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    Press and Public Relations Office

    Ausgabe 19 vom 15. Mai 2007


    111.111 Euro zum Wohle der Forschung

    Mainfränkische Wirtschaft stockt IHK-Firmenspende auf                                                          

    Die IHK-Firmenspende im Universitätsbund Würzburg feiert ihr 25jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass hat die mainfränkische Unternehmenswirtschaft die Spende um 111.111 Euro auf ein Fördervolumen von nun insgesamt 967.575 Euro aufgestockt. IHK-Vizepräsident Otto Kirchner überreichte den Scheck beim Stiftungsfest der Julius-Maximilians-Universität in der Neubaukirche.

    Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt, betont die große Bedeutung, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft für den Standort Mainfranken hat: „Die regionale Unternehmenswirtschaft profitiert von innovativer Forschung an unseren Hochschulen und von hervorragend ausgebildeten Hochschulabsolventen. Umgekehrt nützt eine gesunde, leistungsfähige Unternehmenswirtschaft nicht nur dem Standort und stärkt ihn im Wettbewerb der Regionen. Die Wirtschaft nützt auch der Universität Würzburg durch Unternehmenskooperationen, monetäre Förderung oder Lobbyarbeit. “

     

    IHK-Vizepräsident Otto Kirchner überreichte
    den Scheck beim Stiftungsfest an
    Universitätspräsident Axel Haase.
    Foto: Gunnar Bartsch

     

     

    Die mainfränkische Wirtschaft dokumentiere unter anderem mit der IHK-Firmenspende ihre Verbundenheit mit der Universität und leiste so einen bedeutenden Beitrag auf dem Weg zu einer starken Wissenschaftsregion, so Jahn. Die IHK-Firmenspende schüttet jährlich rund 30.000 Euro Fördermittel aus und bietet Forschern eine Hilfe beim Aufbau eines neuen Arbeitsgebietes, einer Arbeitsgruppe oder bei der Anlauffinanzierung für später geförderte Forschungsvorhaben.

    Der Grund, warum die IHK im Jahr 1982 – damals zum 400. Geburtstag der Würzburger Universität – die IHK-Firmenspende ins Leben gerufen hat, ist die konstruktive Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Seinerzeit beteiligten sich 1.200 mainfränkische Unternehmen daran, diese Verbindung zu stärken. Die IHK-Firmenspende ist seitdem nicht nur durch zahlreiche großzügige Einzelspenden aufgestockt worden, sondern auch durch eine weitere groß angelegte Initiative zum 150jährigen Jubiläum der IHK 1993, als sich erneut 2.000 Firmen beteiligten.

    Zum 25jährigen Bestehen der IHK-Firmenspende und zum 425. Geburtstag der Universität sind nun seit Ende vergangenen Jahres bis Ende April erneut 115 mainfränkische Unternehmen und Einzelspender dem Aufruf der IHK gefolgt und haben weitere 111.111,- Euro gespendet. So hat sich mittlerweile ein beachtliches Stiftungsvermögen in Höhe von 967.575 Euro angesammelt. Daraus hat die IHK seit Bestehen der IHK-Firmenspende bis heute 82 Universitätsprojekte mit rund 635.000 Euro gefördert.

    Erst im Jahr 2002 hat die mainfränkische Wirtschaft rund 220.000 Euro als Anschubfinanzierung zur Aufwertung des Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE) aufgebracht. 30 Unternehmen hatten sich damals mit insgesamt 142.000 Euro an der Spendenaktion beteiligt. Im Übrigen wurden die Mittel aus Geldern der IHK-Firmenspende im Universitätsbund aufgebracht.

    HIER gibt es eine Liste (Word, 72 kb) der Unternehmen und Einzelpersonen, die sich an der erneuten Zuspende beteiligt haben.

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    Röntgenpreis für Roland Deutsch

    Junger Psychologe erforscht soziale Einstellungen                                                                   

    Den mit 5.000 Euro dotierten Röntgenpreis bekam beim Stiftungsfest der Universität in der Neubaukirche Dr. Roland Deutsch vom Institut für Psychologie verliehen. Der junge Wissenschaftler wurde damit insbesondere für seine Forschungsarbeiten über soziale Einstellungen und das damit zusammenhängende Verhalten ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Vizepräsident Wolfgang Schneider.

    Roland Deutsch wurde 1972 geboren. Er studierte in Würzburg Psychologie und promovierte hier 2003 mit einer Arbeit zur Verarbeitung negativer Informationen. Er arbeitete danach als Postdoc mit einem DFG-Stipendium zwei Jahre an der Ohio State University in den USA. Seit 2006 ist er am Lehrstuhl für Psychologie II beschäftigt.

    Röntgenpreisträger Roland Deutsch
    (rechts)
    und sein Laudator Wolfgang Schneider.
    Foto: Robert Emmerich

    Seit seiner Diplomarbeit hat sich Dr. Deutsch mit den psychologischen Grundlagen sozialer Einstellungen beschäftigt. „Lange Zeit wurden soziale Einstellungen und das damit verbundene Verhalten als rational, bewusst und durchdacht verstanden. Die psychologische Forschung der vergangenen 20 Jahre hat diese Auffassung jedoch radikal in Frage gestellt“, so der Laudator: „In vielen Experimenten wurde gezeigt, dass Einstellungen einen automatischen Einfluss auf das psychische Geschehen haben. Ohne dass es uns bewusst werden muss, beeinflussen sie, wie wir Mitmenschen wahrnehmen, wie wir sie beurteilen und uns ihnen gegenüber verhalten. Dies ist einerseits hilfreich, weil dadurch das bewusste Denken entlastet wird. Andererseits sind damit aber auch Gefahren verbunden, weil die unbemerkten Einflüsse unter bestimmten Bedingungen ungenau sind und zu unerwünschten Wirkungen führen können. Beispiele dafür sind negative Vorurteile gegenüber Immigranten, sozialen Randgruppen oder gegenüber Psychologen.“

    Professor Schneider verdeutlichte das an einem Beispiel aus den Arbeiten des Preisträgers: Während seines Forschungsaufenthaltes in den USA war Roland Deutsch an der Frage interessiert, inwieweit sich negative Einstellungen gegenüber Afroamerikanern verändern lassen. Dabei trainierte die Hälfte der Versuchspersonen, Afroamerikanern positive Eigenschaften wie Fleiß zuzuschreiben. Die andere Hälfte konzentrierte sich hingegen auf negative Eigenschaften, die Afroamerikanern nach gängigen Vorurteilen zugeschrieben werden, beispielsweise Faulheit oder Aggressivität. Die Aufgabe der Versuchsteilnehmer war es, derartige Vorurteile immer wieder zu verneinen, also deren Gültigkeit in Frage zu stellen. Danach wurde gemessen, wie die beiden unterschiedlichen Trainingsstrategien – Bejahen positiver Eigenschaften, Verneinen negativer Eigenschaften – die Einstellungen der Versuchsteilnehmer gegenüber Afroamerikanern verändert hatten. Es zeigte sich, dass das Verneinen negativer Eigenschaften vollkommen ineffizient war und die negativen Einstellungen sogar eher noch verstärkt hatte. Lediglich die Bejahung positiver Eigenschaften zeigte den erwünschten Effekt.

    In Kooperation mit seinem Mentor Professor Fritz Strack hat Roland Deutsch ein theoretisches Modell zum Einfluss von Einstellungen auf das Verhalten entwickelt. 2003 zeichnete die amerikanische Society of Personality and Social Psychology dieses Modell mit ihrem theoretischen Innovationspreis aus. Die entsprechende Publikation gehört laut ISI derzeit zu den weltweit am häufigsten zitierten Veröffentlichungen aus Psychiatrie und Psychologie.

    Seit Herbst 2006 leitet Dr. Deutsch in Würzburg zwei Forschungsprojekte, die von der DFG finanziert werden. Seine Forschungsaktivität ist national und international sichtbar, was sich in 20 Publikationen und weit über 30 Vorträgen ausdrückt. Darüber hinaus wurde er in die wissenschaftlichen Beiräte mehrerer Fachzeitschriften berufen. Schneiders Fazit: „Aufgrund der dargelegten Fakten kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich bei Herrn Dr. Deutsch um einen vielversprechenden Nachwuchswissenschaftler handelt, wie ihn sich unsere Universität wünscht, und der des Röntgenpreises absolut würdig ist.“

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    Dieter Salch wurde Ehrensenator

    Am 25. April beschloss der Senat der Universität Würzburg, Professor Dieter Salch die Würde eines Ehrensenators zu verleihen. Beim Stiftungsfest der Universität nahm der Jurist die Auszeichnung nun entgegen. Universitätspräsident Axel Haase sprach die Laudatio.

    Dieter Salch wurde 1940 in Bad Mergentheim geboren. Er studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und promovierte hier 1965 zum Thema „Umsatzsteuerreform und Finanzverfassung“. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen trat er in die Finanzverwaltung des Freistaats Bayern ein. Seine weiteren Stationen im Öffentlichen Dienst waren das Finanzamt Würzburg, die Oberfinanzdirektion Nürnberg, das Finanzgericht Nürnberg und die Bundesfinanzakademie in Siegburg. 1969 schließlich eröffnete Dieter Salch seine eigene Kanzlei als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht.

    Seine Alma Mater hat Salch nie vergessen und ihr stets die Treue gehalten: Ab dem Sommersemester 1995 hatte er einen Lehrauftrag, ab 1997 war er darüber hinaus als Prüfer für die Erste Juristische Staatsprüfung im Freistaat Bayern tätig. 2001 wurde er vom Bayerischen Wissenschaftsministerium zum Honorarprofessor für das Fachgebiet „Steuer- und Gesellschaftsrecht“ an der Universität bestellt.

    „Doch nicht nur als Lehrer ist Dieter Salch unserer Universität über all die Jahre hinweg treu geblieben, er engagiert sich auch über diese Funktion hinaus seit Jahren in herausragender Weise für sein Fach und für die Universität“, so Haase. Als 1999 die Würzburger Juristische Fakultät als erste an der Universität die Alumni-Idee aufgriff und einen Alumni-Verein gründete, war Dieter Salch von Beginn an als Vorstandsmitglied dabei. Seit 1980 ist er Mitglied des Universitätsbundes, seit 1990 gehört er dessen Gesellschaftsrat an, 1997 wurde er Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität. 1991 richtete er unter dem Dach des Universitätsbundes eine eigene Stiftung ein mit dem Ziel, Forschung und Lehre insbesondere an der Juristischen Fakultät zu fördern. Das Startkapital seiner Stiftung hat Dieter Salch mehrfach aufgestockt, so dass es sich heute auf 250.000 Euro beläuft.

    1999 wurde Salch Mitglied des Hochschulrats der Universität Würzburg, ein Amt, das er mehrere Jahre zunächst als stellvertretender Vorsitzender, schließlich als Vorsitzender ausübte. Und auch außerhalb dieser institutionellen Arbeit ergriff er immer wieder die Initiative. „Ich nenne hier nur die Sponsoring-Aktion zur Renovierung des Audimax, deren Schirmherrschaft er zusammen mit Theo Waigel übernommen hatte“, wie Haase sagte.

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    „Bene Merenti“ in Gold für Bruno Forster

    Der Senat der Universität Würzburg hat am 7. Februar 2007 einstimmig beschlossen, dem früheren Universitätskanzler Bruno Forster die Medaille „Bene Merenti“ in Gold zu verleihen. Beim Stiftungsfest in der Neubaukirche hielt Universitätspräsident Axel Haase die Laudatio.

    Bruno Forster wurde 1941 in Weiden in der Oberpfalz geboren. Er studierte ab dem Wintersemester 1963/64 Rechtswissenschaft an der Uni Würzburg. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen war er Rechtsreferendar am Oberlandesgericht Bamberg und beim Rektorat der Universität. Hier schlug er dann nach der Zweiten Juristischen Staatsprüfung im September 1971 die Laufbahn im Öffentlichen Dienst ein. Er war bei der Zentralverwaltung der Universität Leiter der Personalabteilung, des Rechts- und des Wahlamts sowie Ständiger Vertreter des Kanzlers, bevor er dann 1992 selbst vom Senat der Universität zum Kanzler gewählt wurde.

    Bruno Forster kam mit Ehefrau Jutta
    zum Stiftungsfest der Universität.
    Foto: Robert Emmerich

    „Mehr als 14 Jahre hatte er anschließend dieses Amt inne, und er hat in diesen Jahren der Universität, ihrer Verwaltung und auch ihrem äußeren Erscheinungsbild ganz entscheidend seinen Stempel aufgeprägt“, so der Präsident. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Sanierung der Alten Universität und der Neubaukirche gewesen. In seine Amtszeit fiel der Abschluss der sich über Jahrzehnte erstreckenden Wiederaufbau- und Renovierungsarbeiten dieses historischen Teils der Universität. Die Arbeiten fanden dann vor zwei Jahren ihren krönenden Abschluss mit dem Einbau eines Carillons, eines Glockenspiels in den Turm der Neubaukirche.

    „Besonders verdient gemacht hat sich Bruno Forster auch um den universitätseigenen Forst Sailershausen“, lobte Haase. Dieser wichtige Teil des Körperschaftsvermögens, das noch auf den Universitätsgründer Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zurückgeht, war durch die verheerenden Orkane zu Beginn der 90er-Jahre schwer verwüstet worden. Bruno Forster gelang es laut Haase nicht nur, das daraus resultierende Defizit innerhalb weniger Jahre auszugleichen, sondern auch aus dem Forstamt einen modernen und rentablen Forstbetrieb zu machen.

    Doch Bruno Forster habe nicht nur das Historische bewahren wollen, er habe auch eine ganze Reihe bedeutender Neuerungen eingeführt. Die Verwaltung der Julius-Maximilians-Universität wurde unter anderem durch die Einführung der Multifunktionalen Chipkarte modernisiert und in vielerlei Hinsicht gestärkt als einsatzfähiges Instrument für die Institutionen der Universität.

    „Es ist ihm dabei auch immer wieder gelungen, nichtstaatliche Geldgeber für seine Ideen zu begeistern und auf diese Weise die finanziellen Mittel für Vorhaben zu sichern, die sich sonst nur sehr schwer hätten verwirklichen lassen“, wie der Präsident sagte. Er erinnerte hierbei an das Carillon und an die vor wenigen Jahren abgeschlossene grundlegende Sanierung des Audimax am Sanderring und die damit verbundene Sponsoring-Aktion „Ein Stuhl für das Audimax“.

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    Reinhilde Merkert mit Medaille geehrt

    Für ihre Verdienste um die Uni Würzburg bekam Reinhilde Merkert beim Stiftungsfest in der Neubaukirche die Medaille „Bene Merenti“ in Silber verliehen. Die Geehrte wurde 1960 in Kirchheim bei Würzburg geboren. Sie lernte den Beruf der Chemielaborantin und begann 1979 ihre Tätigkeit am Lehrstuhl für Zoologie I der Uni Würzburg, wo sie gemeinsam mit zwei Professoren für die sich damals neu entwickelnde Elektronenmikroskopie verantwortlich war.

    „Frau Merkert hat sich schnell zu einer Spezialistin auf diesem Gebiet entwickelt. Das selbstständige Durchführen auch schwieriger Versuche gehörte schon damals zu ihren besonderen Kennzeichen“, so Professor Jörg Hacker in seiner Laudatio. An dem von ihm geleiteten Institut für Molekulare Infektionsbiologie ist Reinhilde Merkert seit 1993 als Chemielaborantin tätig, seit 1998 arbeitet sie dort zudem als Netzwerkadministratorin. Um diese Tätigkeit ausführen zu können, besuchte sie mehrere Kurse und arbeitete zwischenzeitlich sogar selbst an der Volkshochschule Kitzingen im Bereich EDV als Dozentin.

    Ihr Spezialwissen im Bereich der Datenverarbeitung habe die Preisträgerin sowohl dem Institut als auch der Medizinischen Fakultät und der Universität Würzburg zugänglich gemacht. So organisiert sie seit Jahren Tagungen im Bereich der Infektionsforschung und der Molekularen Medizin mit. Weiterhin ist sie verantwortlich für die Erstellung aller graphischen Materialien des Zentrums für Infektionsforschung. Bei der Antragsstellung zur Exzellenz-Initiative war sie entscheidend an der Umsetzung und letztendlichen Fertigstellung der Anträge beteiligt.

    Ganz besondere Verdienste um die Universität hat sich Reinhilde Merkert in den vergangenen Jahren aber als Baubeauftragte erworben: Sie unterstützte die Sanierung des Gebäudes am Röntgenring 11; inzwischen ist sie bei der Umsetzung der Pläne zur Sanierung der Alten Chirurgie tätig, die später einmal das Rudolf-Virchow-Zentrum und das Zentrum für Infektionsforschung aufnehmen soll. „Hier ist sie sowohl konzeptionell als auch in praktischen Dingen weit über das normale Maß hinaus engagiert“, so Hacker. „Zusammenfassend handelt es sich bei Frau Merkert um eine bemerkenswerte Persönlichkeit, die im Bereich der technischen Dienste ganz außerordentliche Wirkung entfaltet – sowohl in dem Institut, in dem sie beschäftigt ist, als auch darüber hinaus.“

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    Engagiert in Stadt und Universität

    Der mit 1.000 Euro dotierte Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für besonders gute und engagierte ausländische Studierende geht in diesem Jahr an die bulgarische Studentin Stanislava Grigorova. Vizepräsident Ulrich Sinn hielt beim Stiftungsfest die Laudatio auf die junge Frau.

    Stanislava Grigorova, 1977 in Sofia geboren, schloss die Schulausbildung in ihrer Heimatstadt am dortigen Sprachgymnasium mit den Fremdsprachen Englisch, Russisch und Deutsch mit der Note 1,1 ab. Ihre akademische Ausbildung nahm sie im Magisterstudiengang Slawische Philologie mit dem Schwerpunkt Tschechische Sprache und Literatur an der Universität Sofia auf. Wieder lautete die Abschlussnote 1,1. In den ersten beiden Jahren nach dem Studium arbeitete sie an bulgarischen und tschechischen Unternehmen als Übersetzerin.

    Mit einem Stipendium des DAAD immatrikulierte sich Stanislava Grigorova dann zum Wintersemester 2003/04 an der Uni Würzburg im Aufbaustudiengang EDV-Philologie. Vor zwei Jahren beendete sie dieses Studienelement mit der Note 1,5. Betreut von Professor Werner Wegstein arbeitet sie nun im Fach „Deutsche Sprachwissenschaft – EDV-Philologie“ an ihrer Dissertation. Das Thema „Kodierung semantischer Strukturen im Campes Verdeutschungswörterbuch.“

    Im kulturellen Leben der Stadt ist die bulgarische Nachwuchswissenschaftlerin an der Organisation der Internationalen Würzburger Filmwochenenden ebenso beteiligt wir an den Würzburger Fototagen. In der Universität engagiert sie sich außerdem als Tutorin des Akademischen Auslandsamts und hilft so bei der Betreuung der ausländischen Studierenden mit. Nach der Promotion möchte die Preisträgerin in ihre Heimat zurückkehren, um dort durch Übersetzungen zur Verbreitung der bulgarischen Literatur im mitteleuropäischen Raum beizutragen.

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    Fränkische Lebensbilder für junge Forscher

    Sie haben hervorragende Doktorarbeiten geschrieben, die sich thematisch mit Unterfranken befassen. Oder aber sie leben schon seit längerer Zeit in der Region und haben mit dem Prädikat „summe cum laude“ (mit höchstem Lob) promoviert. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kommt für eine Auszeichnung aus der Unterfränkischen Gedenkjahrstiftung für Wissenschaft in Frage.

    Die Preise gingen in diesem Jahr an 25 junge Wissenschaftler aus allen zwölf Fakultäten der Uni. Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer und Universitätspräsident Axel Haase zeichneten die Nachwuchsforscher beim Stiftungsfest der Würzburger Hochschule am 11. Mai in der Neubaukirche aus. Jeder von ihnen erhielt eine Urkunde, einen Anerkennungsbetrag von 500 Euro sowie ein Buch aus der Reihe „Fränkische Lebensbilder“.

    Die Preisträger: Karin Emmerich (Theologie), Simone Kleespies und Christoph Ritzer (Jura), Niklas Beyersdorf (Medizin), Patricia Frick und Antonel Jepure (Philosophische Fakultät I), Patrick Full, Ghislaine Grimm, Kimiko Leibnitz und Thomas Meißner (Philosophische Fakultät II), Alexander Crössmann, Andrea Reimherr, Edwin Ullmann und Alexander Warkotsch (Philosophische Fakultät III), Ines Fuchs, Simone Hasenmüller und Markus Spiliotis (Biologie), Stephan Amthor (Chemie), Jürgen Jung (Geowissenschaften), Martin Kleinsteuber (Mathematik), Christian Rüster, Michael Scheibner und Lothar Weinhardt (Physik/Astronomie) sowie Sabine Jokisch und Michaela Walter (Wirtschaftswissenschaften).

    Die Unterfränkische Gedenkjahrstiftung für Wissenschaft wurde 1964 ins Leben gerufen. Anlass war damals das Jubiläum der 150jährigen Zugehörigkeit Unterfrankens zu Bayern. Initiiert wurde die Stiftung vom damaligen Regierungspräsidenten Heinz Günder und vom Würzburger Geschichtsprofessor Otto Meyer. Das Grundstockvermögen der Stiftung beläuft sich derzeit auf 300.000 Euro.

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    Neues „Herz-As“ an der Universität

    Chefwechsel in der Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie

    Prof. Dr. Rainer LeyhSeit 24 Jahren werden in Würzburg erfolgreich Herzoperationen durchgeführt. Professor Olaf Elert hat dieses Gebiet aufgebaut. Nun ist er in den Ruhestand gegangen, sein Nachfolger als ärztlicher Direktor der Herz- und Lungenchirurgie des Uniklinikums ist Professor Rainer Leyh. „In gewisser Weise bin ich in meiner zweiten Heimat angekommen“, so der neue Klinikdirektor, der in seiner Jugend häufig die Schulferien bei seinen Großeltern im fränkischen Memmelsdorf verbracht hat.

    Die Herz- und Lungenchirurgie und die Chirurgie der großen herznahen Blutgefäße haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Heutzutage kommen minimalinvasive Verfahren mit kleineren Hautschnitten und dem Verzicht auf die Herz-Lungenmaschine sowie Laserskalpelle bei lungenchirurgischen Eingriffen zur Anwendung. Professor Leyh und seine Mitarbeiter sind Spezialisten für diese neuen Operationsmethoden. Deren Ziel ist es, das Gewebe zu schonen, körpereigene Strukturen zu erhalten, einen schnelleren Heilungsprozess zu erreichen und damit letzten Endes die langfristigen Aussichten für die Patienten weiter zu verbessern.

    „Bei Herzbypass-Operationen kann vermehrt auf die Verwendung der Herz-Lungenmaschine verzichtet werden. Die Operation wird am schlagenden Herzen unter Zuhilfenahme von Stabilisatoren durchgeführt, so dass es zu deutlich weniger Schäden an den Blutkörperchen und den Organen kommt“, so Leyh. Als Bypassgefäße werden bevorzugt körpereigene Arterien verwendet. Falls zusätzlich Venen aus dem Bein entnommen werden müssen, können diese mit kleinen Hautschnitten im videoendoskopischen Verfahren gewonnen werden. Diese modifizierten Techniken kommen den Patienten direkt zu Gute: Laut Leyh erholen sie sich schneller von der Operation, haben weniger Wundprobleme und Schmerzen und können sich über ein gutes kosmetisches Ergebnis freuen.

    „Die moderne Herzklappenchirurgie zeigt einen deutlichen Trend zu klappenerhaltenden Operationen und biologischen Lösungsansätzen. Körpereigene Herzklappen werden nach Möglichkeit nicht ersetzt, sondern rekonstruiert, was die Langzeitprognose der Patienten deutlich verbessert und eine blutverdünnende Therapie überflüssig macht“, sagt der neue Klinikdirektor. Rekonstruktive Verfahren kommen vor allem im Bereich der Mitralklappe zur Anwendung – das ist die Segelklappe zwischen der linken Vorkammer und der linken Hauptkammer des Herzens. Aber auch die Aortenklappe mit der anhängenden Hauptschlagader kann durch ausgefeilte Operationstechniken repariert und neu modelliert werden.

    „Wenn eine Rekonstruktion nicht sinnvoll ist, stehen für den Herzklappenersatz innovative biologische Lösungen zur Verfügung. Besonders erwähnenswert ist die so genannte Ross-Operation, die vor allem bei Patienten bis 60 Jahre eine Erfolg versprechende Alternative zum konventionellen Herzklappenersatz darstellt.“ Hierbei wird eine körpereigene Herzklappe innerhalb des Herzens umgebaut und in eine andere Position gebracht. Der Einbau einer künstlichen Herzklappe mit anschließender Blutverdünnung durch das Medikament Marcumar könne dann umgangen werden.

    Für lungenchirurgische Eingriffe besitzt die Klinik eine moderne Laseranlage – die einzige in Unterfranken. Mit ihr können die Chirurgen Krebsgeschwülste (Metastasen) exakt entfernen und dabei das gesunde Lungengewebe schonen. Ergänzend verfügt die Klinik über eine videoendoskopische Ausstattung, die minimalinvasive Eingriffe – die so genannte „Schlüsselloch-Chirurgie“ – an der Lunge und am Lungenfell möglich macht.

    Bypass-Operation am schlagenden Herzen unter Zuhilfenahme von Stabilisatoren. Bild: Klinik für Herz-Thoraxchirurgie

    Insgesamt bietet die Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, die sich im Zentrum für Operative Medizin (ZOM) in der Oberdürrbacher Straße befindet, nun ein optimiertes Serviceangebot für Patienten und zuweisende Kliniken oder Ärzte. „Wir ermöglichen eine rasche und umkomplizierte Patientenaufnahme im stationären und ambulanten Bereich und eine großzügige Unterbringung in Ein- und Zweibettzimmern mit professioneller pflegerischer und ärztlicher Betreuung“, sagt der neue Klinikchef. Den gehobenen Ansprüchen an eine moderne, ganzheitliche Medizin werde nicht zuletzt durch einen klinikeigenen Psychologen Rechnung getragen, der zu einem wertvollen Patientenbegleiter vor und nach der Operation geworden sei.

    Rainer Leyh, 1961 in Kiel geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte Medizin an der Universität Kiel und in Neuseeland; in Krankenhaus- und Qualitätsmanagement absolvierte er eine Zusatzausbildung. Seine chirurgische Ausbildung erhielt er an den Universitäten Kiel und Lübeck und als Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Von 2004 bis April 2007 war er stellvertretender ärztlicher Direktor der Abteilung Herz- und Thoraxchirurgie der Universität Essen.

    Seine klinischen Schwerpunkte sind herzklappenerhaltende Operationen, die Chirurgie der Herzinsuffizienz inklusive Kunstherztherapie und Herztransplantation, außerdem die Chirurgie der herznahen Körperschlagader und der angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter. Wissenschaftlich befasst er sich hauptsächlich mit der Herstellung bioartifizieller Herzklappen aus körpereigenen Zellen, der Weiterentwicklung von herzklappenerhaltenden Operationen sowie mit der Technik der Herztransplantation.

    Kontakt: Prof. Dr. Rainer Leyh, T (0931) 201-33001, leyh_r@klinik.uni-wuerzburg.de

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    Ananas gab’s jederzeit

    Früchte für den Fürstbischof – Ausstellung der Unibibliothek

    Die Würzburger Fürstbischöfe führten nicht gerade ein karges Dasein. Das zeigt sich sehr eindrucksvoll an ihrer prachtvollen Residenz, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. In diesem Schloss ist nun eine Ausstellung zu sehen, die ein spezielles Schlaglicht auf das Leben bei Hofe wirft. Im Mittelpunkt stehen der Hofgärtner Johann Prokop Mayer (1735-1804) und sein dreibändiges Werk zur Obstbaukunde, Pomona Franconica.

    Die Gärtner der Residenz pflegten seinerzeit im Hofgarten nicht nur alle 23 damals bekannten Rosensorten und weitere Zierpflanzen. Sie sorgten auch dafür, dass möglichst das ganze Jahr hindurch frisches Obst und Gemüse auf dem Speisetisch des Fürstbischofs landete. Zu diesem Zweck kultivierten sie allein über 80 Sorten Birnen. Hinzu kamen Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Mispeln und mehr.

    Birnenzeichnung aus Pomona Franconica.

    „In Würzburg standen auch jederzeit Ananas zur Verfügung, und so etwas konnte damals nicht jeder Gärtner leisten“, sagt die Kunsthistorikerin Verena Friedrich, die die Ausstellung federführend realisiert hat, über Mayers Fähigkeiten. Der Gartenkünstler wurde 1735 in Böhmen geboren. Bevor er nach Würzburg kam, hatte er unter anderem in Prag, England und Frankreich gearbeitet. Und das nicht etwa in niederer Stellung. Über seine Tätigkeit auf Schloss Brunoy zum Beispiel schrieb er: „Wie oft habe ich als Gärtnergeselle … König Ludwig XV … in die Treib= und Glashäuser begleitet, und Seine tiefen Kenntnisse des Pflanzenreichs und der Gärtnerey bewundern müssen.“

    Die damaligen Bücher zur Obstbaukunde waren dem Gärtner Mayer von der Abbildungsqualität her eindeutig zu schlecht. Für ein besseres Buch tat er sich darum mit dem Nürnberger Verleger Wolfgang Adam Winterschmidt zusammen, dem herausragenden botanischen Buchillustrator seiner Zeit. So entstand in den Jahren 1776 bis 1801 Pomona Franconica, ein Werk, das sich mit den Obstsorten und der Obstbaumzucht beschäftigt. Namensgeberin für das Buch war Pomona, die römische Göttin des Obstsegens.

    Plan vom Südgarten der Würzburger Residenz. Fotos (2): Robert Emmerich

    Die Ausstellung erlaubt auch einen Vergleich mit anderen Werken der Obstbaukunde aus Mayers Zeit und danach. Das zeigt den hohen künstlerischen Rang, den die Pomona Franconica in der botanischen Buchillustration des ausgehenden 18. Jahrhunderts einnimmt. Gegen ihre mit Liebe zum Detail kolorierten Obstabbildungen wirken die anderen Zeichnungen geradezu wie Kritzeleien von Kleinkindern.

    Die Schau stellt in sechs Räumen Originalbilder aus Pomona Franconica vor. Dazu informiert sie über Leben und Werk von Johann Prokop Mayer sowie über die Gartenarchitektur und -kultur seiner Zeit am Beispiel der Würzburger Residenz. Zu sehen sind alle erhaltenen Pläne zur Neuanlage des Würzburger Hofgartens von 1773. Eine Dokumentation der damaligen Gartenplastik sowie der einzigartigen Glasparterres lässt die einstmalige Pracht der barocken Gartenkunst in Würzburg aufscheinen.

    Die Originalzeichnungen werden zur Halbzeit der Ausstellung gewechselt. Das geschieht zum einen aus konservatorischen Gründen. Zum anderen sollen die Besucher möglichst viele der Originale sehen können. Insgesamt werden der Öffentlichkeit auf diese Weise über 250 Objekte präsentiert, darunter rund zwei Drittel der Originale.

    Diese Ausstellung der Universitätsbibliothek findet in Kooperation mit dem Martin-von-Wagner-Museum der Uni und der Bayerischen Schlösserverwaltung statt – eine Premiere: „Wir schließen dafür erstmals die uns trennenden Türen auf“, so Residenzverwalter Gerhard Weiler. Die Ausstellung betritt man über den Haupteingang der Residenz, sie erstreckt sich dann aber bis in die Räume des Wagner-Museums im Südflügel des Hauses, die von der Residenz her normalerweise nicht zugänglich sind.

    Die bis dahin unbekannten Originalzeichnungen zur Pomona Franconica waren vor einigen Jahren im Kunsthandel aufgetaucht. Sie gehören der Nationalen Kulturstiftung von Katar und befinden sich derzeit als befristete Leihgabe in der Würzburger Universitätsbibliothek. Jetzt werden sie erstmals und wohl auch letztmalig dem europäischen Publikum präsentiert – denn nach der Ausstellung werden sie zu ihren Besitzern auf die Arabische Halbinsel überführt.

    „Pomona Franconica – Früchte für den Fürstbischof“. Ausstellung in der Würzburger Residenz, 16. Mai bis 16. September, täglich 9.00 bis 18.00 Uhr. Zu zahlen ist der Eintrittspreis für die Residenz (fünf Euro, ermäßigt vier Euro), der Besuch der Ausstellung ist dann frei.

    Der Begleitkatalog mit 256 Seiten und zahlreichen farbigen Abbildungen kostet 20 Euro. Bonitas Bauer Druck und Medien GmbH, Würzburg 2007, ISBN 978-3-9811408-1-1

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    Multimediale Effekte in der Frühen Neuzeit

    Würzburger Germanistin erforscht die Rolle von Schauspielmusik

    Dass Musik zum Drama gehört, haben die Shakespeareforschung oder die Romanistik nie aus den Augen verloren. Demgegenüber sucht man in germanistischen oder deutschen theaterwissenschaftlichen Handbüchern und Lexika vergeblich nach Informationen über Schauspielmusik. Verantwortlich für diese Leerstelle ist die puristische Konzentration des Theaters auf den reinen Text.

    Seit 1. Februar 2007 finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Forschungsvorhaben „Schauspielmusik – Funktion und Ästhetik im Drama der Frühen Neuzeit“. Das Projekt wurde der am Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte II beschäftigten Germanistin Prof. Dr. Irmgard Scheitler zunächst auf 18 Monate bewilligt. Eine Verlängerung und die Beschäftigung eines musikwissenschaftlichen Mitarbeiters sind in Aussicht gestellt. Ziel des Projektes ist es, den Anteil der Musik im deutschsprachigen Drama etwa zwischen 1530 und 1730 festzustellen und in seiner Bedeutung für die dramatische Kommunikation zu würdigen.

    Der Einsatz von Musik und Tanz war für die Frühe Neuzeit selbstverständlich. Bläser luden die Zuschauer ein, Platz zu nehmen, der Prolog wurde häufig gesungen, Veränderungen des Bühnenbilds mussten durch Musik überbrückt werden, Chöre und Lieder teilten die Akte ein. Aber auch im Dramengeschehen selbst kam der Musik eine wichtige Bedeutung zu: Heerpauken- und Trompetenklänge zeigten Kämpfe an, Lieder drückten zarte Gefühle aus, zarte Instrumentalklänge begleiteten Geistererscheinungen und Träume, Todesszenen wurden melodramatisch untermalt. Was außerhalb des Bühnengeschehens sich ereignete, konnte musikalisch vermittelt werden.

    Schauspielmusik wird am deutlichsten belegt durch beigegebene Noten. Diese waren aber teuer zu drucken und kompliziert einzuheften. Daher trifft man auf sie eher selten. Meist weisen Regieanweisungen oder eingelegte Liedtexte auf musikalische Ausführungen hin. Aber auch der Wechsel im Metrum ist ein wichtiger Indikator. Von besonderem Interesse sind Verweise auf Instrumentalstücke bekannter Meister oder Angaben über die Melodie, in der ein Lied zu singen ist.

    Musik sollte beim Zuschauer vor allem Affekte erregen. Es ist also zu erforschen, welche Stellen es sind, an denen Autoren Bühnenmusik angebracht schienen und was sie damit bewirken wollten. Daneben wird die Analyse der Noten oder Musikhinweise zeigen, welchen musikalischen Traditionen die jeweilige Schauspielmusik folgt oder welches Können ihre Ausführung erfordert. Die Frühe Neuzeit hatte sehr exakte Vorstellungen von den Gefühlswirkungen, die durch bestimmte Harmonien oder Instrumente erzielt werden können.

    Der Mensch der Frühen Neuzeit ließ sich durch multimediale Effekte ebenso beeindrucken wie das Publikum heute. Schon im 16. Jahrhundert gehörten versierte Musikanten zu den professionellen Schauspieltruppen. Das Schultheater legte mit seinen musizierenden Schülern Ehre ein. Ob im städtischen oder im höfischen Theater: Ohne Sänger und Instrumentalisten wäre eine Darbietung unvollständig gewesen. Nicht nur die so erfolgreiche Oper, auch das Schauspiel verstand sich als Gesamtkunstwerk aus Wort, Szene und Klang.

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    Kolonialpolitik im Zeitalter des Imperialismus

    Neue Vortragsreihe am Institut für Geschichte

    Anders als noch in den 20er- und 30er-Jahren spielt die Vergangenheit Deutschlands als Kolonialmacht heute für das nationale Bewusstsein oder die Außenpolitik praktisch keine Rolle mehr. Das kann eigentlich auch nicht verwundern, war das Deutsche Reich doch nur gut 30 Jahre lang Kolonialmacht – von 1884 bis 1914/19.

    Angesichts der zahlreichen Probleme, die für andere europäische Staaten aus der Entkolonialisierung seit den späten 50er-Jahren erwachsen sind, wurde denn auch im Nachkriegsdeutschland das Fehlen einer ausgeprägten Tradition als Kolonialmacht überwiegend als Glücksfall empfunden. Relikte dieser Vergangenheit, wie beispielweise die deutsche Minderheit in Namibia, wurden und werden demgegenüber eher als unwillkommene Belastung angesehen.

    Dennoch ist in den vergangenen Jahren das Interesse an kolonialgeschichtlichen Fragen merklich gestiegen. Das gilt sowohl für die akademische Forschung als auch für die Lehre. Entsprechend ausgerichtete Vorlesungen und Seminare stoßen bei Studierenden meist auf große Nachfrage. Auch auf dem Buchmarkt sowie in den Medien spiegelt sich dieser Trend wider.

    Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Lehrstuhl für Neueste Geschichte, wo zur Zeit zwei einschlägig ausgerichtete Doktorarbeiten entstehen, in diesem Semester zusammen mit dem Zentrum für Geschichtswissenschaft der Universität Würzburg eine Vortragsreihe zur Kolonialpolitik im Zeitalter des Imperialismus. Es ist dem Lehrstuhlinhaber Professor Wolfgang Altgeld und seinen Mitarbeitern gelungen, hierfür renommierte Experten zu gewinnen. Den Anfang macht am Dienstag, 22. Mai, Professor Horst Gründer von der Universität Münster, der als Autor vieler Spezialstudien sowie zahlreicher Handbücher hervorgetreten ist. Besondere Anerkennung fand er mit seinem mittlerweile bereits in der fünften Auflage erschienenen Standardwerk „Geschichte der deutschen Kolonien“ (Paderborn u.a. 2004).

    Folgen wird am Dienstag, 19. Juni, ein Vortrag von Professor Hermann J. Hiery von der Universität Bayreuth. Dieser ist vor allem mit Forschungen zu den deutschen Kolonien im Pazifik bekannt geworden. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang das wichtige Werk „Das Deutsche Reich in der Südsee (1900-1921). Eine Annäherung an die Erfahrungen verschiedener Kulturen“ (Göttingen 1995). Außerdem das von ihm herausgegebene Handbuch „Die deutsche Südsee. 1884-1914“ (Paderborn [u. a.] 2. Auflage, 2002).

    Ein dritter kolonialgeschichtlicher Vortrag soll im Juli stattfinden; im Wintersemester wird die Reihe fortgesetzt. Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfgang Altgeld, wolfgang.altgeld@mail.uni-wuerzburg.de

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    Europa für Schulen und Uni-Dozenten

    Das an der Juristischen Fakultät der Universität angesiedelte Europäische Dokumentationszentrum (EDZ) Würzburg hält verschiedenste Informationsmaterialien der Europäischen Union bereit. Ein Besuch dort lohnt sich für Alle, die Projekte oder Ausstellungen über die EU planen. Eine Fundgrube ist das Zentrum auch für Lehrer oder Dozenten, die Europa im Schulunterricht oder an der Uni behandeln wollen.

    Astrid Strothmann, Felicitas Behütuns und Michael Köber (von rechts), Hilfskräfte beim Europäischen Dokumentationszentrum, an ihrem Infostand beim Bürgerforum in der Sanderring-Uni. Foto: EDZ

    Die im EDZ vorhandenen Veröffentlichungen kommen aus allen Institutionen der EU und betreffen die unterschiedlichsten politischen Themen – vom Binnenmarkt bis hin zur Umwelt- und Bildungspolitik. Was das EDZ ist, was es macht und welche Funktionen es erfüllt, das konnten rund 300 Interessierte im Rahmen der Veranstaltung „Mitreden über Europa“ am 26. April in der Uni am Sanderring erfahren. Dort diskutierten die Bürger mit vier Europa-Experten über europapolitische Fragen. Das Bürgerforum fand auf Einladung des Europäischen Parlaments und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland statt; eingebettet war es in das informelle Treffen der für die Wettbewerbsfähigkeit der EU zuständigen Minister in Würzburg.

    Das Europäische Dokumentationszentrum sowie andere regionale Organisationen und Projekte präsentierten sich im Lichthof vor dem Audimax an Ständen. Das EDZ, dessen kommissarischer Leiter derzeit der Würzburger Jura-Professor Frank Zieschang ist, stellte sich mit Plakaten und einer kleinen Auswahl von Publikationen vor. Das EDZ befindet sich in der Alten Universität in der Domerschulstraße 16. Weitere Informationen:

    http://www.jura.uni-wuerzburg.de/einrichtungen/edz/start/

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    Ehrendoktor für Georg Friedrich Melchers

    Für sein Engagement im Beirat des Rudolf-Virchow-Zentrums

    Für seine Verdienste auf dem Gebiet der Immunologie und um die Universität Würzburg erhielt Professor Georg Friedrich Melchers am Samstag, 12. Mai, bei der Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät von dieser die Ehrendoktorwürde verliehen. Georg Friedrich Melchers ist emeritierter Direktor des Basler Instituts für Immunologie (BII) und derzeit Seniorgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunologie in Berlin.

    Professor Martin Lohse, Prodekan der Medizinischen Fakultät und Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums/DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin, sprach Melchers in seiner Laudatio auch seinen ganz persönlichen Dank aus: „Als Vorsitzender des Beirats des Rudolf-Virchow-Zentrums hat er uns seit der Gründung vor fünf Jahren seinen Rat und seine Intuition zur Verfügung gestellt. Er hat uns insbesondere bei der Auswahl der Arbeitsgruppenleiter, aber auch bei den Diskussionen über die wissenschaftliche Ausrichtung des Zentrums, geholfen – eine Hilfe, die ihre beste Anerkennung in der jüngsten Begutachtung durch die DFG und die vielen Rufe an die mit ihm ausgesuchten Arbeitsgruppenleiter findet.“

    Professor Melchers wurde 1936 in Berlin geboren und promovierte 1964 an der Universität zu Köln in Chemie. Nach einem Forschungsaufenthalt in Kalifornien arbeitete er zuerst am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Als Gastwissenschaftler war er am Weizmann-Institut in Rehovot sowie an der Stanford University Medical School. 1970 wurde er an das Basler Institut für Immunologie berufen und vertrat das Zentrum von 1980 bis 2001 als Direktor. Danach wirkte er am Biozentrum der Universität Basel, an verschiedenen Universitäten in Japan sowie derzeit als Seniorgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunologie in Berlin.

    Der neue Ehrendoktor Professor Georg Friedrich Melchers mit Professor Martin Lohse. Foto: Klaus V. ToykaWie die Abwehrzellen, also die Immunzellen im Körper reifen und für ihre Funktion geprägt werden, das hat Georg Friedrich Melchers seine gesamte Forschungslaufbahn über interessiert. Ihm und seiner Arbeitsgruppe gelang es, entscheidende Differenzierungsschritte in der Entwicklung der so genannten B-Zellen, Zellen, die Antikörper produzieren, zu klären. Und auch heute kann er nicht von der Forschung lassen: Nach seiner Pensionierung erhielt er die erste deutsche Seniorprofessur am Max-Planck-Institut für Immunologie. Jetzt beschäftigt er sich mit einer der fundamentalen Fragen der Biologie – wie überhaupt aus Stammzellen differenzierte Zellen entstehen, wie also der ganze Weg der Entwicklung und schließlich die „Geburt“ von kompetenten, funktionsfähigen B-Zellen verläuft.

    Die Mediziner haben einen neuen Ehrendoktor: Professor Georg Friedrich Melchers. Rechts neben ihm Professor Martin Lohse, der die Laudatio hielt. Foto: Klaus V. Toyka

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    Kammerkonzert im Toscanasaal

    Werke für Violine, Horn und Klavier von Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms stehen auf dem Programm eines Kammerkonzertes, das am Donnerstag, 24. Mai, ab 19.30 Uhr im Toscanasaal der Residenz stattfindet Es musizieren Klaus Toyka (Violine), Fumiko Shiraga (Klavier) und Andreas Binder (Horn). Die Veranstaltung der Reihe „Musik in der Neurologie“ wird unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer der Neurologischen Klinik Würzburg e.V. und vom Universitätsbund Würzburg e.V. Es wird ein Unkostenbeitrag von 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) erhoben.

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    Wiwi-Bibliothek länger geöffnet

    Alle Nutzer der Teilbibliothek Wirtschaftswissenschaften in der Uni am Sanderring können sich freuen: Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften stellt von ihren Einnahmen aus den Studienbeiträgen Mittel zur Verfügung, um die Öffnungszeiten dieser Bibliothek zu verlängern. Die Räume sind ab sofort während der Vorlesungszeit montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Letztmalig ist dies in diesem Semester am Freitag, 20. Juli, der Fall. Außerdem ist geplant, die Bibliothek ab 1. Juni erstmals auch am Samstag zu öffnen, und zwar von 9.00 bis 18.00 Uhr. Die Samstagsöffnung soll ebenfalls bis zum Ende der Vorlesungszeit am 20. Juli beibehalten werden.

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    Studierende beim Marathon

    Bei der ersten Offenen Würzburger Hochschulmeisterschaft im Marathon hat der Würzburger Medizinstudent Thorsten Mark mit einer Zeit von 3:07:46 den zweiten Platz belegt. Auf Rang drei landete der Würzburger Franz Mader (3:15:25). Erster wurde Niels Kammerer von der Uni Erlangen-Nürnberg mit 2:59:44. Bei den Frauen war Melanie Lorschert von der Uni Bamberg die beste (4:24.04), gefolgt von Mihaela Anca aus Augsburg mit einer Zeit von 4:38:11.

    Jost Julian Rumpf war erfolgreich
    beim Halbmarathon. Foto: privat

    Die offene Hochschulmeisterschaft wurde im Rahmen des Würzburger iWelt-Marathons am 13. Mai ausgetragen. Die Teilnehmer nahmen an der normalen Wertung teil, gleichzeitig erstellte das Hochschulsportbüro der Uni Würzburg eine eigene Hochschulwertung.

    Den hochschulinternen Halbmarathon gewann Bruno Schumi von der Fachhochschule Weihenstephan in einer Stunde, 13 Minuten und sieben Sekunden. Mit 1:13:55 Zweiter wurde der Würzburger Student Jost Julian Rumpf, der in der Gesamtwertung auf Platz vier kam. Bei den Frauen gewann Raissa Sharipova von der Hochschule für Politik in München mit 1:42:49. Die Plätze zwei und drei gingen an Würzburger Studentinnen: Eva-Maria Will (1:47:24) und Julia Auinger (1:48:28).

     

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    Personalia

    Dr. Oliver Al-Taie, Oberarzt, Medizinische Klinik II des Klinikums Aschaffenburg, wurde mit Wirkung vom 09.05.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin“ erteilt.

    Dr. Martin Gasser, Wissenschaftlicher Angestellter, Chirurgische Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 10.05.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Chirurgie“ erteilt.

    Freistellungen für Forschung im Wintersemester 2007/08

    Prof. Dr. Theobald Grundhöfer, Lehrstuhl für Mathematik III (Geometrie)

    Prof. Dr. Raimund Kolb, Lehrstuhl für Philologie des Fernen Ostens

    Prof. Dr. Karl Mertens, Lehrstuhl für Philosophie II – Praktische Philosophie

    Prof. Dr. Hartmut Noltemeier, Lehrstuhl für Informatik I

    Dienstjubiläen

    25 Jahre

    Eva Hacker, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, am 08. Mai

    40 Jahre

    Marliese Weitze, Dekanat der Medizinischen Fakultät, am 15. Mai

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