Das Online-Magazin der Universität Würzburg Ausgabe 21. Mai 2013

Freitag ist Unitag

Gymnasiasten der 11. Klassen besuchen freitags Vorlesungen und Seminare an der Universität Würzburg: Das ist das Projekt „Unitag“. Vor Kurzem haben die Teilnehmer der Veranstaltungen im Sommersemester ihre Zertifikate erhalten.

Acht der 16 Teilnehmer am Unitag im Sommersemester 2012 zusammen mit Gert Weiß und einigen Dozenten. Die anderen acht waren wegen Abschlussfahrten verhindert. (Foto: Dr. Richard Greiner)

Acht der 16 Teilnehmer am Unitag im Sommersemester 2012 zusammen mit Gert Weiß und einigen Dozenten. Die anderen acht waren wegen Abschlussfahrten verhindert. (Foto: Dr. Richard Greiner)

Schulschwänzen mit Erlaubnis: 16 Schülerinnen und Schüler unterfränkischer Gymnasien haben an 14 Freitagen im Sommersemester 2012 die Schule geschwänzt – natürlich mit Erlaubnis des Direktorats. Stattdessen haben sie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Vorlesungen und Spezialkurse besucht. Bei der Semesterfeier bekamen sie nun in Anwesenheit des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Unterfranken, Gert Weiß, ihre Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme überreicht.

Der Unitag

Der Unitag ist ein vom Kultusministerium und dem Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Unterfranken in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg durchgeführtes Begabtenförderungsprojekt. Leistungsstarke Gymnasiasten der 11. Klasse erhalten dabei die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen in verschiedenen Universitätsfächern zu belegen. Ein typischer Unitag besteht aus drei Doppelstunden in verschiedenen Fächern, beispielsweise „Organische Chemie“, „Die Kirchen im Dritten Reich“ und „Allgemeines Verwaltungsrecht“.

Im Gegensatz zum Frühstudium – dem zweiten Standbein der Begabtenförderung an der Universität Würzburg – stehen beim Unitag nicht der Leistungserwerb und die Konzentration auf ein Fach im Vordergrund. Er setzt vielmehr auf ein breites Fächerspektrum und soll eine Orientierungsmöglichkeit für das spätere Studium bieten. Denn auch für Schülerinnen und Schüler, die überall hervorragende Noten haben, steht früher oder später die Entscheidung an: „Was soll ich studieren?“

Erfolgreiche Begabtenförderung

Die Universität ist mit ihren Aktivitäten zur Begabtenförderung an der Schnittstelle Schule/Uni äußerst zufrieden. „Die hochmotivierten Schülerinnen und Schüler bereichern die Lehrveranstaltungen und bringen sich nicht selten kreativer und stärker ein als normale Studierende“, erklärt Dr. Richard Greiner, der Koordinator der Angebote. Beispielsweise konnte eine Unitag-Teilnehmerin in Germanistik mit einem Referat über Erich Kästner ihren Dozenten begeistern, andere Teilnehmer schlüpften im LehrLernGarten der Biologie in die Rolle der Lehrkraft, die ein Angebot für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung vorbereitet.

Der Unitag wurde in diesem Sommersemester mit dreizehn Lehrveranstaltungen zum dritten Mal durchgeführt und wird in den folgenden Semestern fortgesetzt. Interessenten aus unterfränkischen Gymnasien erhalten Bewerbungsunterlagen bei ihrer Schulleitung. Die Teilnehmerauswahl liegt beim Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Unterfranken.

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Kontakt

Dr. Richard Greiner, T: (0931) 31-85029, E-Mail greiner@mathematik.uni-wuerzburg.de