Uni-Intern
Die Online-Nachrichten der Universität Würzburg

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usgabe 35 vom 23. September 2008



Mit Qualität zum Erfolg

Seit dem 1. September ist Professor Christoph-Thomas Germer neuer Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik I des Universitätsklinikums Würzburg. Höchste Qualität in der Patientenversorgung steht für den Mediziner an oberster Stelle. Dazu plant er, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Spezialistenteams für die unterschiedlichen Krankheitsbilder seines Fachgebiets zu bilden, die eine optimale Behandlung garantieren. Ein erster Schritt dabei ist die Gründung eines Darmzentrums, dessen Arbeit zurzeit von externen Experten begutachtet wird.

Christoph-Thomas GermerGut- und bösartige Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes inklusive Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Dünn- und Dickdarm; entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Divertikulitis; Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen und der Nebennieren: Es ist ein weitgespanntes Gebiet, für das der Chirurg Christoph-Thomas Germer zuständig ist. Die Erfahrung dafür bringt er mit:

Christoph-Thomas Germer ist neuer Direktor der Chirurgischen Klinik I des Würzburger Universitätsklinikums.   (Foto Gunnar Bartsch)

Germer (47) ist gebürtiger Berliner und hat seine wissenschaftliche und chirurgische Ausbildung an der Berliner Charité erhalten. Insgesamt 17 Jahre war er dort tätig, zuletzt in leitender Funktion im Rahmen einer Professur für Allgemein- und Viszeralchirurgie – also der Chirurgie der Baucheingeweide. Von 2004 bis zu seiner Berufung nach Würzburg hat Germer in Nürnberg eine der größten chirurgischen Kliniken des Freistaates Bayern als Chefarzt geleitet. „In der Bauchchirurgie muss man einerseits viel von den komplexen Funktionsabläufen des Körpers verstehen, andererseits spielt aber auch das Handwerkliche eine wichtige Rolle“, erklärt Germer seine Leidenschaft für die Viszeralchirurgie. Zudem sei er als Operateur unmittelbar mit den Erfolgen – oder Misserfolgen – seiner Arbeit konfrontiert.

Operationen ohne Narben

Erfolg und Qualität: Beide Begriffe spielen bei Germers Entscheidung für den Wechsel an die Würzburger Universitätsklinik und damit auch auf den Lehrstuhl für Chirurgie eine große Rolle. „An einer Universität sind Forschung und Lehre wichtige Bestandteile meiner Arbeit“, sagt er. So sei es ihm möglich, junge Mitarbeiter zu fördern, neue Methoden zu entwickeln und das eigene Fach voranzubringen. Fortschritt in der Chirurgie: Dafür steht beispielsweise die minimal-invasive Operationstechnik, die für die Patienten sehr viel schonender ist als ein traditioneller Eingriff und die den Heilungsprozess somit deutlich beschleunigt. Germer ist Spezialist für moderne, minimal-invasive, organ- und gewebeschonende Operationsverfahren und will diese Technik vermehrt in seiner Klinik zum Einsatz bringen. Darüber hinaus hat er auch die neueste Entwicklung im Auge: das Konzept der narbenlosen Eingriffe. Dabei verzichtet der Chirurg komplett auf den Schnitt in die Bauchdecke und bahnt sich stattdessen entlang der natürlichen Körperöffnungen den Weg zum Operationsgebiet.

Spezialisten aus ganz Deutschland

Das Patientenwohl steht ebenfalls im Mittelpunkt eines weiteren Projekts, das Germer intensiv verfolgt: Spezialistenteams, die sich um eng umgrenzte Krankheitsgebiete kümmern wie beispielsweise entzündliche Darmerkrankungen, Tumoren oder Erkrankungen der Schilddrüse. Schon jetzt bietet die Chirurgische Poliklinik solche Spezialsprechstunden an. Dieses Angebot will Germer ausbauen und verstärken: „Gerade weil unser Fach so groß ist, ist es wichtig, Spezialistenteams zu bilden und einzusetzen“, sagt der Mediziner. Deshalb hat Germer aus ganz Deutschland zehn weitere erfahrene Chirurgen an seine Klinik geholt, darunter sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der kontinenzerhaltenden Dickdarmchirurgie, der Enddarmchirurgie sowie der Chirurgie von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, wie Germer erklärt.

Einsame Entscheidungen autoritärer Koryphäen wird es an der Chirurgischen Klinik I nicht geben: „In der modernen Medizin sind Interdisziplinarität und fachübergreifende Behandlungskonzepte gefragt, damit jedem Patienten individuell die bestmögliche Behandlung zukommen kann“, sagt Germer. So erfordere beispielsweise die Mehrzahl der Krebserkrankungen ein „Netzwerk von Behandlern“.  Deshalb existiert eine gemeinsame Tumorkonferenz aller beteiligten Fachgebiete, die jeden Patienten begutachtet und dann ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept erstellt .

Ein Zertifikat für optimale Behandlung

Dass die Qualität der Behandlung mit der Qualität der Strukturen korrespondiert: davon ist Germer überzeugt. Noch bevor er die Arbeit in Würzburg richtig aufgenommen hatte, hat er deshalb die Gründung eines Darmzentrums in die Wege geleitet. Schließlich, so der Mediziner, erkranken allein in Deutschland jährlich 60.000 Menschen an Darmkrebs. Die Deutsche Krebsgesellschaft untersucht deshalb momentan, ob die Chirurgische Klinik den Betroffenen eine optimale Versorgung nach neuesten Standards bietet. Ist dies der Fall, vergibt sie ein Zertifikat, das die hohe Qualität attestiert.

Krebs steht auch im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Germers. So erforscht er neue Therapiestrategien zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wobei das zunehmende Verständnis immunologischer Phänomene bei komplexen Tumorerkrankungen Türen für neue Therapiestrategien öffnen soll. Im Zentrum all dieser Bemühungen steht für den Mediziner aber immer der Mensch als Individuum. Christoph-Thomas Germer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

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Viel Geld für Materialforscher

Mit 650.000 Euro unterstützt der Freistaat Bayern in diesem Jahr das „Wilhelm-Conrad-Röntgen-Forschungszentrum“ der Uni Würzburg. Das Sonderprogramm „Bayern excellent“ fördert Forschungsvorhaben, die in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern mangels ausreichender Mittel nicht berücksichtigt worden waren.

Fast hätte es geklappt: Als die Universität Würzburg vor zwei Jahren am bundesweiten Exzellenz-Wettbewerb teilnahm, war die erste Hürde schnell genommen: Nach der ersten Runde erhielt sie die Aufforderung, ihr Konzept für das „Wilhelm-Conrad-Röntgen-Forschungszentrum für komplexe Materialsysteme“ detailliert auszuarbeiten.

Mit dem Geld vom Freistaat kann die Uni jetzt Lücken in der Ausstattung des Röntgenzentrums schließen. (Foto www.foto-fine-art.de/pixelio.de

In diesem Zentrum sollen neue Materialien mit speziell angepassten Eigenschaften entwickelt werden, die als Grundstoff für neuartige Bauelemente für die Informations-, Energie- und Medizintechnik dienen können. Dafür arbeiten Wissenschaftler aus den Fakultäten für Physik, Chemie und Biologie der Universität Würzburg zusammen.

Gute Bewertung in der Exzellenzinitiative

Weil die Bewilligung im Oktober letztes Jahr ausblieb, ist jetzt der Freistaat Bayern aktiv geworden: „Unsere Universitäten konnten bei der Exzellenz-Initiative ihre herausragende Stellung unterstreichen. Diese Initiative hat viel Energie und Elan freigesetzt. Das wollen wir nutzen und fördern daher im Programm ‚Bayern excellent’ herausragende Forschungsvorhaben, die trotz sehr guter Bewertung nicht zum Zuge kamen“, sagte Wissenschaftsminister Thomas Goppel.

In den kommenden Jahren soll nun das Forschungszentrum an der Universität Würzburg etabliert werden. „Mit dem Geld können wir Lücken in der Ausstattung des Röntgenzentrums schließen und die Erfolgsaussichten geplanter Forschungsvorhaben insgesamt steigern“, erklärte stellvertretend für alle Beteiligten der Physiker Alfred Forchel. Mit der passenden Ausstattung lässt sich nicht nur besser forschen. Je besser die Infrastruktur ist, desto größer sind auch die Chancen der Wissenschaftler aus dem Röntgenzentrum, Anträge auf Förderung in kooperativen Drittmittelprojekten zu stellen. Im Fokus stehen dabei alle Förderschienen der Deutschen Forschungsgemeinschaft wie Sonderforschungsbereiche, Graduiertenschulen und Forschergruppen.

EU bewilligt Millionenzuschuss

Auch die Frage nach einem Ort für das Forschungszentrum könnte sich bald klären: „Wir haben vor Kurzem aus dem Wissenschaftsministerium die Zusage über 1,2 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE erhalten“, sagt Forchel. Damit könne die Universität wie geplant ein „Nordbayerisches Anwenderzentrum für ultrahochauflösende Analytik“ bauen, das auch den Forschern des „Wilhelm-Conrad-Röntgen-Forschungszentrum für komplexe Materialsysteme“ Platz bieten soll.

650.000 Euro hat der bayerische Landtag in diesem Jahr für das Forschungszentrum bewilligt. Die gleiche Summe soll auch in den nächsten drei Jahren fließen; darüber muss allerdings erst noch der nächste Landtag entscheiden.

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Freundlich, nett und immer motivierend

Die Studierenden sind von ihren Vorlesungen begeistert. Sie verstehen es, ihre Zuhörer zu motivieren. Sie arbeiten mit neuesten Materialien und Methoden – und sie verlieren auch bei „blöden“ Fragen nie die Geduld: Der Biologe Dr. Robert Hock und der Mathematiker Dr. Jürgen Roth von der Universität Würzburg haben in diesem Jahr den Preis für besonders gute Lehre erhalten. Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat ihnen die Auszeichnung während eines Festaktes in München verliehen.

Robert Hock (l.) und Jürgen Roth (r.) bei der Preisverleihung durch Thomas Goppel am 18. September in München. Foto: Peter Hemza

„Die beste Betreuung, die ich bis jetzt erlebt habe“ – „Er ist stets um ein gutes Klima bemüht und immer sehr freundlich und nett zu allen Studenten“ – „Er versteht es durch seinen guten Vorlesungsstil, sein Wissen an die Studierenden weiterzugeben“: So lauten nur ein paar der zahlreiche Bemerkungen, die Studierende aus den Fakultäten für Biologie und für Mathematik und Informatik im Zuge der regelmäßigen Evaluierung ihrer Lehrveranstaltungen über Jürgen Roth und Robert Hock abgegeben haben. Kein Wunder, dass die jeweiligen Fachschaften die beiden deshalb als Anwärter für den Preis für besonders gute Lehre nominiert hatten.

Robert Hock ist Privatdozent und Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie. „Er setzt sich seit vielen Jahren sehr engagiert in der Lehre ein. Die Studenten sind von seinen Lehrveranstaltungen begeistert, da er die Begabung hat, sowohl zoologisch entwicklungsbiologische Vorgänge, modernste licht mikroskopische Verfahren als auch molekularbiologische Methoden sehr kompetent und anschaulich zu erklären“, heißt in der Laudatio der Fakultät. Selbst in Kursen mit bis zu 80 Teilnehmern könne er „komplexe biologische Vorgänge hervorragend vermitteln“. Da die Studierenden sehr großes Vertrauen zu ihm hätten, würden sie ihn auch um Rat fragen, wenn es um allgemeine studentische Probleme gehe.

Dr. Jürgen Roth ist seit 2001 als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik beschäftigt. Für seine Vorlesungen und Übungen geben ihm die Studierenden in ihrer Lehrevaluation regelmäßig in fast allen Kategorien die Note „sehr gut“. „Er ist bei allen seinen Lehrveranstaltungen sehr engagiert und versteht es glänzend, seine Zuhörerschaft zu motivieren und für sein Fachgebiet zu begeistern“, schreiben die Fachschaft und die beiden Studiendekane der Fakultät über Roth. Dank seines, über das übliche Maß hinausgehenden Engagements habe Roth überdies über mehrere Jahre hinweg dazu beigetragen, einen personellen Engpass am Lehrstuhl abzumildern. Außerdem stelle Roth zu allen seinen Veranstaltungen eine Fülle von Materialien im Internet bereit.

„Mit hoher Qualität in der Lehre sichern wir die Exzellenz des Wissenschaftsstandorts Bayern. Angesichts steigender Studierendenzahlen und des harten Wettbewerbs, in dem sich unsere Hochschulen befinden, wird Spitzenqualität in der Lehre immer wichtiger. Dabei wollen wir in gleicher Art und Weise überzeugen, wie uns das im Bereich der Forschung schon hervorragend gelungen ist.“ Mit diesen Worten würdigte Wissenschaftsminister Thomas Goppel die ausgezeichneten Dozenten. Bereits zum zehnten Mal zeichne die Staatsregierung deshalb mit den mit 5.000 Euro dotierten Preisen für gute Lehre Personen aus, die sich besonders nachhaltig für gute Lehre einsetzten, so der Minister.

Kontakt: PD Dr. Robert Hock, T: (0931) 888-4264, rhock@biozentrum.uni-wuerzbug.de

Dr. Jürgen Roth, T: (0931) 888-5598, jroth@mathematik.uni-wuerzburg.de

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Hochschulverband will Reform der Reform

Bernhard Kempen kritisiert Bologna-Prozess

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) drängt auf eine Reform der Bologna-Reformen. „Es ist verantwortungslos, die vielfältigen Probleme, die durch die Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge entstanden sind, zu verharmlosen und als ‚Kinderkrankheiten’ zu deklarieren“, erklärte der Präsident des DHV, Professor Bernhard Kempen Anfang September. Der Bologna-Prozess in Deutschland sei nur noch zu retten, wenn massiv gegengesteuert werde.

Mobilitätsbremse Bachelor

Probleme sieht Kempen vor allem für die Mobilität der Studierenden. Die neuen Studiengänge seien so spezialisiert, dass ein Ortswechsel während des Bachelor-Studiums nahezu unmöglich sei. Wenn jedes Bundesland die Vergabe der Leistungspunkte unterschiedlich handhabe, seien Leistungen kaum noch vergleichbar. Für Studierende werde es immer schwieriger, an einem Studienort erbrachte Leistungen an einer anderen Hochschule anerkennen zu lassen. „Damit wird das Ziel, einen europäischen Hochschulraum zu schaffen, konterkariert“, sagte Kempen. Abhilfe könnte nach Kempens Meinung ein Bundesprogramm zur Förderung von studentischer Mobilität schaffen. „Wenn in den Bachelor-Studiengängen wenigstens noch ein Rest an Mobilität erhalten bleiben soll, kann dies nur über bi- oder multilaterale Absprachen mehrerer Hochschulen erfolgen. Diese Vereinbarungen und die konkrete Harmonisierung unterschiedlicher Curricula könnten durch ein Bundesprogramm prämiert werden“, erklärte der DHV-Präsident.

Der Master als Regelabschluss

Weitere Forderungen des DHV sind: Der Master soll den Regelabschluss des universitären Studiums bilden. 70 bis 80 Prozent der Studierenden müssten die Möglichkeit haben, mit dem Master abschließen zu können. International anerkannte Markennamen wie der „Diplom-Ingenieur“ sollen erhalten bleiben. Dazu sei nur „ein Federstrich des Bundesgesetzgebers“ erforderlich. Und: Von der flächendeckenden Einführung gestufter Studienmodelle in Jura, Medizin und Theologie soll so lange abgesehen werden, bis die neuen Studiengänge den Nachweis erbracht hätten, den herkömmlichen Studiengängen überlegen zu sein.

Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der deutschen Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses mit über 23.000 Mitgliedern.

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Erfolgreich und stressfrei durchs Studium

Ein Studium kann stressig und belastend sein. Wer diese Zeit dennoch erfolgreich und möglichst angenehm bewältigen möchte, kann sich im kommenden Semester in zwei Seminaren der Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks Würzburg Hilfe holen. Zum Angebot stehen:

Besser lernenFrau am Bildschirm

Das Lernseminar – ein Seminar für alle Studierenden, die ihre Lerntechniken verbessern und ihren Prüfungsstress reduzieren wollen. Ab Montag, den 10. November, werden an sechs aufeinander folgenden Terminen jeweils von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr die Themen Zeitmanagement, Prüfungsangst, Motivation und vieles mehr besprochen.

Stress abbauen

Das Seminar zur Stressbewältigung – für alle Studierenden, die Überforderung vermeiden und Stress abbauen wollen. Ab Donnerstag, den 13. November, werden an sechs aufeinander folgenden Terminen jeweils von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr die Themen individuelle Stressanalyse, kurz- und langfristige Strategien zur Stressbewältigung und vieles mehr besprochen.

Stress im Studium muss nicht sein – das Studentenwerk kennt Abhilfe. (Foto Gunnar Bartsch)

Interessenten melden sich bei der Psychotherapeutischen Beratungsstelle des Studentenwerks an, T: (0931) 8005-101, Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Ein Unkostenbeitrag von 10 Euro ist bei der Anmeldung zu entrichten.

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Führungen und mehr in der Uni-Bibliothek

Sich in der Uni-Bibliothek (UB) zurechtzufinden und das umfassende Informationsangebot effizient zu nutzen, ist gar nicht so einfach. Damit alle Nutzer – vor allem die Studienanfänger – dennoch die Übersicht behalten und jeweils das für sie optimale Angebot finden, halten die Mitarbeiter der UB in diesem Semester wieder viele Einführungsveranstaltungen ab.

Das beginnt beim Rundgang mit Blick hinter die Kulissen, geht weiter mit den Einführungen in die Benutzung und den Katalog der UB sowie in Datenbankrecherchen – jeweils nach Fächern getrennt – und endet bei Schulungen über Literaturverwaltungsprogramme und die Nutzung elektronischer Medien noch lange nicht. Wer sich einen Überblick über das Kursangebot der UB verschafften möchte, kann das auf dieser Internet-Seite tun: www.bibliothek.uni-wuerzburg.de/service/einfuehrungen/

Alle Veranstaltungen finden in der Zentralbibliothek am Hubland statt; Treffpunkt ist die Informationstheke in der Eingangshalle. Gruppen von drei bis 18 Personen können Sondertermine vereinbaren, Einzelpersonen eine Kurzeinführung erhalten. Interessenten wenden sich an das Informationszentrum der UB, T (0931) 888-5906, information@bibliothek.uni-wuerzburg.de

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Chili, Teufelsdreck und Safran

Safran und Chili sind bekannte Gewürze – aber Teufelsdreck? Dieser Name lässt nicht gerade Assoziationen an Wohlgeschmack aufkommen. Dennoch: Teufelsdreck ist ein Harz, das aus einer Pflanze namens Asant (Ferula assa-foetida) gewonnen und dank seines intensiven knoblauchartigen Geruchs in kleinen Mengen als Gewürz verwendet wird. Die Heimat der Pflanze sind die subtropischen Gebiete in Vorderindien und Zentralasien.

BuchChili, Teufelsdreck und Safran: So heißt eine Ausstellung über die Kulturgeschichte der Gewürze, die vom Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg vorbereitet und im Jahr 2007 dort erstmals gezeigt wurde. Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Buch erschienen, in dem sich auch ein Beitrag von Professor Franz-Christian Czygan befindet: Der emeritierte Professor für Pharmazeutische Biologie von der Universität Würzburg schreibt über das Thema „Ätherische Öle und Duft als Objekte der Kunst- und Kulturgeschichte“.

„Es geht darum, wie Ätherische Öle und Parfüms bei Menschen besondere Empfindungen auslösen und wie diese Empfindungen in die Literatur eingegangen sind“, sagt Czygan. Der Autor beginnt seinen Streifzug durch die Geschichte mit einem Verweis auf das Gilgamesch-Epos, das im zwölften Jahrhundert vor Christus geschrieben wurde. Darin bedankt sich Utnapischti, der Urahn aller Menschen, bei den Göttern für seine Rettung vor der Sintflut, indem er Zedernholz und Myrrhe verbrennt – also Wohlgerüche erzeugt.

Das Harz der Myrrhenpflanze taucht in der altägyptischen Literatur ebenso auf wie in der Bibel, wo im Hohelied Salomos zudem Safran, Kalmus, Zimt und Weihrauch genannt sind. Czygan schlägt den Bogen weiter, über altindische Texte und das europäische Mittelalter nach England zur Zeit von Königin Elisabeth der Ersten und weiter zur Lyrik der Symbolisten in Frankreich. „Zu den Poeten, Malern und Musikern, die den Zauber der Düfte zum Gegenstand ihrer Werke machten, kamen in den vergangenen hundert Jahren die Psychologen dazu, die sich ebenfalls mit diesem Thema befassen“, so der Autor.

Kontakt: Prof. Dr. Franz-Christian Czygan, T (0931) 888-6167.

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Personalia

Dr.rer.nat. Martin Heisenberg, Universitätsprofessor für Genetik, Fakultät für Biologie, wird mit Ablauf des Monats September 2008 von seinen amtlichen Verpflichtungen an der Universität Würzburg entbunden.

Dr. med. Holger Höhn, Universitätsprofessor, Institut für Humangenetik, wird weiterhin vom 01.10.2008 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 31.03.2009, übergangsweise auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 3 für Humangenetik beschäftigt.

Privatdozent Dr. Dr. med. Boris W. Kramer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universitäts-Kinderklinik Würzburg von 1999 bis 2006, hat von der niederländischen Wissenschaftsorganisation (NWO) einen personengebundenen Forschungspreis über 200.000 Euro für seine Arbeiten über die fetale Lungenentwicklung und -funktion nach Chorioamnionitis erhalten. Kramer ist Oberarzt der Abteilung Neonatologie an der Universitätsklinik Maastricht, Niederlande, und hat dort ein in Europa einzigartiges Versuchstiermodell entwickelt. Er ist an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg habilitiert, wo er mit Professor Christian P. Speer, Direktor der Universitäts-Kinderklinik, gemeinsame Forschungsprojekte durchführt.

Dr.rer.pol. Christian Lukas, Juniorprofessor, Universität Konstanz, wird vom 01.10.2008 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 31.03.2009, übergangsweise auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 3 für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling und Interne Unternehmensrechnung beschäftigt.

Prof. Wolfgang Schneider, Lehrstuhl für Psychologie IV und derzeit Vizepräsident der Universität Würzburg, wurde von Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Jugend und Frauen, in den wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen des Ministeriums berufen.

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