Das Online-Magazin der Universität Würzburg Ausgabe 20. März 2012

Beim Vulkanprojekt: Schüler kontrollieren ihre Arbeitsergebnisse zum Aufbau der Erde. Foto: Walter Goschler
Beim Vulkanprojekt: Schüler kontrollieren ihre Arbeitsergebnisse zum Aufbau der Erde. Foto: Walter Goschler

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Inklusive Schulklasse erforschte Vulkane

Gemeinsam arbeiten, entdecken, ausprobieren und spielen: Das konnte die dritte Klasse der Würzburger Heuchelhof-Grundschule zum Thema Vulkane tun, in einem Projekt der Lernwerkstatt des Instituts für Sonderpädagogik. Das Besondere daran: Beteiligt waren sowohl Schüler mit als auch Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf.

Die Heuchelhof-Grundschule ist eine von 41 Vorreiterschulen in Bayern mit dem Profil „Inklusion“. Das heißt: Dort werden Schüler mit und Schüler ohne Behinderungen gemeinsam unterrichtet. Weitere Schulen in Bayern sollen dieses Modell nach und nach einführen. Auf diese Weise setzt der Freistaat eine UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen um.

An das Thema Inklusion werden die Studierenden der Sonderpädagogik an der Uni Würzburg unter anderem bei den Projekttagen der Lernwerkstatt praxisnah herangeführt. Die Inhalte des Vulkanprojekts hatten sie so individualisiert und differenziert, dass Kinder mit sehr unterschiedlichen Kompetenzen mitmachen konnten.

Was die Schüler über Vulkane lernten

Die Schüler erarbeiteten sich auf einer Reise ins Innere der Erde mit Modellen und Veranschaulichungen den Aufbau unseres Planeten. Mit Versuchen zur Plattentektonik vollzogen sie die Grundlage für Vulkanausbrüche nach und machten sich ein Bild vom pazifischen Feuerring, einer Ansammlung von über 300 aktiven Vulkanen.

Ein kleiner selbstproduzierter Vulkanausbruch regte die Schüler zum Nachbilden von Vulkanen an. Unterschiedliche vulkanische Gesteinsproben zum Fühlen und Benennen, ein gemeinsam gestaltetes Bild von einem Vulkanausbruch und eine multimediale Präsentation zum Untergang von Pompeji komplettierten die Stationen. Am Ende konnten die Schüler ein individuelles Forscherbuch aus Arbeitsblättern, Rätseln und Ergebnisdokumentationen mit nach Hause nehmen.

Das Konzept hinter dem Vulkanprojekt

Verantwortlicher Dozent für das Projekt war Walter Goschler, der Leiter der Lernwerkstatt, die aus Studienbeiträgen finanziert wird. „Die Projektidee baut einerseits auf dem Grundgedanken auf, dass auch Erwachsene, also die Studierenden, die Prozesse eines forschenden und entdeckenden Lernens durchlaufen müssen, um später ihren Schülerinnen und Schülern solche Angebote machen zu können. Andererseits können sich die Klassen in einem aktiv-entdeckenden Lernen mit den Projektangeboten auseinandersetzen.“ Durchgeführt wurde das Vulkanprojekt in Seminarräumen am Wittelsbacherplatz, weil das Raumangebot der Lernwerkstatt für solche Projekte nicht ausreicht.

Aussagen von Studentinnen

Anna Pfaller: „Die Vorbereitung des Projektes war für mich besonders im Hinblick auf die innere Differenzierung lehrreich. Das Ziel, ein Unterrichtsthema so aufzubereiten, dass alle Kinder einer Klasse erreicht werden und dass das individuelle Kompetenzniveau berücksichtigt wird, ist sonderpädagogischer Alltag. In diesem Seminar bekamen wir die Möglichkeit, ein solches Angebot für Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf zu planen und durchzuführen. Die Begeisterung für die Stationen war offensichtlich – eine schönere Rückmeldung für uns als Projektplaner kann ich mir kaum vorstellen!“

Katharina Wille: „Ich persönlich glaube, dass es für beide Seiten gewinnbringend war. An der Reaktion der Kinder hat man gemerkt, dass viel Interessantes und Spannendes geboten war und dass unsere Arbeit durchaus geschätzt wurde. Für mich wurde deutlich, wie viel Arbeit ein solches Projekt mit sich bringt, und auf wie viele Kleinigkeiten man achten muss. Von der Begrüßung über eine sinnvolle Raumaufteilung, die Stationen selber und wie man diese differenziert aufbaut, um allen Kindern gerecht zu werden.“

Reaktionen von Schülern

„Ich fand es sehr schön, dort zu arbeiten. Auch wenn ich schon ein Referat über Vulkane gehalten habe, habe ich noch was dazugelernt.“ (Eva)

„Am besten war der Versuch mit den Konvektionsströmen. Ich fand es sehr interessant, dass das kalte Wasser sich anders bewegt wie das warme Wasser.“ (Angelika)

„Der Ausbruch des Vesuv, das war echt Spitze“ (Simon)

„Das Kontinentenpuzzle hat mir gefallen, weil es nicht so einfach war. Ich habe einen Globus und kenne mich gut mit den Kontinenten aus. Aber irgendwie war es doch nicht leicht. Ich fand es trotzdem schön.“ (Magnus)

„Ich fand toll, dass wir einen Gemeinschaftsvulkan basteln durften“ (Laurin)

„Bei der Plattentektonik fand ich sehr toll, dass Ihr uns bewiesen habt, dass die Erdplatten sich bewegen.“ (Mina)

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