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19.01.2016

Spacemaster starten bei Autonomous Driving Cup

Beim "Audi Autonomous Driving Cup" treten zehn studentische Teams mit Autos im Maßstab 1:8 gegeneinander an. Ein Team aus Würzburg ist auch dabei. Aufgabe der Masterstudenten ist es, mit der selbst programmierten Software verschiedene Fahrprüfungen zu meistern.

Fünf Studenten des Masterstudiengangs Master in Space Science and Technology nehmen am Audi Autonomous Driving Cup 2016 teil: Korbinian Hirschmüller, Silviu Cezar Suteu,  Felix Zeltner, Philipp Lenski und Adrian Exposito (von links, Adrian fehlt auf dem Bild). (Foto: Marco Bosch)

Fünf Studenten des Masterstudiengangs Master in Space Science and Technology nehmen am Audi Autonomous Driving Cup 2016 teil: Korbinian Hirschmüller, Silviu Cezar Suteu, Felix Zeltner, Philipp Lenski und Adrian Exposito (von links, Adrian fehlt auf dem Bild).

1:8 Modell eines Audi Q5.

Die Hardware wird von Audi gestellt. Die Studierenden programmieren ...

... Software. Das Framework kommt ebenfalls vom Automobilhersteller und entspricht dem "echter" Autos.

Digitale Anzeige verschiedener Leistungsdaten.

Gut zu erkennen: Kameras auf Höhe der Frontscheibe, Sensoren in der Front, Höhe Stoßstange. (Alle Fotos: Marco Bosch)

Autonome Fahrzeuge sind eines der Zukunftsthemen der Automobilbranche. Daher stecken die Hersteller viele Ressourcen in die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Konzepte. Die Ingolstädter VW-Marke Audi richtet 2016 nun zum zweiten Mal den "Autonomous Driving Cup" aus.

Für den Wettbewerb, bei dem Miniaturen aktueller Audis im Maßstab 1:8 so programmiert werden sollen, dass sie selbstständig fahren, wurden bundesweit zehn Teams ausgesucht. Eines sind die "Space Racer" der Uni Würzburg: Korbinian Hirschmüller, Felix Zeltner, Philipp Lenski, Silviu Cezar Suteu und Adrian Exposito. Der Name ist gut gewählt: Alle sind im dritten Semester des Masterstudiengangs Space Science and Technology, kurz: SpaceMaster, eingeschrieben.

 Software programmieren, die ein Auto autonom fahren lässt

"Es macht keinen großen Unterschied, ob ich ein autonomes Fahrzeug für den Mars entwickle oder für den Parcours im Wettbewerb. Der Computer muss Sensordaten aufnehmen, verarbeiten und interpretieren", erklärt Professor Andreas Nüchter. Der Informatiker ist Berater des Teams.

Alle Teams verfügen über die gleiche Hardware. Ein knapp 60 Zentimeter langes Modell eines Geländewagens, vollgestopft mit Ultraschallsensoren, 2D- und 3D-Kameras, der Antriebseinheit, dem Lithium-Polymer-Akku und dem Prozessorboard. Ein Aufgabenteil: Sie müssen die Software so programmieren, dass der Wagen eigenständig rückwärts einparkt, abbiegt, vor Hindernissen stoppt oder ihnen ausweicht, Kurven fährt und vieles mehr.

Im Vorausscheid  Ende Februar wird es dann komplexer: "Der Kern liegt darin, dass sich unser Fahrzeug vollkommen eigenständig gemäß der Straßenverkehrsordnung verhalten muss", sagt Korbinian. Dazu muss das Team den kleinen blauen Flitzer so programmieren, dass er Verkehrsschilder interpretieren kann, die als QR-Code angelegt sind, mit Gegenverkehr klarkommt und alle relevanten Entscheidungen autonom treffen kann. "Aber da liegt noch viel Arbeit vor uns", sagt Silviu. Etwa 20 Stunden in der Woche opfern die Studenten ihrem Projekt, das seit Mitte Oktober läuft.

Audi hofft auf gute Ideen und qualifizierte Mitarbeiter

Nachdem sich das Teilnehmerfeld im Februar auf acht reduziert, folgt im März das Finale im Forum des Herstellers in Ingolstadt. Hier erwartet die Studierenden eine wesentlich größere Teststrecke, als diejenige, die sie in der Robotikhalle am Hubland selbst gebaut haben. 70 Quadratmeter Teer-Dachpappe legten sie aus und markierten die Straße mit weißem Klebestreifen.

Ein Anreiz für die Teilnahme am Cup ist auch das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Für Felix Zeltner steht aber anderes im Vordergrund: "Die Arbeit an dem Projekt deckt Telematik, Sensorik und Control-Anwendungen ab und hat einen hohen Praxisbezug. Das fasst vieles zusammen, was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben." Zudem ist die hochtechnisierte Automobilbranche bei Spacemaster-Absolventen beliebt: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, im Bereich Automotive zu arbeiten", sagt Korbinian.

"Audi verspricht sich von der Ausrichtung des Cups natürlich gute Ideen, aber auch den Zugang zu qualifizierten Mitarbeitern für die verschiedenen Entwicklungsabteilungen im Volkswagenkonzern", sagt Nüchter. Daher stellt Audi auch die Software-Umgebung zur Verfügung, die von den "echten" Ingenieuren bereits genutzt wird. Nüchter ergänzt: "Ich denke, ein Ziel von Audi ist es auch, möglichst kreative und unterschiedliche Lösungen zu bekommen, um die kommenden Produkte zu verbessern."

Infos zum Spacemaster

Der Masterstudiengang "Space Science and Technology" ist eine Kollaboration der Julius-Maximilians-Universität mit der Lulea University of Technology (Schweden), der Technical University Prague (Tschechien), der Aalto University (Finnland), der Cranfield University (Großbritannien), der University of Toulouse III Paul Sabatier (Frankreich), der University of Tokyo (Japan) und der Utah State University (USA). Hier wird durch die Vielfalt der verschiedenen Universitäten eine gemeinsame Wissensplattform angeboten, die den Studierenden eine interdisziplinäre Ausbildung mit Laborarbeit und Computersimulation bis hin zu klassischer Physik und Mathematik mit Bezug zur Raumfahrt bietet.

Kontakt

Prof. Dr. Andreas Nüchter, Professur für Informatik (Telematik), Informatik VII
T.:  +49 931 31-88790, E-Mail: Opens window for sending emailandreas.nuechter@uni-wuerzburg.de

Von: Marco Bosch