Intern
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Vom Hörsaal in den sozialen Brennpunkt

    28.06.2016

    Sich sozial für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Kitzingen engagieren: Dieses Ziel verfolgen Studierende der Sonderpädagogik im Projekt „Spielraum e.V.“. Dabei sammeln sie nicht nur Praxiserfahrung, sondern auch ECTS-Punkte – denn die Arbeit im Verein ist mit dem Studium verknüpft.

    Die Studentinnen Luisa Helmerich und Lisa-Maria Barthelmes bei einem Skateboard-Parcours, den sie für die Kinder- und Jugendarbeit nutzen. (Foto: Sven Gitschner)

    Die Studentinnen Luisa Helmerich und Lisa-Maria Barthelmes bei einem Skateboard-Parcours, den sie für die Kinder- und Jugendarbeit nutzen. (Foto: Sven Gitschner)

    Hohe Bevölkerungsdichte, hohe Arbeitslosenquote, viele Familien mit Migrationshintergrund: Das kennzeichnet einen Stadtteil von Kitzingen, in dem sich der „Spielraum e.V.“ engagiert. Der studentisch geprägte Verein kooperiert dabei mit der Stadt Kitzingen und mit dem Lehrstuhl für Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg. Professor Roland Stein, seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Nina Reinsch und die Studierenden wollen damit der zunehmenden äußeren und inneren Armut von Kindern und Jugendlichen in diesem Stadtteil entgegenwirken.

    Trotz Ghettoisierung, Sub- und Parallelkulturbildung, Kriminalität und verminderten Bildungschancen: „Wir sehen für die jungen Menschen in Familie, Schule, Freizeit und auf anderen sozialen Feldern ein hohes Potenzial an Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten, die aber wegen Geldmangels und fehlender Angebote oft ungenutzt bleiben“, sagt Nina Reinsch.

    Freizeit- oder Nachhilfegruppen sollen das ändern. In solche Gruppen gehen die meisten Kinder im Projekt über mehrere Jahre hinweg. Die Gruppen werden dadurch zu festen Bezugspunkten in ihrem Leben und die Studierenden zu Ansprechpersonen bei Problemen und Sorgen. Mit solch neuen Erfahrungsräumen und mit Beziehungsarbeit wollen die Studierenden etwas gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation tun.

    Was die Studierenden im Projekt lernen

    „Gleichzeitig sammeln die Studierenden wertvolle Praxiserfahrungen fürs Berufsleben und lernen, eigenverantwortlich Gruppenstunden zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Außerdem können sie ihre Selbst- und Sozialkompetenzen praktisch erproben“, erklärt Reinsch. Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis könnten sie pädagogische Theorien und das eigene Handeln kritisch hinterfragen: „Genau darum ist die ehrenamtliche Arbeit im Verein über ein Modul an unseren Lehrstuhl angebunden.“

    Die Dozentin betont, dass das Fach Sonderpädagogik für diese Arbeit durchaus relevant sei, weil es hier um Fragen von Beeinträchtigung und Benachteiligung geht: „Ein niedriger sozio-ökonomischer Status kann, gekoppelt mit migrationsbedingten oder anderen sozialen Schwierigkeiten, bei Kindern auf verschiedenen Ebenen zu Schwierigkeiten in der Entwicklung führen.“ Identitätskonflikte, Stigmatisierungen oder Ausgrenzung zum Beispiel könnten Störungen des Verhaltens und Erlebens sowie starke psychosoziale Belastungen auslösen.

    Wie zwei Studentinnen das Projekt beurteilen

    Laut Reinsch stufen die Studierenden ihre Mitwirkung bei Spielraum durchweg als sehr positiv ein. „Mir gefällt vor allem die Abwechslung. Anfangs helfen wir den Kindern bei den Hausaufgaben, und danach geht es hauptsächlich um Spiel und Spaß. Was will man mehr als glückliche Gesichter“, sagt Laura Holtmeier, die Sonderpädagogik und Pädagogik studiert.

    Ihre Kommilitonin Johanna Federl betont die gelungene Verknüpfung von Theorie und Praxis: „Der Spielraum e.V. bietet eine optimale Gelegenheit, zum theoretisch erlernten Wissen praktische Erfahrungen zu sammeln und sich in seiner pädagogischen Kompetenz zu testen.“

    Neue Studierende, die bei Spielraum e.V. mitwirken möchten, sind dem Verein willkommen.

    Kontakt

    Nina Reinsch, Lehrstuhl für Sonderpädagogik V (Pädagogik bei Verhaltensstörungen), nina.reinsch@uni-wuerzburg.de

    Spielraum e.V., spielraumev@web.de

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