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    einBLICK - Online-Magazin der Universität Würzburg

    Mit Bakterien zum Sieg

    29.11.2016 | VERANSTALTUNGEN
    Michaela Thiel überreicht Charlotte Wermser den Wanderpokal.

    Michaela Thiel überreicht Charlotte Wermser den Wanderpokal.

    Beim ausverkauften Science Slam des Alumnivereins der Universität Würzburg brachte jeder der Vortragenden eine persönliche Note ein: in Form von Gesang, einem mitgebrachten Kuscheltier oder dem Vergleich von Studierenden mit Bakterien. Über den Sieg entschied allein der Applaus.

    Im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Würzburg knallte es laut, als beim Science Slam zwei große Luftballons zerplatzten und eine Wolke rosa Glitzerstaubes auf die Erde rieselte.

    Dieses Spektakel erfüllte die Erwartungen des Publikums – „Wissenschaft unterhaltsam und anschaulich in sieben Minuten vermittelt" zu bekommen, hieß es in der Ankündigung des Alumnivereins, der den Slam zum zweiten Mal organisierte.

    Doktorandin setzt sich gegen Professoren durch

    Die Siegerin Charlotte Wermser hatte die Studenten im Publikum schnell auf ihrer Seite. Die Doktorandin des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie verglich unterhaltsam und anschaulich einen Bakterienfilm mit einer Studenten-WG. Der Film habe für die Bakterien den gleichen Nutzen wie die WG für den Studierenden: man sei nicht so allein.

    Sie selbst stellte sich in ihrem Vortrag als den nervigen Nachbarn dar, der die Studenten anschwärze, wenn sie zu laut feierten. „Ich stehe somit in der Riege der Bösen mit Darth Vader, Sauron und anderen Bösewichten aus Kinofilmen“, erklärte sie schmunzelnd. Damit erntete sie einen Applaus mit der Lautstärke von 106 Dezibel; gleichbedeutend mit dem Sieg im Science Slam.

    Slammer mit unterschiedlichsten Fachgebieten

    Professor Steffen Hillebrecht von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) war kurzfristig verhindert. Deshalb trat der Sieger des Vorjahres,  Professor Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie, außer Konkurrenz an. Er gab Einblicke in das Sexualverhalten der Bandwürmer. Mit dem Kuscheltier-Exemplar „Klausi“ in der Hand, hatte er durch gekonnte Wortwitze die Lacher schnell auf seiner Seite.


    Als erster "richtiger" Slammer trat Professor Robert Luxenhofer vom Lehrstuhl für Chemische Technologie der Materialsynthese auf. Er setzte auf Effekte, während er über die Problematik bei der Lösung von Polymeren für die Krebsforschung berichtete: Er ließ eine kleine Drohne durch den Hörsaal fliegen. Zum Abschluss zerplatzen zwei mit Glitzer gefüllte Luftballons, die ein Volumen von 400 Litern veranschaulichen sollten. „Also knallt es doch am Ende, wie man der Chemie nachsagt“, kommentierte Moderator Johannes Keppner diesen Effekt.

    Einen publikumswirksamen Titel wählte Professor Volker Herrmann von der FHWS: „Kann man Gummis wiederverwenden“ fragte der Experte der Kunststoff- und Elastomertechnik und sorgte in der Folge für viele eindeutig zweideutige Spitzen.

    Von Idealismus und Moral

    Ihm folgte Julien Bobineau, Mitarbeiter der Romanistik. Mit viel "schwarzem Humor" spielte er mit den existierenden Stereotypen gegenüber dem afrikanischen Kontinent und seinen Bewohnern. Doktor Manuela Scheuermann vom Institut für Politikwissenschaften und Soziologie trat im Wonder-Woman-T-Shirt auf. Mit Gesangseinlagen aus Tim Bendzkos „Nur noch kurz die Welt retten“ untermalte sie die Aussage, dass „Frauen die Welt besser machen“.
    Zum Abschluss schaffte es Professor Eric Hilgendorf, Lehrstuhlinhaber an der Juristischen Fakultät, eine Brücke zwischen vermeintlich angestaubter Rechtslehre, einem moralischen Dilemma und dem Faktor Unterhaltung zu bauen.

    Die Auszeichnung, einen Wanderpokal, überreichte Michaela Thiel, Leiterin des Alumni-Büros. Sie eröffnete und beschloss den Abend. Die Veranstaltung, die das Alumni-Büro in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und der Stadt Würzburg organisierte, lockte mehr als 750 Zuschauer in den Hörsaal. Durch den Abend führte Moderator Johannes Keppner, der selbst Alumnus der Julius-Maximilians-Universität ist. Er versprach einen „extravaganten, amüsanten und kurzweiligen Abend“— und hielt Wort.

    Erlös für Deutschlandstipendium

    Der Erlös des Abends erbrachte ein komplettes Deutschlandstipendium. Mit solchen Stipendien fördert die Universität Studierende, die sehr gute Leistungen vorweisen können, und sich zudem gesellschaftlich engagieren. Die Geförderten erhalten ein Jahr lang 300 Euro pro Monat zur freien Verfügung.

    Auch für das kommende Jahr plant das Alumni-Büro einen Science Slam. Interessierte können sich bereits jetzt als Slammer melden: alumni@uni-wuerzburg.de

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