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    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Verstärkung für die interventionelle Radiologie

    20.10.2015

    Im Februar dieses Jahres wurde Ralph Kickuth zum Professor für Interventionelle Radiologie am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Uniklinik Würzburg berufen. Die neu geschaffene Professur wertet das zunehmend wichtige minimal-invasive Spezialgebiet weiter auf.

    Ralph Kickuth leitet – jetzt als Professor – den Bereich der Interventionellen Radiologie des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg. Im Bild präsentiert er einen Mikro-Katheter, der ein minima

    Ralph Kickuth leitet – jetzt als Professor – den Bereich der Interventionellen Radiologie des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg. Im Bild präsentiert er einen Mikro-Katheter, der ein minimal-invasives Arbeiten selbst in kleinsten Blutgefäßen erlaubt. (Foto: Uniklinikum Würzburg)

    „Die interventionelle Radiologie ist eine vergleichsweise junge Fachdisziplin, die bei vielen Krankheitsbildern besonders schonende Eingriffe ermöglicht. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, das nicht zuletzt in der Notfallmedizin für die Patienten so segensreiche Spezialgebiet mit der Ausschreibung einer W2-Professur noch weiter aufzuwerten und zu unterstützen“, schildert Professor Christoph Reiners, der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Besetzt wurde die Position Ende Februar dieses Jahres mit Professor Ralph Kickuth. Der 47-Jährige war zuvor bereits sieben Jahre als Oberarzt am UKW tätig und prägte in dieser Zeit den Bereich der Interventionellen Radiologie (I.R.) entscheidend mit.

    Blutgefäße wieder öffnen, Blutungen stillen, Tumore bekämpfen

    „Die interventionelle Radiologie nutzt die radiologische Bildgebung für therapeutische Eingriffe“, erläutert Kickuth und fährt fort: „Neben weiteren Einsatzmöglichkeiten gibt es im Wesentlichen drei große Aufgabengebiete: die Gefäßeröffnung, den Gefäßverschluss sowie die Behandlung von Tumoren im Leber- und Gallengangsystem.“ Mit rund 700 jährlich am UKW behandelten Patienten ist die kathetertechnische Öffnung von chronischen und akuten arteriellen Verschlusskrankheiten der mit Abstand häufigste Eingriff. Hierbei kommen Ballonerweiterungen und Gefäßstützen – sogenannte Stents – zum Einsatz.

    Von den gefäßverschließenden I.R.-Techniken profitieren jährlich rund 200 UKW-Patienten mit zum Teil schwersten Blutungskomplikationen. „Während Blutungen im Darm-, Leber-, Nieren- oder Milzgewebe früher oft nur mit radikalen Operationen und unter einem gewissen Komplikationsrisiko in den Griff zu bekommen waren, haben wir mit der Mikrokatheter-Technik heute die Möglichkeit, selbst feinste blutende Gefäße zu schließen, ohne das darum herum liegende Organgewebe zu schädigen“, beschreibt Kickuth.

    Spezialwissen aus der Schweiz importiert

    Das dafür nötige Know-how erlernte er vor seinem Wechsel nach Würzburg hauptsächlich am Inselspital der Universität Bern (Schweiz), wo er von 2004 bis 2008 arbeitete. Eine weitere Spezialität des gebürtig aus Herne stammenden Mediziners ist die Fensterung von Aortendissektionen. Bei diesem unmittelbar lebensbedrohlichen Befund spalten sich die Wandschichten der Hauptschlagader (Aorta), und es kommt nachfolgend zu einer Einblutung zwischen die Schichten mit höchster Rissgefahr.

    Bundesweite Ausbildungskurse in Planung

    Sein Wissen um die Möglichkeiten und Verfahren der I.R. gibt Professor Kickuth gerne weiter – sowohl bei der Weiterbildung der Assistenzärzte, als auch in der Vorlesung und den Seminaren am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des UKW. „Für die nahe Zukunft plane ich ferner, Ausbildungskurse für Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland zu entwickeln. Dabei wird es hauptsächlich um das richtige Katheter-Handling gehen, da es hier vielfach noch große Unsicherheiten gibt“, kündigt Kickuth an.

    Sehr gute Rahmenbedingungen am UKW

    Aus seiner Sicht ist das UKW im bundesweiten Vergleich in der I.R. sehr gut aufgestellt – und das in mehrfacher Hinsicht. Kickuth: „Das beginnt bei der technischen Ausstattung. So stehen uns hier zum Beispiel zwei Angiografiegeräte der höchsten Kategorie zur Verfügung. Außerdem erlaubte uns die organisatorische Struktur des Uniklinikums eine 24-Stunden-Verfügbarkeit aufzubauen – eine absolute Seltenheit in der Interventionellen Radiologie, die auch in der Fachwelt auf große Beachtung stieß.“

    Die Schaffung einer W2-Professur für Interventionelle Radiologie ist eine Besonderheit; nur eine Handvoll weiterer Krankenhäuser in Deutschland kann auf eine solche personell hoch aufgehängte Struktur verweisen. „Die W2-Professur komplettiert das Spektrum der Radiologie am Universitätsklinikum“, betont Profesor Thorsten Bley, Direktor der Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Durch die hochmoderne Ausstattung des Instituts sind ideale Rahmenbedingungen für Interventionen und auch für die peri-interventionelle Diagnostik gegeben. Das erhöht den Patientenservice und die Patientensicherheit“.

    Stark interdisziplinär ausgerichtet

    Trotz dieser Aufwertung seines Faches sieht Professor Kickuth die I.R. in erster Linie als interdisziplinär arbeitenden Partner – innerhalb des UKW genauso, wie für die umgebenden Kliniken und weiteren Zuweiser aus einem Umkreis von rund 70 Kilometern um Würzburg. Die Liste von Berührungspunkten mit Kollegen aus anderen Fachrichtungen ist lang: Von Gefäß-, Viszeral- und Transplantationschirurgen über Hepatologen, Gastroenterologen, Nephrologen und Urologen bis hin zu Gynäkologen, Pulmologen, Kardiologen, Anästhesisten und Pädiatern. „Mit dem Ziel einer bestmöglichen Behandlungsqualität für unsere Patienten arbeiten wir am Uniklinikum Würzburg mit all diesen Experten aufs Engste zusammen“, betont Kickuth.

    Steigerung der Patientenzahlen geplant

    Sein Plan ist es, die Zahl der aktuell jährlich mit I.R.-Methoden am UKW behandelten Patienten in den kommenden Jahren von rund 1.800 sukzessive auf 2.500 zu steigern. „Dies jedoch immer unter der Prämisse einer gleichbleibend hohen Behandlungsqualität und über eine auf exzellenten Leistungen aufbauende Reputation“, unterstreicht der Radiologe.

    (Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums)

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