäre Psychologie, auch und gerade in ihrer Relevanz und Anwendbarkeit im humanwissenschaftlichen Kontext, und wurde bereits mehr als 10.000-mal zitiert. Steven Pinker, selbst einer der bedeutendsten Evolutionspsychologen, hält Trivers für "one of the great thinkers in the history of Western thought".

    Das Digital-Learning-Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des „Qualitätspakt Lehre“ mit finanziert.

    Kontakt und Informationen:

    Lehrstuhl für Medienpsychologie
    Prof. Dr. Frank Schwab, T: (0931) 31-82395
    Dr. Benjamin P. Lange, T: (0931) 31-86689

    http://www.mp.uni-wuerzburg.de/startseite/


    Annette Popp

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