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    Uniklinik: Neues Verbundprojekt erforscht Morbus Alzheimer

    09/12/2017

    Wissenschaftler des Würzburger Universitätsklinikums erforschen in einem interdisziplinären Konsortium die Entstehungsmechanismen der Alzheimer-Krankheit. Im Mittelpunkt stehen dabei Veränderungen an der Blut-Hirn-Schranke.

    Logo des HiPSTAR-Konsortiums
    Logo des HiPSTAR-Konsortiums

    Morbus Alzheimer ist weltweit die am häufigsten verbreitete Demenzerkrankung mit einem Anteil von mindestens 60 Prozent aller Demenzen. Die Erkrankungsrate ist steigend. Experten gehen mit Blick auf die derzeitige Bevölkerungsentwicklung davon aus, dass sich die Anzahl der betroffenen Patienten bis zum Jahr 2050 mehr als verdreifachen wird. Geeignete Therapien mit dem Ziel einer Heilung sind derzeit nicht verfügbar. Lediglich die Symptome der Krankheit können behandelt und ihr Fortschreiten verzögert werden.

    Das zu ändern ist Ziel des Forschungsverbunds HiPSTAR, an dem Wissenschaftler der Würzburger Uniklinik beteiligt sind. Koordiniert werden die Forschungsarbeiten von Dr. Marco Metzger am Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin (TERM). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 1,7 Millionen Euro. Im Visier der Forscher stehen die genauen Entstehungsmechanismen von Morbus Alzheimer und die damit verbundenen Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke.

    Projektkoordination in Würzburg

    Das Akronym HiPSTAR steht für „Human iPS Cell-based Blood-Brain Barrier Technology in Alzheimer Research“ – zu Deutsch „Humane iPS-zellbasierte Blut-Hirn-Schranken-Technologie in der Alzheimerforschung“. Daran beteiligt sind akademische Partner sowie kleine und mittelständische Unternehmen. HiPSTAR ist Teil der Förderinitiative „Richtlinie zur Förderung innovativer Stammzelltechnologien für die individualisierte Medizin“.

    Verdacht: Veränderte Blut-Hirn-Schranke begünstigt Alzheimer-Entstehung

    „Für die Entwicklung neuer Medikamente müssen die genauen Ursachen für die Degeneration der Neurone im Gehirn detaillierter erforscht und verstanden werden“, erläutert Dr. Marco Metzger. Der HiPSTAR-Projektkoordinator fährt fort: „Außerdem gehen wir davon aus, dass eine veränderte Blut-Hirn-Schranke eine wesentliche Rolle in der Entstehung von Morbus Alzheimer spielt und die Prognose der Krankheit verschlechtert.“ Die Blut-Hirn-Schranke ist eine schützende Barriere zwischen dem Gehirn und dem Blutkreislauf.

    Ziel: Aufbau eines In-vitro-Modells der Blut-Hirn-Schranke

    Ziel des Anfang Februar dieses Jahres gestarteten Forschungsprojekts ist es, ein neues In-vitro-Modell der humanen Blut-Hirn-Schranke speziell für die Alzheimerforschung zu entwickeln. Abgeleitet werden soll es aus induziert pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). „Dieses Modell soll als Forschungswerkzeug dienen, um verbesserte Diagnoseverfahren zu entwickeln, geeignete Zielstrukturen für eine Behandlung zu identifizieren sowie zelluläre Mechanismen der Krankheit aufzudecken“, beschreibt Metzger.

    Die für das Modell notwendigen Zellen stammen dabei entweder direkt von Alzheimer-Patienten oder werden künstlich im Labor mittels molekulargenetischer Methoden generiert, sodass sie die bekannten Mutationen Alzheimer-relevanter Gene tragen. Durch Einsatz mikrofluidischer Systeme und die Simulation der krankheitsspezifischen Einflüsse auf die Zellen sollen die Kultureigenschaften im Labor an die des Patienten angepasst werden. Mit Hilfe ausgewählter Testsubstanzen und Medikamente validieren die Forscher die Modelle und vergleichen sie mit konventionellen Modellen. Weiterhin entwickeln sie ein computergesteuertes Modell, um zukünftig zelluläre Zielstrukturen zu identifizieren und die Wirkung sowie die Transporteigenschaften von Medikamenten an der Blut-Hirn-Schranke vorhersagen zu können.

    Partner von HiPSTAR

    Am Forschungskonsortium HiPSTAR sind außer Forschern am Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin des Uniklinikums Würzburgs folgende Forschungseinrichtungen beteiligt:

    • das Fraunhofer Institut für Molekulare Biologie und Angewandte Oekologie IME Hamburg,

    • das Universitätsklinikum Halle mit der Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik,

    • die TissUse GmbH Berlin,

    • die Pharmacelsus GmbH Saarbrücken,

    • die Insilico Biotechnology (ISB) Stuttgart,

    • das Austrian Institute of Technology (AIT) GmbH Wien

    By Pressemitteilung des Universitätsklinikums

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