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14.03.2017

Urbanes Gärtnern auf der Landesgartenschau

Für die Landesgartenschau 2018 hat der Campus-Garten der Universität Würzburg mit zwei Partnern ein Projekt auf die Beine gestellt. Das Motto: urbanes Gärtnern und urbane Wildnis.

Am Students‘ House entsteht der Campus-Garten. (Archivfoto von 2016: Wiebke Degler)

Am Students‘ House entsteht der Campus-Garten. (Archivfoto von 2016: Wiebke Degler)

Ein Insektenhotel im Vorgarten des Students‘ House auf dem Campus Nord. (Foto: Wiebke Degler)

Ein Insektenhotel im Vorgarten des Students‘ House auf dem Campus Nord. (Foto: Wiebke Degler)

Der Teich des Campus-Gartens bietet einheimischen Tieren ein Zuhause. (Foto: Wiebke Degler)

Der Teich des Campus-Gartens bietet einheimischen Tieren ein Zuhause. (Foto: Wiebke Degler)

Pascal Bunk und Wiebke Degler vom Campus-Garten-Team. (Foto: Lena Köster)

Pascal Bunk und Wiebke Degler vom Campus-Garten-Team. (Foto: Lena Köster)

Ob kleine Gärten auf Hochhäusern, Gemeinschaftsbeete im Schrebergarten oder bepflanzte Baumscheiben in der Fußgängerzone: Urban Gardening liegt voll im Trend. Gemeint ist damit nichts anderes als die Bepflanzung städtischer Flächen. Auch in Würzburg haben sich einige Gruppen gegründet, die diesen Trend verfolgen, zum Beispiel die Stadtgärtner e.V.

An der Universität Würzburg wurde ebenfalls ein Urban-Gardening-Projekt verwirklicht. Das Referat Ökologie der Studierendenvertretung hat am Students‘ House auf dem Campus Nord einen Garten angelegt. In selbstgebauten Hochbeeten kann hier Gemüse von allen Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität angebaut werden. Ein Steingarten dient als Hotspot der Biodiversität, während mehrere Teiche verschiedenen Tierarten ein Zuhause bieten.

Gemüseanbau und Nisthilfen

Für die Landesgartenschau 2018 hat sich das Referat Ökologie mit den Stadtgärtnern e.V. und der Volkshochschule Würzburg zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Urbanes Gärtnern und urbane Wildnis“ werden sie gemeinsam 2000 Quadratmeter auf dem Gartenschaugelände am Hubland bepflanzen.

Das Team des Campus-Gartens bereits konkrete Pläne: Neben bunten Blumenwiesen und einem Trockenrasen sollen ein Insektenhotel und ein Teich mit Minze, Brunnenkresse und anderen essbaren Pflanzen als Rückzugsort für einheimische Tiere dienen. In Hoch-, Hügel- und Kraterbeeten kann gemeinsam Gemüse gepflanzt und großgezogen werden. Der Nachbau einer Verkehrsinsel mit Gemüse statt Straßenbegleitgrün und vertikale Gärten an einem Geräteschuppen zeigen die ganze Raffinesse des Urban Gardenings.

Aber auch soziale Projekte sind Teil des Plans: internationales Gärtnern mit Geflüchteten organisieren, eine Hütte konstruieren und einen Lehmofen bauen. Die Besucher sollen dabei aktiv in die Gestaltung der Fläche miteinbezogen werden. Nach getaner Arbeit lädt eine Sitzgruppe zum Ausruhen ein.

Des Weiteren plant das Campus-Garten-Team Vorträge zum Thema „Urban Gardening“. Hier erfahren Interessierte mehr über verschiedene Richtungen des Trends. „Wir wollen zeigen, dass kreatives Gärtnern in der Stadt auf viele verschiedene Arten möglich ist“, so Pädagogik-Studentin Wiebke Degler, Mitorganisatorin des LGS-Projekts.

Nachhaltigkeit zählt

Beim Urban Gardening zählt vor allem eins: die Nachhaltigkeit. Sich selbst mit Nahrung versorgen, das städtische Klima verbessern und zur Vielfalt der Arten beitragen – das sind die Ziele des urbanen Gärtnerns. „Man kann schon mit ganz einfachen Dingen, die man zuhause hat, etwas für die Natur tun“, erklärt Pascal Bunk, Vorsitzender des Referats Ökologie der Studierendenvertretung. Für das Projekt möchte er deshalb hauptsächlich wiederverwendbare Materialien verwenden. Schotter, Ziegelsteine und Paletten, die beim Bau der Landesgartenschau als Müll anfallen, sollen beim Beetbau eingesetzt werden.

Wichtig für das Projekt: Es werden keine unnatürlichen Bedingungen geschaffen. „Wir haben im Campus-Garten schon viel Erfahrung gesammelt und wissen daher, was in unserem heimischen Boden gut wächst“, erzählt Wiebke Degler. Das gesamte Projekt ist deshalb auf das Klima und den Boden Frankens bezogen. „Wir möchten nutzen, was da ist“, sagt Pascal Bunk.

Helfer gesucht

Die Landesgartenschau 2018 startet am 12. April und endet am 7. Oktober. Damit zum Beginn der Veranstaltung bereits gemeinsam gegärtnert werden kann, werden die ersten Vorbereitungen schon im Herbst 2017 getroffen. Für das Projekt sucht das Campus-Garten-Team noch helfende Hände. Mitmachen darf jeder, egal ob jung oder alt. „Wir sind auch offen für neuen Input. Wenn jemand eine Idee umsetzen möchte, ist er bei uns herzlich willkommen“, so Bunk.

Für alle die bauen, pflanzen oder gießen helfen, wird der Eintritt zur Landesgartenschau frei sein. Da das gesamte Projekt selbst finanziert werden muss, freut sich das Team über jede Spende, egal ob Gartenhandschuhe oder überschüssige Steine vom Hausbau.

Kontakt: oekologie@uni-wuerzburg.de

Das Projekt