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    Ausgabe 06 vom 13. Februar 2007


    Ein Klassiker der deutschen Literatur: Jean Paul

    Neue Werkausgabe als DFG-Langfristvorhaben genehmigt

    Der umfangreiche Nachlass von Jean Paul enthält viele Schriften, die nie veröffentlicht wurden, etwa literarische Vorarbeiten und Materialsammlungen. Ihre editorische Erschließung bietet einen neuen Blick auf Jean Paul. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat nun die Historisch-kritische Edition der Werke des Dichters in die Liste der von ihr geförderten Langfristvorhaben aufgenommen.

    Jean Paul (1763 - 1825)Durchgeführt wird das Projekt von der Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition am Institut für deutsche Philologie unter der Leitung von Prof. Helmut Pfotenhauer. Vorgesehen ist ein Arbeitszeitraum von zwölf Jahren - positive Zwischenbegutachtungen vorausgesetzt. In dieser Zeit sollen vier der wichtigsten Werke des Autors nach modernen Editionsprinzipien neu herausgegeben werden: die Romane „Siebenkäs“, „Titan“ und „Komet“ sowie die kunsttheoretische Schrift „Vorschule der Ästhetik“.

    Jean Paul (1763 - 1825)

    Editionsphilologisches Vorbild der neuen Jean-Paul-Werkausgabe ist eine Modelledition des „Hesperus“. Darin wird die Entstehungsgeschichte des Romans anhand eines Vergleiches der vorliegenden drei Auflagen sowie durch den Nachweis der festgestellten Abweichungen dokumentiert. Für die Befunde des computergestützten Textvergleichs wurde am Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturwissenschaft I in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für EDV-Philologie am germanistischen Institut ein spezifisches Satzmodell entwickelt, das dem Leser die unterschiedlichen Informationen anschaulich darbietet.

    Jean Pauls Textuniversum lässt sich jedoch nicht allein im Medium des Buches darstellen. Deshalb steht das Forschungsvorhaben im Zentrum eines Konzepts, das zum Ziel hat, langfristig alle relevanten Dokumente der neuen Jean-Paul-Werkausgabe zu erschließen und der Öffentlichkeit in Bild und Text zur Verfügung zu stellen. Virtuelle Anlaufstelle der Jean-Paul-Forschung ist künftig das Internetportal www.jean-paul-portal.de. Dort sind dann die Materialien sowohl zur Buch-Edition als auch zu allen anderen Bereichen der Jean-Paul-Forschung zugänglich.

    Nähere Informationen: Dr. Birgit Sick, Arbeitsstelle Jean-Paul-Edition, T (0931) 888-5641/-40, E-Mail: birgit.sick@mail.uni-wuerzburg.de

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    Juristen gründen neues Forschungszentrum

    Grundlagenfächer stehen im Mittelpunkt

    Seit Herbst 2006 verfügt die Juristische Fakultät über eine neue Forschungseinrichtung: Das „Zentrum für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung“. Sein Ziel ist es, in fakultätsübergreifender Zusammenarbeit mit Einrichtungen im In- und Ausland gewichtige und aktuelle Themen aus dem Bereich der juristischen Grundlagenfächer zu diskutieren. Am Mittwoch, 14. Februar 2007, wird das Zentrum im Rahmen eines Festaktes offiziell die Arbeit aufnehmen.

    Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Römisches Recht, Methodik des Rechts und Rechtssoziologie heißen die Grundlagenfächer in Jura. Vertreten werden diese vier Fächer in Würzburg von vier Lehrstühlen. Deren Inhaber (Prof. Horst Dreier, Prof. Jan Harke, Prof. Eric Hilgendorf und Prof. Jürgen Weitzel) haben sich im vergangenen Herbst zur Gründung eines neuen Forschungszentrums entschieden. Ihr Ziel ist es, den Bestand der Grundlagenfächer im Kanon der juristischen Teildisziplinen zu sichern und etwas mehr Gewicht zu verleihen, und aktueller Forschung in diesem Bereich eine organisatorische und finanzielle Basis zu verschaffen.

    Interdisziplinarität heißt eines der Leitmotive des neuen Zentrums. So denken die Juristen beispielsweise an eine Zusammenarbeit mit Lehrstühlen aus der Medizin, der Theologie und der Philosophie. Denn viele Themen, mit denen sich Juristen beschäftigen, berühren auch Fragen aus diesen Fachbereichen – so zum Beispiel, wenn es um Euthanasie und Eugenik zwischen 1850 und dem Ende der NS-Zeit geht, wie auf der ersten Tagung des Zentrums, die in 2008 stattfinden soll.

    Internationalität heißt das zweite Stichwort: Dank zahlreicher bereits bestehender Kontakte ins Ausland will das Zentrum nicht nur mit Lehrstühlen in Deutschland kooperieren. Eingebunden werden sollen auch in einem ersten Schritt Universitäten in Belgien, Spanien, Argentinien und Korea. Weitere können folgen.

    Auch Studierende sollen im Zentrum für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung ihren Platz finden. Für sie wollen die Initiatoren beispielsweise spezielle Workshops anbieten, mit denen sie auf Prüfungen in den Grundlagenfächern vorbereiten. Eine Exkursion nach Bologna, an die „Wiege der Rechtswissenschaft“, in diesem Jahr will das Zentrum unterstützen. Geplant ist außerdem eine Fahrt nach Rothenburg, wo sich im Kriminalmuseum die Geschichte des Strafens anschaulich studieren lässt.

    Weitere Themen des Forschungszentrums sind unter anderem: Recht und Religion in Vergangenheit, Gegenwart und europäischer Zukunft; Fragen des Zusammenhangs von Philosophie, Recht und Literatur in der europäischen Geschichte; theologische, moralische, rechtliche Fragen im Rahmen der aktuellen Entwicklungen in Medizin und Biologie; vergleichende Geschichte der Rechts- und Verfassungsinstitutionen in Europa seit dem hohen Mittelalter, Rechtsgeschichte in der NS-Zeit, die Behandlung des Privatrechts in der Philosophie, die Methoden großer Juristen, die Strafrechtsgeschichte sowie kulturelle Grundlagen des Rechts.

    Um eine dauerhafte Finanzierung des Zentrums zu gewährleisten, haben die Initiatoren des Forschungszentrums parallel die „Gesellschaft zur Förderung des Zentrums für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung an der Universität Würzburg“ gegründet. Mit den Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen soll die Gesellschaft die Arbeit des Zentrums finanziell unterstützen. (Kontakt: „Gesellschaft zur Förderung des Zentrums für rechtswissenschaftliche Grundlagenforschung an der Universität Würzburg“ z. Hd. PD Dr. Ignacio Czeguhn, Institut für Rechtsgeschichte, Domerschulstraße 16, 97070 Würzburg.)

    Am Mittwoch, dem 14. Februar 2007, wird das Zentrum seinen Gründungsfestakt begehen. Festredner ist Prof. Dr. Hasso Hofmann, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsphilosophie an der Universität Würzburg und emeritierter Professor für Öffentliches Recht, Rechts- und Staatsphilosophie an der Humboldt-Universität Berlin. Sein Vortrag trägt den Titel „Aspekte sozialer Gerechtigkeit“.

    Die Veranstaltung findet statt im Hörsaal I der Alten Universität, Domerschulstraße 16. Beginn ist um 17.15 Uhr. Im Anschluss wird ein kleiner Empfang stattfinden. Gäste sind herzlich willkommen.

    Ansprechpartner: PD Dr. Ignacio Czeguhn, T: (0931) 312979, E-Mail: iczeguhn@jura.uni-wuerzburg.de

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    Mit Fingerspitzengefühl zur Unabhängigkeit

    Schwerbehinderte an der Uni - Teil I: Reinhold Helfrich

    „Ich denke, niemand bemüht sich so um vollwertige Leistung wie ein Mensch, der von Natur aus ein Handicap hat. Wir müssen besser sein als andere, um volle Anerkennung zu bekommen.“ Reinhold Helfrich weiß, wovon er spricht: er ist blind. Seit 25 Jahren arbeitet er als Telefonist an der Universität Würzburg.

    Die Schulausbildung des gebürtigen Oberpfälzers verlief für Außenstehende eigentlich ganz normal: Grundschule, Hauptschule, Qualifizierter Hauptschulabschluss. Selbst spürte er aber schon früh, dass sein Sehvermögen immer mehr abnahm.

    Reinhold Helfrich an seinem ArbeitsplatzDann kam ein erster Krankheitsschub im Alter von zwölf Jahren, etwa sieben Jahre später folgte eine zweite Verschlechterung seines Sehvermögens. Diagnostiziert wurde schließlich eine schwere Degeneration der Netzhaut. Sie zersetzt sich, löst sich auf. Betroffene erblinden in den meisten Fällen mit der Zeit völlig. Trotzdem schaffte Reinhold Helfrich eine Ausbildung zum Bürokaufmann - mit vielen Schwierigkeiten.

    Reinhold Helfrich an seinem Arbeitsplatz. (Foto Gabriele Geibig-Wagner)

    Jeder Gang durch die Stadt wurde zum Hindernislauf, Unsicherheiten standen auf der Tagesordnung. Mit 19 schließlich begann er eine Umschulung, lernte Blindenschrift und machte eine zweijährige Ausbildung zum Telefonisten und Phono/Stenotypisten. Doch sein Berufsweg führte ihn nicht als Protokollführer in einen Gerichtssaal, vielmehr erhielt er ein Angebot der Universität Würzburg. Die Stelle eines blinden Telefonisten wurde frei - und Helfrich entschloss sich, die Nachfolge anzutreten.

    Nun ist der 49-Jährige bereits seit 25 Jahren im Dienst. Ein modern ausgestatteter Arbeitsplatz im Technischen Betrieb auf dem Gelände Am Hubland bietet ihm die nötige Ausrüstung. Seine Ehefrau, die ihn täglich zum Dienst bringt und auch wieder abholt, ein Sohn und ein Haus im Würzburger Umland komplettieren sein Lebensumfeld: „Es ist ganz wichtig, dass man nicht alleine steht.“ Trotzdem weist er mit Nachdruck auf seinen Willen zur Unabhängigkeit hin, zur Selbstständigkeit. Hier engagiert er sich. Was ihm an speziellen Arbeitsmaterialien fehlte, stellte er mit viel Kreativität selbst her, speicherte über Jahre hinweg eine Unmenge von Namen und Zahlen nicht nur im Rechner, sondern auch im Gedächtnis, um - wie er sagt - schnell genug arbeiten zu können.

    Eine Vielzahl von Anrufern am Tag wollen von ihm weiter vermittelt werden oder benötigen eine Auskunft. Ist er als Telefonist in Aktion erspüren die Fingerspitzen in Windeseile die Informationen auf der Tastatur des Computers und auf der Blindenschriftzeile. Die Stimme aus dem Lautsprecher – viel zu schnell für den Ungeübten – liest ihm bei Bedarf ganze Textpassagen aus dem Internet oder Textdateien vor. Die Kunst, nur mit den Fingerkuppen die in Brailleschrift dargestellten Buchstaben zu entziffern, kann ein Zuschauer kaum nachvollziehen.

    Es sei wie bei einem Musikinstrument. Man müsse ständig üben, viel lesen, erläutert Helfrich. Deshalb ist er auch eifriger Nutzer von Blindenbibliotheken, lässt sich Bücher schicken, hat aber auch den „Stern“ abonniert. Dieses Exemplar liegt auf seinem Schreibtisch. Unscheinbar weiß, nur mit kleinen, hügeligen Zeichen bedeckt, die für Blinde - neben der gesprochenen Sprache - die wichtigste Informationsquelle darstellen.

    Als Blindenschrift oder auch Braille-Schrift bezeichnet man eine Schrift, die von Blinden mit Hilfe des Tastsinns der Finger gelesen werden kann. Ein Braille-Schriftzeichen setzt sich je nach Verwendung aus bis zu sechs oder - bei der Computerarbeit - acht Punkten zusammen. Der Platzbedarf der Punktschrift ist sehr hoch, außerdem muss ein kräftiges Papier verwendet werden. Die sogenannte Statische Blindenschrift wird durch Einstanzen der Punkte von der Rückseite des Papiers her erstellt. Die Dynamische Blindenschrift - etwa in Form eines Braille-Displays beziehungsweise einer Braillezeile - wird durch elektromechanisches Anheben und Versenken von Stiften erzeugt.

    Um in seinem Job immer auf dem Laufenden und fit zu bleiben, scheint es für Reinhold Helfrich selbstverständlich zu sein, sich stets weiter zu bilden und Neuerungen in seinem Tätigkeitsbereich mit zu tragen. Besonders wichtig ist es ihm, das hohe Niveau seiner Ausbildung über die Jahre der Berufstätigkeit zu erhalten, gerade auch, weil seine Arbeit für ihn einen sehr hohen Stellenwert einnimmt.

    Aber: Nicht allen Menschen mit Behinderungen gelingt es, sich ihren Platz im Leben so einzurichten, dass er ihren persönlichen Vorstellungen entspricht. Häufig scheitert der Weg in die „Normalität“ am fehlenden Arbeitsplatz. „Arbeitgeber sollten ihre Scheu vor Behinderten ablegen, Ihnen im Gespräch eine Chance geben“, appelliert Reinhold Helfrich. „Was ich mir wünsche? Weiterhin gute Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen, die mir immer gern geholfen haben und für mich eine große Stütze sind. An dieser Stelle möchte ich mich bei ihnen ganz herzlich bedanken!“

    Dr. Gabriele Geibig-Wagner

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    Mit dem Teelicht nach Grenoble

    Auf dem Symposium „Science on Stage“ präsentieren Lehrkräfte aus ganz Europa spannende Experimente, gute Ideen und neue Konzepte für den Unterricht in den Naturwissenschaften. In diesem Jahr ist der Physikdidaktiker Dr. Thomas Wilhelm von der Universität Würzburg eingeladen, sein Projekt „Faszination Induktionsmotore“ in Grenoble vorzustellen.

    Foto von Dr. Thomas WilhelmEin Leben ohne Induktionsmotor ist eigentlich nicht vorstellbar: Vom kleinen Laugenpumpenmotor in unserer Waschmaschine und dem Lüftermotor im Mikrowellengerät bis zum Drehstrommotor von Straßenbahnen und dem ICE reicht die Palette. Die Einsatzorte dieser Motoren, die mit Hilfe von räumlich veränderlichen Magnetfeldern Bewegung erzeugen, sind so vielfältig wie ihre Zahl groß ist. Umso verwunderlicher ist die Tatsache, dass die Helfer im Physikunterricht von heute keine Rolle spielen – obwohl die Prinzipien, die sich dahinter verbergen: Induktion und die Lenzsche Regel, sehr wohl Inhalt des Lehrplans sind. Das könnte sich allerdings demnächst ändern, wenn es nach Thomas Wilhelm geht.

    Dr. Thomas Wilhelm (Foto privat)

    Wilhelm, Physikdidaktiker an der Universität Würzburg, hat sich überlegt, wie man mit einfachen Mitteln – Aluminiumdosen von Teelichtern, Spulen, eine Metallschiene – Schüler im Unterricht so genannte Linear- und Drehstrommotoren basteln lassen kann. Dabei herausgekommen sind: „Sehr einfache Versuchsaufbauten, die mit schulüblichen Mitteln schnell aufgebaut werden können“, sagt er. Zusätzliche Multimedia-Animationen tragen zum Verständnis der physikalischen Prinzipien bei. In einem Unterrichtsprojekt hat Wilhelm seine Ideen zusammen mit Schülern verwirklicht und dabei gemerkt: „Es hat den Schülern viel Spaß gemacht und ihr Interesse an dem Thema geweckt“.

    Das Interesse hat sein Projekt auch noch auf anderer Seite geweckt: „Science on Stage“ heißt ein Symposium, das von den sieben größten europäischen Forschungseinrichtungen organisiert und von der Europäischen Kommission finanziert wird. In diesem Jahr findet das Treffen zum zweiten Mal statt; eingeladen werden Lehrkräfte mit besonders interessanten Projekten, damit sie ihre Konzepte und Ideen für einen guten Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern europaweit bekannt machen können.

    Foto eines selbstgebauten Induktionsmotors
    Aus Deutschland haben sich unter einer Vielzahl von Bewerbern 24 Konzepte, Projekte und Ideen für die Teilnahme an dem Symposium qualifiziert, das vom 2. bis zum 6. April in Grenoble stattfinden wird. Dort sieht das Programm vor, dass die Teilnehmer vormittags Workshops und Vorträge besuchen können; am Nachmittag sollen sie ihre eigenen Projekte präsentieren, sich mit Kollegen der anderen Länder austauschen und aktuelle Fragen des Unterrichtens diskutieren. Zum Abschluss des Symposiums werden besonders innovative Projekte vom Internationalen Steering Committee (ISC) prämiert.

    Ein paar Nägel, eine Spule und ein Teelicht: Fertig ist der Induktionsmotor (Foto Thomas Wilhelm)

    Thomas Wilhelm hat an der Universität Würzburg Lehramt am Gymnasium für Physik und Mathematik studiert. Nach seinem Referendariat wurde er im September 1998 Studienrat am Gymnasium Marktbreit und wechselte zwei Jahre später an den Lehrstuhl für Didaktik der Physik. Im Jahr 2005 beendete er seine Dissertation, in der er sich unter anderem mit den Möglichkeiten des Computers im Physikunterricht beschäftigte sowie neue Konzepte und neue Experimente für den Mechanikunterricht entwickelte.

    Mehr Infos zum Symposium unter www.science-on-stage.de

    Ansprechpartner: Dr. Thomas Wilhelm, Tel. (0931) 888 5788; E-Mail: thomas.wilhelm@uni-wuerzburg.de

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     Das geballte Gedächtnis Unterfrankens

    Unibibliothek stellt neue Datenbank ins Netz

    Mehr als 100.000 Bücher und Aufsätze über Unterfranken, die seit 1945 erschienen sind, können ab sofort im Internet recherchiert werden. Weitere Titel aus den Jahren vor `45 sollen bis Ende 2007 dazu kommen.

    www.franconica-online.de: So lautet die erste Adresse im Internet für alle Heimatforscher, Historiker und sonst an Unterfranken Interessierten. Das Portal für digitale Quellen zur Geschichte Frankens hat seit Neuestem eine Datenbank im Angebot, mit der sich Literatur zu Unterfranken aus den Jahren 1962 bis 1987 unkompliziert und bequem recherchieren lässt. Sowohl die Suche nach Autoren ist hier möglich als auch nach konkreten Titeln. Wer Informationen zu einem bestimmten Thema benötigt, kann sich über eine Freitextsuche die gewünschte Literatur zum jeweiligen Sachbegriff anzeigen lassen. Anbieter des Portals sind die Universitätsbibliothek und der Lehrstuhl für Informatik II (Prof. Dr. Jürgen Albert) der Universität Würzburg.

    Aufnahme des Weihnachtsmarkts in MiltenbergRund 38.000 Titel versammelt die neue Online-Datenbank. Die Werke aus den Jahren 1962 bis 1987 waren bisher nur in den gedruckten Exemplaren der „Mainfränkischen Jahrbücher für Geschichte und Kunst“ aufgelistet. Wer also nach einem bestimmten Werk zu unterfränkischen Themen suchte und das Erscheinungsdatum nicht kannte, musste mühsam die Bände jahrgangsweise durchblättern.

    Der Weihnachtsmarkt in Miltenberg (Foto Pixelquelle.de)

    Diese Zeiten sind nun vorbei. „Die jetzt präsentierte Datenbank ist wirklich ein gewaltiger Fortschritt für die Verarbeitung gedruckter Bibliographien“, sagt Dr. Eva Pleticha-Geuder, Leiterin der Abteilung „Fränkische Landeskunde“ in der Unibibliothek. Ab sofort ist stundenlanges Blättern passé; jetzt lässt sich jegliche Abfrage zu jeglicher Zeit bequem von zu Hause aus via Internet starten.

    26 Jahrgänge, 2365 Druckseiten mit insgesamt 37.885 Titeln haben die Mitarbeiter der UB in den vergangenen Monaten eingescannt. Mit einem Programm, das der Lehrstuhl für Informatik II entwickelt hat, wurden die dabei gewonnenen Informationen in eine Datenbank überführt. Völlig automatisch lief dieser Prozess allerdings nicht ab: Weil die Jahrbücher im Laufe der Zeit ihr Druckbild und – schlimmer noch – ihre Bezeichnungsweise ändern, war nach dem Scannen noch jede Menge Handarbeit nötig, um ein einheitliches Ergebnis zu erzielen.

    Die digitale Suche ist allerdings nicht auf den Zeitraum von 1962 bis 1987 beschränkt. Alle ab 1988 erschienenen Arbeiten sind schon seit längerem online als Teil der laufenden Bayerischen Bibliographie (www.bayerische-bibliographie.de) recherchierbar. Diese Bibliographie ist ein kooperatives System der Regionalbibliographien aus allen bayerischen Regierungsbezirken. Darüber hinaus enthält diese Datenbank für Unterfranken jetzt schon ältere Titel aus den Jahren 1945 bis 1961. Insgesamt weist die Bayerische Bibliographie zurzeit über 71.000 unterfränkische Titel nach.

    Fehlt somit nur noch die Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine Literatursammlung existiert schon: Die „Fränkische Bibliographie“, publiziert in den Jahren 1965 bis 1978 von der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, listet über 52.000 Literaturnachweise zu ganz Franken aus der Zeit vor 1945 auf. „Auch dieses umfangreiche Werk wandeln zur Zeit Informatiker und Bibliothekare der Universität Würzburg in eine Datenbank um“, sagt Dr. Eva Pleticha-Geuder. Spätestens Ende 2007 sollen die Arbeiten beendet sein; dann werden alle bibliographischen Informationen über Unterfranken rund um die Uhr und in moderner Datenbankform am PC verfügbar sein.

    Dass die Suche nach Literatur aus und über Unterfranken über drei verschiedene Datenbanken laufen muss, findet Pleticha-Geuder auch nicht ideal. Trotzdem stehe Unterfranken „im bayerischen und deutschen Vergleich sehr gut da“, sagt sie. Die Zersplitterung habe ihren Grund in der „langen Genese der Regionalbibliographien über sämtliche technische Entwicklungen hinweg“; vielerorts sei die Suche noch weitaus komplizierter als in Unterfranken. Und, wer weiß, vielleicht gelingt es ja auch im Laufe der Zeit, die drei Datenbanken zu einer zusammenzufassen.

    Zur Info: Die Abteilung „Fränkische Landeskunde“ der Universitätsbibliothek Würzburg erfasst alles, was über Unterfranken publiziert wird, seit 45 Jahren auch bibliographisch. Die überwiegende Zahl der nachgewiesenen Titel befindet sich in ihrem Bestand und kann von jedem Interessierten kostenlos benutzt werden.

    Zusätzlich sammelt die UB als so genannte „Regionalbibliothek für den Regierungsbezirk Unterfranken“ sämtliche Literatur aus Unterfranken in größtmöglicher Vollständigkeit: Kunstführer und Belletristik von unterfränkischen Autoren gehören genauso dazu wie Mundartliteratur, Vereinsfestschriften, Arbeiten über Naturschutzgebiete oder Schriften von Wirtschaftsunternehmen.

    Weitere Auskünfte und Terminabsprachen zu Einführungen für Gruppen in die Arbeit mit den Datenbanken unter:

    E-Mail: landeskunde@bibliothek.uni-wuerzburg.de

    Tel.: (0931) 888-5914

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    Die Chancen der Vorwürfe nicht verpassen

    International bekannter Psychotherapeut Jürg Willi kommt nach Würzburg

    „Liebesbeziehungen. Wie Partner einander den Weg zeigen“: Über dieses Thema spricht der Züricher Paartherapeut Prof. Dr. Jürg Willi am Mittwoch, 14. Februar, um 17.00 Uhr im Toscana-Saal der Residenz. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

    Jürg Willi hat sich ein Leben lang mit den Problemen der Zweierbeziehung auseinandergesetzt. Dabei sind seine Forschungen immer mehr in Richtung einer spannungsvollen Ko-Evolution in der Zweierbeziehung gereift. Besonders intensiv hat er sich mit der Psychologie der Vorwürfe beschäftigt. Seiner Erfahrung nach sind Vorwürfe in der Zweierbeziehung häufig kompetent und zutreffend. Freilich seien die Partner oft nicht fähig, auf die Kritik einzugehen, sondern schützten sich mit Rechthaberei und Gegenangriffen. Dadurch verpassen sie nach Willis Meinung die Chance, die mit den Vorwürfen einhergeht.

    Jürg Willi bezieht in seinen Ansatz auch das Potential der Religion mit ein. „Ich liebe die Rituale, welche der katholische Ritus uns zur Verfügung stellt, um unserer Beziehung zum Unsichtbaren sichtbaren Ausdruck zu verleihen.“ Auch die biblischen Erzählungen sind für ihn wichtig. Willi versucht daraus eine „Haltung des Horchens, der weit aufgerissenen Augen und der höchsten Achtsamkeit“ abzuleiten.

    Willi kommt auf Einladung des Graduiertenkollegs „Wahrnehmung der Geschlechterdifferenz in religiösen Symbolsystemen“ an die Universität Würzburg. Das Kolleg führt vom 13. bis 15. Februar sein Abschluss-Symposion durch. Tagungsort dieses international hochkarätig besetzten Symposions ist der Toscana-Saal der Residenz.

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    Finissage in der Antikensammlung

    "Musik in der Neurologie" diesmal ganz anders

    Anstelle eines Konzertes findet am Faschingssonntag, 18. Februar, ab 17.00 Uhr erstmals eine festliche Finissage der Etrusker‑Ausstellung in der Antikensammlung des Martin‑von‑Wagner-Museums und im ganzen Südflügel der Residenz statt.

    Es gibt Kultur in vielen Formen: Bildende Kunst, Musik, Theater, Vortrag, Kinderprogramm, Lounge-Musik an der Bar. Speisen und Getränke werden zum Kauf angeboten. Eintrittskarten zu 10 Euro bzw. zu 6 Euro für Schüler ab 12 Jahren und Studenten gibt es auch im Vorverkauf.

    Erhältlich sind sie bei: Antikensammlung Residenz, Direktion Neurologische Klinik, Stadtbücherei Falkenhaus und Uhren Görde in der Wilhelmstraße/Eichhornstraße. Für Besucher bis 12 Jahren ist der Eintritt frei.

    Der Reinerlös dieser Veranstaltung geht an die Antikensammlung.

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    Forschung in fantastischen Fotos

    Faszinierende Fotos aus dem Bereich der Forschung suchen die Organisatoren des Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie. Den Teilnehmern winken Gewinne im Gesamtwert von 26.000 Euro.

    Wärmefoto einer Hummel„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, lautet eine bekannte Redensart. Ihr Wahrheitsgehalt zeigt sich auch in der Wissenschaft: Wer Forschungsergebnisse verständlich machen will, ist auf eine gekonnte Visualisierung der Inhalte angewiesen. Kein Wunder, dass gute Bilder gesucht sind.

    Wärmebild einer Hummel auf einer Blüte (Foto Biozentrum)

    Einen Anreiz, sich auf diesem Gebiet verstärkt zu engagieren, bietet der deutsche Preis für Wissenschaftsfotografie. An diesem Wettbewerb können sich alle beteiligen, die Forschung und Technologie in jüngster Zeit originell ins Visier genommen haben und dadurch dokumentieren, welche Dynamik Forschung hierzulande inzwischen hat. Den Gewinnern in unterschiedlichen Kategorien stehen Einzelpreise bis zu 10.000 Euro zur Verfügung; darüber hinaus gibt es die Chance auf eine bezahlte Fotoreportage für „Bild der Wissenschaft“ im Wert von 3000 Euro. Die Gesamtsumme der Preise beträgt 26.000 Euro.

    Veranstalter des Wettbewerbs sind die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“, das Pressebüro Brendel, BASF, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Freie und Hansestadt Bremen sowie Würth-Solar. Mitmachen können alle, die im Zeitraum 1. Januar 2007 bis 15. Juli 2007 Menschen und Objekte in Wissenschaft und Forschung beispielhaft fotografiert haben. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2007. Die Preisverleihung findet im Oktober 2007 im Haus der Wissenschaft in Bremen statt.

    Ausführliche Infos zu den Teilnahmebedingungen unter

    www. deutsche-wissenschaftsfotografie.de

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    Personalia

    Prof. Dr. Dr. Gundolf Keil, Vorsitzender des Gerhard-Möbus-Instituts für Schlesienforschung an der Universität Würzburg, wurde vom American Biographical Institute (Board of International Research) für die World Medal of Freedom nominiert. Diese „Global Distinction“ wird 2007 weltweit an 50 Preisträger verliehen.

    PD Dr. Hermann Müller, Fachgebiet Kinderheilkunde, wurde mit Wirkung vom 02.02.2007 zum "außerplanmäßigen Professor" bestellt.

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