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    Ein ganz neuer Blick auf Estland

    09/12/2017

    Felix Dahle hat Osteuropa immer unterschätzt, bis er für ein Erasmus-Praktikum nach Estland ging. Dort wurde er eines besseren belehrt.

    Sie sind gute Freunde geworden: Felix Dahle (rechts) hat beim Praktikum in Estland viele neue Leute kennengelernt. (Foto: privat)
    Sie sind gute Freunde geworden: Felix Dahle (rechts) hat beim Praktikum in Estland viele neue Leute kennengelernt. (Foto: privat)

    Ein Erasmus-Studium in Schweden zu machen, war der eigentliche Plan von Felix. Gelandet ist er in Estland, wo er ein Praktikum absolviert hat. Zurückblickend ist er froh, dass es so gekommen ist. „Sonst hätte ich Osteuropa wohl nie bereist.“ Und das wäre sehr schade gewesen, wie er findet.

    An der Uni Würzburg studiert Felix seinen Bachelor in Geographie. „Davor habe ich ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen“, erzählt er. Sein Plan sei es, später beide Studiengänge zu kombinieren und einen Master in Geoinformatik draufzusetzen.

    Das habe sein Dozent mitbekommen und ihm den Tipp mit Estland gegeben. „In Tartu gibt es nämlich diesen Studiengang.“ Das Praktikum am dortigen Lehrstuhl für Geoinformatik habe ihn in seinem Vorhaben bestärkt.

    Mit der Drohne über eine Insel

    Coole Erfahrungen hat er während seiner Zeit als Praktikant gemacht: Mit anderen Erasmus-Teilnehmern ist er für eine Woche nach Russland gereist. „Der Trip war ein Highlight meines Auslandaufenthalts.“ Besonders Moskau habe ihn mit den vielen Kirchen und Sehenswürdigkeiten umgehauen.

    Aber auch das Praktikum war vielfältig und spannend. Mit seinem Team hat er beispielsweise eine Drohne über die Insel  Saaremaa fliegen lassen, um ein 3D-Modell eines Gebäudes zu erstellen. Das Fluggerät war rund eineinhalb Meter lang und mit Kameras ausgestattet. Damit haben die Wissenschaftler Fotos  von der Burg in Kuressaare, der einzigen Stadt auf der Insel, gemacht.

    „Ein Museum hat uns beauftragt, die dreidimensionale Darstellung für eine Ausstellung anzufertigen“, sagt Felix. Dazu wurden die Drohnenaufnahmen am Computer zu einem Modell verarbeitet, das den Besuchern per Touchscreen einen virtuellen Überblick über die Burg verschafft.

    Durch das Projekt hat auch er selbst einen ganz neuen Blickwinkel bekommen und Estland aus der Luftperspektive gesehen. Besonders beeindruckend fand der junge Mann die riesigen Moorlandschaften und die unberührten Wälder. Doch nicht nur die Landschaft faszinierte ihn.

    Überrascht von Land und Leuten

    „Anfangs dachte ich, dass Osteuropa unmodern ist“, so der 25-Jährige, der aus der Nähe von Nürnberg stammt und zum Studieren nach Würzburg gekommen ist. Umso erstaunter war er, dass es in Estland fast überall gratis WLAN gibt.

    Fast überhaupt nicht umgewöhnen musste er sich beim Essen und der Sprache: In Estland spricht nämlich der Großteil der Bevölkerung deutsch. Im Mittelalter war das heutige Tallin eine der wichtigsten Handelsstädte für deutsche Kaufleute. Außerdem hatte der deutschbaltische Adel lange Zeit Einfluss auf das Land. „Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Deutsch die Amtssprache in Estland“, erklärt Felix. Und das merkt man heute noch.

    Viele Esten lernen die deutsche Sprache in der Schule. Es sei überhaupt kein Problem, sich mit den Einheimischen zu unterhalten. Aber ein bisschen schade für seinen Aufenthalt, wie Felix findet. „Man will ja auch weg von daheim, um eine andere Sprache zu sprechen.“

    Das Praktikum hat viel gebracht

    Er habe es zwar auch mal mit der estnischen Sprache versucht – aber ohne Erfolg. „Die Grammatik mit ihren vielen verschiedenen Fälle hat mir das Leben schwer gemacht“, sagt er und lacht. Die Arbeitssprache während seines Praktikums sei zum Glück Englisch gewesen, so konnte er an seinen Sprachkenntnissen feilen. „Jetzt weiß ich, dass ich auch in einem englischsprachigen Team arbeiten kann. Das hat mich selbstbewusster gemacht.“

    Die Erfahrungen während seiner Zeit als Praktikant an der Universität von Tartu haben Felix in seinem Vorhaben bestärkt, einen Master in Geoinformatik zu machen. „Eventuell sogar in Estland“, wie er sagt.

    Zum Austauschprogramm Erasmus

    Erasmus ist das größte Austauschprogramm weltweit. Es bietet Studierenden die Möglichkeit, im Ausland zu studieren oder dort ein Praktikum zu machen. In dieser kleinen Serie in einBLICK schildern einige Erasmus-Teilnehmer ihre Erlebnisse.

    Das International Office der Uni Würzburg berät Studierende, die ins Ausland gehen möchten:

    Website des International Office

    By Judith Küfner

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