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    Neues vom Erreger der Schlafkrankheit

    27.06.2017 | FORSCHUNG
    So sehen die Erreger der Schlafkrankheit aus: Trypanosomen sind wurmartige Einzeller. (Bild: Tim Krüger und Markus Engstler)

    So sehen die Erreger der Schlafkrankheit aus: Trypanosomen sind wurmartige Einzeller. (Bild: Tim Krüger und Markus Engstler)

    Ein Forschungsteam der Universität Würzburg hat in den Erregern der Afrikanischen Schlafkrankheit ein interessantes Enzym entdeckt: Es dürfte ein gutes Ziel für Medikamente abgeben.

    Die lebensbedrohliche Afrikanische Schlafkrankheit wird von einzelligen Parasiten ausgelöst, den Trypanosomen. Ein Team am Biozentrum der Universität Würzburg erforscht die Erreger und meldet jetzt spannende Neuigkeiten: Die Trypanosomen besitzen ein bislang unbekanntes Enzym, das es beim Menschen und anderen Wirbeltieren nicht gibt. Es ist darum ein gutes Ziel für Medikamente.

    Dr. Susanne Kramer und ihre Arbeitsgruppe haben die neuen Erkenntnisse im Fachmagazin PLOS Pathogens veröffentlicht. „Es handelt sich um das Enzym TbALPH1“, sagt die Forscherin. „Es setzt den Abbau der Boten-RNA in Gang und ist völlig anders als die Enzyme, die diesen Prozess bei höheren Organismen einleiten.“

    Die Würzburger Forscherin rechnet das Trypanosomen-Enzym zur Klasse der ApaH-artigen Phosphatasen, die von Bakterien abstammen. Diese Enzymklasse gibt es zwar nicht bei Wirbeltieren, wohl aber in anderen Tiergruppen. „Welche Funktion die Enzyme dort ausüben, weiß man bisher nicht. Darum wollen wir als nächstes untersuchen, ob ApaH-artige Phosphatasen aus anderen Organismen ebenfalls am Abbau der Boten-RNA beteiligt sind“, so Kramer.

    Fakten über die Schlafkrankheit

    Trypanosomen sind in Afrika südlich der Sahara verbreitet. Die Tse-Tse-Fliege überträgt die wurmartigen Parasiten mit ihrem Stich auf den Menschen. Pro Jahr kommt es zu 30.000 Neuinfektionen. Die Betroffenen bekommen zuerst Kopf- und Gliederschmerzen, dann stellen sich Verwirrung, Krämpfe und andere Symptome ein. Schließlich fallen die Erkrankten in einen Dämmerzustand und sterben.

    Impfstoffe gegen die Erreger gibt es nicht; die verfügbaren Medikamente haben teils extreme Nebenwirkungen. Bessere Mittel gegen die Krankheit sind also dringend nötig. Trypanosomen befallen nicht nur Menschen. Sie raffen auch Rinder, Ziegen und andere Nutztiere dahin und richten auf diese Weise zusätzlichen Schaden an: In manchen Gegenden Afrikas ist wegen der Trypanosomen kaum Viehhaltung möglich.

    The ApaH-like phosphatase TbALPH1 is the major mRNA decapping enzyme of trypanosomes, PLOS Pathogens, 19. Juni 2017, https://doi.org/10.1371/journal.ppat.1006456

    Kontakt

    Dr. Susanne Kramer, Lehrstuhl für Zoologie I – Zell- und Entwicklungsbiologie, Biozentrum, Universität Würzburg, T + 49 (0)931-86785, susanne.kramer@uni-wuerzburg.de

    Website von Susanne Kramer

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