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    Ausgabe 33 vom 18. September 2007


    Mit Gebärden erfolgreich kommuniziert

    Die Diplomarbeit von Manuela Heger ist jetzt preisgekrönt: Die Würzburger Studentin der Sonderpädagogik bekam auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation in Dortmund einen ersten Forschungspreis für Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses. Diese Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen. Sie geht an die beste wissenschaftliche Arbeit an Hochschulen in Deutschland.

    Manuela Heger hat in einer Praxisstudie das so genannte GUK-System (System der Gebärden-Unterstützten Kommunikation) eingesetzt. Dieses wurde ursprünglich von Etta Wilken entwickelt, um die Lautsprache bei Down-Syndrom-Kindern zu fördern. Die Würzburger Studentin hat es nun mit einem 14-jährigen Mädchen mit einer schweren geistigen Behinderung erprobt.

    Das GUK-System arbeitet mit Gebärden, die die Lautsprache begleiten. Das soll das Verständnis erleichtern und – durch die Nachahmung der Gebärden – eine eigenständige, aktive Kommunikation ermöglichen. Bei der Schülerin, die zunächst über nur wenige Kommunikationsmöglichkeiten verfügte, kam es immer wieder zu Missverständnissen in der zwischenmenschlichen Verständigung und in der Folge zu selbstaggressivem und aggressivem Verhalten. Mit Hilfe der GUK gelang es aber, dem Mädchen einige Gebärden zu vermitteln und ihr so in manchen Alltagssituationen eine Kommunikation zu ermöglichen. Das führte auch dazu, dass die auffälligen Verhaltensäußerungen zurückgingen.

    „Frau Heger hat mit ihrer Arbeit wissenschaftlich fundiert aufgezeigt, dass durch eine gezielte und strukturierte Förderung die zwischenmenschliche Verständigung eines jeden Menschen, und sei er von außen betrachtet noch so sehr in seinen sprachlichen Fähigkeiten eingeschränkt, erfolgreich angebahnt und ausgebaut werden kann“, so Professor Erhard Fischer, der die Studentin bei ihrer Arbeit in der Fachrichtung Geistigbehindertenpädagogik betreut hat.
    Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation wurde 1990 als Mitglied der International Society for Augmentative and Alternative Communication (ISAAC) in Deutschland gegründet. ISAAC ist eine internationale Vereinigung mit derzeit circa 2.300 Mitgliedern in mehr als 43 Ländern und mit Sitz in Toronto (Kanada). Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation hat über 1.000 Mitglieder in Deutschland. ISAAC hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kommunikationsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu fördern, die sich nicht oder nicht zufriedenstellend über die Lautsprache mitteilen können. Auch die Forschung auf diesem Gebiet stellt ein wichtiges Anliegen der Gesellschaft dar.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Erhard Fischer, T (0931) 888-6824, erhard.fischer@mail.uni-wuerzburg.de

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    Bildung ist nicht Alles, aber ohne Bildung ist alles nichts

    Seit Juli dieses Jahres ist Andreas Dörpinghaus neuer Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft am Institut für Pädagogik der Universität Würzburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist „Bildung“ als Kernbegriff der Erziehungswissenschaft und Pädagogik.

    Gegenwärtig ist viel von Bildung die Rede, sagt Andreas Dörpinghaus. Es lohne sich offensichtlich, über Bildung zu reden und in sie zu investieren. Doch gerate dabei aus dem Blick, so Dörpinghaus, dass mit dem Begriff „Bildung“ vielschichtige Vorstellungen und Prozesse verbunden seien. Dörpinghaus erforscht grundlagenorientiert Selbstbeschreibungen von Bildung, Kultur und Gesellschaft sowie ihre impliziten und expliziten Anwendungsformen in Berufs- und Handlungsfeldern.

    Dabei interessiert er sich vor allem für die Erforschung der Zeitstruktur von Bildungs- und Lernprozessen. Dörpinghaus ist überzeugt davon, dass der Bildungsberatung im Kontext einer Bildung über die Lebenszeit zunehmend orientierende Bedeutung zukommt. „Hier wird es künftig darum gehen, pädagogisch begründete Formen der Bildungsberatung zu entwickeln, die auf die Ermöglichung von Bildungsprozessen und die Gestaltung der Lebenszeit abzielen. Dazu gehört auch der gekonnte Übergang in das Studium und den Beruf“, so der Pädagoge.

    In weiteren Forschungsschwerpunkten widmet sich Dörpinghaus historisch-systematischen Grundlagenfragen der Pädagogik, Theorien von Bildung, Erziehung und Unterricht, der theoretischen und praktisch-pädagogischen Rhetorik, insbesondere für Lehrerinnen und Lehrer, sowie Lehrplanforschungen, Theorien kritischer Erwachsenenbildung, Bildungs- und Karriereberatung und pädagogischer Ethosforschung.

    Andreas Dörpinghaus studierte an den Universitäten Duisburg, Düsseldorf und Essen Pädagogik, Germanistik, Philosophie und Geschichte, legte das Erste und Zweite Staatsexamen in den Fächern Pädagogik, Philosophie und Deutsch für die Sekundarstufen I und II ab. Seine Dissertation über Arthur Schopenhauer – gefördert durch das Land NRW – wurde mit dem Jahrespreis der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg ausgezeichnet. Anschließend war er mit einem Projekt zu ästhetischen Wissensformen Postdoktorandenstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Habilitationsschrift befasste sich mit der Bedeutung der theoretischen Rhetorik für die Pädagogik. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Düsseldorf, Köln und Dortmund war Dörpinghaus zuletzt Hochschuldozent für Allgemeine Pädagogik am Institut für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen.

    Kontakt: Prof. Dr. Andreas Dörpinghaus; Tel. (0931) 888-5561, andreas.doerpinghaus@mail.uni-wuerzburg.de

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    Vom Geheimnis seidenweicher Haut

    Studienexkursion zum Europäischen Patentamt in München

    Ist ein Epilationsgerät, das ein Übertragungsmittel in Form einer schwenkbaren Schwinge oder dergleichen aufweist, die über Mitnehmer mit dem Erfassungsmittel und dem Betätigungsmittel, das mindestens ein, bevorzugt zwei Andruckelemente und ein Stellelement aufweist, mit dem eines der Klemmelemente verstellbar ist, gekoppelt ist, neu und erfinderisch, oder sind die Begriffe „schwenkbare Schwinge oder dergleichen“ und „koppelbar“ zu weit gefasst und können daher durch neuheitsschädliche Entgegenhaltungen angefochten werden?

    Das war die entscheidende Frage, mit der sich nicht etwa Studierende der Feinwerktechnik konfrontiert sahen, sondern 25 angehende Juristen unter der Leitung von Professor Olaf Sosnitza bei einem Besuch des Europäischen Patentamts (EPA) in München. Die Fahrt in die Landeshauptstadt war durch die Zusammenarbeit des Vereins Würzburger Europarechtsstudenten im Aufbaustudiengang (WERSA e.V.) mit Professor Sosnitza und durch die finanzielle Unterstützung der Juristen-Alumni Würzburg möglich geworden. Sie sollte insbesondere Hörern der Lehrveranstaltungen „Deutsches und europäisches Markenrecht“ sowie „Urheberrecht und Grundzüge des gewerblichen Rechtsschutzes mit europäischen Bezügen“ die praktische Seite des Immaterialgüterrechts aufzeigen und einen Einblick in Aufbau und Tätigkeit des Patentamtes vermitteln.

    Die Studierenden aus Würzburg vor dem Europäischen Patentamt in München. Foto: Gerald Kleinschroth

    Das EPA ist Teil der Europäischen Patentorganisation, die, anders als der Name vermuten lassen könnte, eine von der Europäischen Union völlig unabhängige zwischenstaatliche Einrichtung ist. Die Aufgabe dieser Organisation besteht vor allem darin, europäische Patente auf Grundlage des Europäischen Patentübereinkommens zu erteilen und zu veröffentlichen sowie über eingelegte Rechtsmittel zu entscheiden. Dazu verfügt das Europäische Patentamt über eigenständige Beschwerdekammern, die sich je nach Entscheidungsgegenstand aus Technikern und Juristen zusammensetzen und die gegenüber dem EPA in ihren Entscheidungen unabhängig sind.

    Bei der besuchten Verhandlung stand eine Beschwerde der Firma Braun gegen eine Nichtigkeitsentscheidung des EPA auf der Tagesordnung, die aufgrund eines Einspruchs der japanischen Firma Matsushita Electric Works gegen ein Patent von Braun für ein „Epilationsgerät zum Entfernen von Haaren auf der Haut eines menschlichen Körpers“ (so der genaue Wortlaut) ergangen war. Matsushita hatte geltend gemacht, dass das Streitpatent technische Aspekte enthalte, die mit einem bereits bestehenden Patent identisch seien, woraufhin das Patent für nichtig erklärt worden war. Damit wären wir wieder bei der Klärung der oben schon in aller gebotenen Kürze dargestellten Frage angelangt. Die beiden Parteien, vertreten durch ihre Patentanwälte, versuchten in der Folge, die Beschwerdekammer von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen. Auch wenn es den Würzburger Studierenden anfangs schwer fiel, der sehr technischen Sprache zu folgen, wurde doch mit der Zeit klar, dass es vor allem um die Auslegung unbestimmter Technikbegriffe ging. Allerdings schreckte das Thema die Studierenden nicht etwa ab, vielmehr diskutierten sie in den Pausen angeregt über den Fall und erkannten schnell, dass die besseren Argumente wohl auf Seiten der Japaner lagen. Nach mehreren Beratungspausen und Hilfsanträgen der Firma Braun, in denen die fraglichen Formulierungen Schritt für Schritt verändert wurden, kam die Kammer schließlich nach etwa vier Stunden Verhandlungszeit zu einer Entscheidung. Die Nichtigkeitsentscheidung wurde auf Grundlage des sechsten Hilfsantrags zu Gunsten Brauns aufgehoben und die Angelegenheit zurück an die Einspruchsinstanz verwiesen, die nun erneut die erfinderische Leistung anhand des neuen Wortlauts zu prüfen hat.

    Im Anschluss an die Verhandlung stellten sich die Mitglieder der Beschwerdekammer den Würzburger Studierenden noch für Fragen zur Verhandlung und zur Arbeit des EPA zur Verfügung. So konnten die künftigen Juristen unter anderem Details über Einstellungsvoraussetzungen und Beschäftigungschancen beim EPA erfahren.

    Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Exkursion nicht nur das technische Geheimnis „unwiderstehlich seidenglatter Haut – für Wochen“ (so die Werbung) lüftete, sondern vor allem einen spannenden Blick in die Welt der patentrechtlichen Praxis bot und somit eine wertvolle Ergänzung der Vorlesungen darstellte.

    Gerald Kleinschroth, WERSA e.V.

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    Mittendrin statt daneben

    Sonderpädagogen der Uni Würzburg veranstalten Fachkongress zur Teilhabe von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf am Arbeitsleben

    Unter dem Titel „Mittendrin statt daneben – Teilhabe von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf am Arbeitsleben“ veranstalten die sonderpädagogischen Fachrichtungen Körperbehinderten- und Geistigbehindertenpädagogik der Universität Würzburg vom 26. bis 27. September 2007 einen Fachkongress für Leitungsverantwortliche und Fachkräfte aus Förder- und Betreuungsbereichen in Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesförderstätten und Tageseinrichtungen sowie Studierende der beiden Fachrichtungen.

    In drei Vorträgen sowie 24 Workshops wird der Kongress die Bedeutung und Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf aufzeigen und kritisch reflektieren. Intention der Veranstalter ist es, eine Vielfalt von bedarfsgerechten Angeboten zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, insbesondere der Teilhabe am Arbeitsleben, für diese Zielgruppe aufzuzeigen, zu sichern und auszubauen. Um die Weiterentwicklung dieses Angebotes systematisch abzusichern, bietet der Kongress ebenfalls Raum für Austausch und Vernetzung der Einrichtungen in den jeweiligen Bundesländern sowie im Bundesgebiet. Die Veranstalter verbinden mit der Durchführung des Kongresses die Hoffnung, diesem bisher nur marginal im wissenschaftlichen und fachlichen Interesse stehenden Bereich der Teilhabeleistungen zukünftig bundesweit die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

    Der Kongress wird in einer Veranstaltungskooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen und den Fachverbänden der Behindertenhilfe (Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V., Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Verband für Anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und Soziale Arbeit und Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V.) durchgeführt.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Reinhard Lelgemann, Tel.: (0931) 888-4833, E-Mail: lelgemann@uni-wuerzburg.de
    Prof. Dr. Erhard Fischer, Tel.: (0931) 888-6824, E-Mail: erhard.fischer@uni-wuerzburg.de

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    IT-Beratertag für kleine und mittlere Unternehmen

    Am Donnerstag, 27. September, von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr findet in der IHK Würzburg-Schweinfurt der zweite, kostenfreie IT-Beratertag 2007 für kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Expertenpool, der sich aus Beratern unterschiedlicher Fachbereiche zusammensetzt.

    Interessenten erhalten hier Antworten auf individuelle Fragen zu den Themen IT-Sicherheit, Website-Check, Online-Marketing und Suchmaschinen, Recht im Internet, Datenschutz, Open Source, professionelle Webseiten und vieles mehr. Organisiert wird der Beratertag vom Mainfränkischen Electronic Commerce Kompetenzzentrum MECK, einem Projekt der IHK, HWK und des Lehrstuhls für BWL und Wirtschaftsinformatik von Professor Thome an der Universität Würzburg.

    Die anwesenden Experten stehen ausschließlich an diesem Tag ehrenamtlich und kostenfrei Rede und Antwort. Begleitend werden zu den genannten Themengebieten Kurzreferate angeboten. Anmeldungen über die Homepage (www.meck-online.de), wo es auch weitere Informationen zur Veranstaltung gibt, per E-Mail an info@meck-online.de oder telefonisch unter Tel.: (0931) 3501-243.

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    Von Dunkler Energie und Dunkler Materie

    Herbsttagung der Astronomen mit öffentlichem Abendvortrag

    Vom 24. bis 28. September finden in der Universität Würzburg die 80. Herbsttagung der Astronomischen Gesellschaft und das Symposium für Astroteilchenphysik statt. Zu dieser internationalen Tagung werden über 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet. Es ist das zweite Mal, dass die Astronomische Gesellschaft ihre Jahreshauptversammlung und ihre wissenschaftliche Tagung in den Mauern der Stadt Würzburg veranstaltet. Bereits 1974 waren die Astronomen hier zu Gast.

    Erstmals findet im deutschsprachigen Raum eine gemeinsame Tagung der Astronomen und der Astroteilchenphysiker unter dem Motto „Cosmic Matter (Kosmische Materie)“ statt. Veranstalter sind die Astronomische Gesellschaft gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Astronomie und Astrophysik der Universität Würzburg sowie das Komitee für Astroteilchenphysik unter dem Vorsitz von Professor Dr. Johannes Blümer vom Forschungszentrum Karlsruhe.

    Die Astronomische Gesellschaft ist die älteste überregionale Vereinigung von Fachastronomen, die bereits 1863 gegründet wurde. Traditionsgemäß stellt sich die Gesellschaft auch der Bevölkerung der Stadt vor, in der sie tagt. Das geschieht in Form eines öffentlichen Abendvortrags, zu dem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. In Würzburg findet dieser Vortrag am Donnerstag, 27. September, um 20 Uhr im Toscanasaal der Residenz statt. Dr. Christian Spiering vom DESY in Hamburg wird zum Thema „Neutrino-Astronomie im ewigen Eis am Südpol – Forschung und Abenteuer“ einen spannenden Bericht präsentieren.

    In den vergangenen Jahren haben die Himmelsforscher erkannt, dass die Materie im Weltall in Form von Sternen, Planeten, Gas und Staub nur etwa vier Prozent der im Universum vorhandenen Masse ausmacht. Neben der „gewöhnlichen“ Materie trägt zur Gesamtmasse des Universums eine mysteriöse „Dunkle Materie“ bei. Ihr Anteil wird auf 23 Prozent geschätzt. Noch viel geheimnisvoller ist die weitgehend unerforschte „Dunkle Energie“, die das Universum zu 73 Prozent dominiert und auch dafür verantwortlich ist, dass sich das Weltall in Zukunft immer schneller ausdehnen wird.

    Für die klassische Astronomie stellt aber nach wie vor die „gewöhnliche“ Materie eine unerschöpfliche Quelle neuer Erkenntnisse dar. Die Entstehung und Entwicklung der chemischen Elemente und des Staubes, aus dem sich auch die Planeten bilden, oder die „supermassiven“ Schwarzen Löcher in den Zentren von besonders aktiven Galaxien stellen Schwerpunkte der Tagung dar.

    Die Erforschung der Dunklen Materie und der Dunklen Energie gehört zu den Schwerpunkten der Astroteilchenphysiker, die dafür neuartige Beobachtungsgeräte entwickeln. In Untergrundlaboren soll die Dunkle Materie durch äußerst seltene Wechselwirkungen mit hochreinen und ultrakalten Kristallen direkt nachgewiesen werden. Mit Hilfe von Satellitenobservatorien und Elementarteilchendetektoren, teils an der Erdoberfläche und teils in der Tiefsee bzw. im antarktischen Polareis, wird die energiereiche, kosmische Strahlung beobachtet. Dabei wird ebenfalls nach Teilchen gesucht, die Hinweise auf die Natur der mysteriösen Dunklen Materie liefern können. Auch die von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen sollen erstmals mit hoch empfindlichen Detektoren nachgewiesen werden.

    Die Astroteilchenphysik ergänzt die klassische Astronomie in vielen Bereichen. Mit Hilfe von Neutrino- und Gravitationswellendetektoren kann beispielsweise geklärt werden, was in der ersten tausendstel Sekunde in einem massereichen Stern passiert, bevor er in einer gewaltigen Detonation, einer so genannten Supernova-Explosion, aufflammt. Schwarze Löcher, die sich am Lebensende sehr massereicher Sterne bilden sollten, würden sich durch ihre enorm intensive Gravitationswellenabstrahlung verraten, falls sie sich in Doppelsternsystemen befinden. Die große Frage „Was geschah beim Urknall?“ führt zwangsläufig auch auf die Frage nach der innersten Struktur der Materie sowie nach der Verknüpfung von Makro- und Mikrokosmos.

    Diese und weitere spannende Fragen werden in Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen und auf Postern vorgestellt und diskutiert. Eine wesentliche Rolle spielt auch die internationale Organisation der Forschung. Mit Experten aus dem Bereich der Forschungsförderung in Deutschland und der Europäischen Union werden Großprojekte entwickelt. Denn die Teleskope und Instrumente zur Erforschung des Universums und zur Erklärung der angeschnittenen Fragen haben wahrhaft „astronomische Dimensionen“. Dies bedingt auch einen entsprechend hohen finanziellen Aufwand und neue technologische Herausforderungen.

    Neben diesen für die Astronomie hoch aktuellen Fragen werden ferner auch die Ausbildung des Nachwuchses und insbesondere die Rolle der Astronomie im Schulunterricht im Rahmen eines Arbeitskreises für Astronomiedidaktik behandelt. Auch der Arbeitskreis für Astronomiegeschichte der Astronomischen Gesellschaft wird eine eigene Konferenz abhalten.

    Traditionsgemäß wird die Astronomische Gesellschaft auch die Karl-Schwarzschild-Medaille, die verbunden ist mit der Karl-Schwarzschild-Vorlesung, am Eröffnungstag, Dienstag, 25. September, verleihen. Die Auszeichnung geht diesmal an Professor Dr. Rudolf Kippenhahn, den langjährigen Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching bei München. Kippenhahn ist durch seine zahlreichen populärwissenschaftlichen Bücher bekannt. Weitere Preise werden an junge Nachwuchswissenschaftler vergeben, unter anderem auch der Ludwig-Biermann-Preis, so benannt nach Professor Biermann, dem Gründer und ersten Direktor des Instituts für Astrophysik in Garching.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Karl Mannheim, Inhaber des Lehrstuhls für Astronomie der Uni Würzburg, T (0931) 888-5031, mannheim@astro.uni-wuerzburg.de

    Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller, Pressereferent der Astronomischen Gesellschaft, Stuttgart, T (01805) 11 04 45 22, Hans-Ulrich.Keller@Stuttgart.de

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    Drei Tage für die Wärmedämmung

    Internationale Konferenz zu Superisolationen vom 18. bis 20. September in Würzburg

    Die deutliche Steigerung der Energieeffizienz ist ein wesentlicher Baustein zur Erreichung der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung. Dabei können Vakuumisolationen sowohl im industriellen Einsatz als auch im Bauwesen zur Reduzierung von Wärmeverlusten beitragen. Vakuumisolationen weisen gegenüber konventionellen Dämmstoffen eine bis zu zehnfach bessere Dämmwirkung auf. Dazu veranstaltet das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung in Würzburg (ZAE Bayern) vom 18. bis 19. September das 8. Internationale Symposium zu Vakuumisolationen. 150 Wissenschaftler aus Industrie und Forschung aus über 20 verschiedenen Ländern tauschen sich auf der Konferenz über die neuesten Entwicklungen und Trends von Vakuumisolationen aus. Dabei werden auf wissenschaftlicher Ebene Grundlagen, Verfahren und Einsatzbereiche der Vakuumisolationstechnik behandelt. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen in technischen Produkten, wie Behälter zum Transport von Pharmaprodukten, Kühl- und Gefriergeräte und Anwendungen im Bauwesen.

    Am 20. September schließt sich daran die 3. Fachtagung „VIP-Bau - Vakuum Isolations Paneele - Evakuierte Dämmungen im Bauwesen“ an. Im Bauwesen bieten evakuierte hocheffiziente Dämmelemente nicht nur technische Lösungsansätze, wenn der für die Wärmedämmung verfügbare Raum knapp oder teuer ist, sondern eröffnen auch neue gestalterische Möglichkeiten. Nachdem in den vorangegangenen ersten beiden Fachtagungen 2003 und 2005 noch die Grundlagen und erste Anwendungen behandelt wurden, stehen diesmal die zwischenzeitlich gesammelten umfangreichen Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis im Vordergrund. Die Veranstaltung zielt darauf, die Potentiale, die diese Hochleistungsdämmtechnik bietet, vermehrt in die bauliche Praxis bei Neubauten, aber auch die energetische Sanierung von Altbauten einfließen zu lassen.

    Weitere Infos unter www.vip-bau.de/ivis oder www.vip-bau.de

    Ansprechpartner: Dr. Hans-Peter Ebert, ZAE Bayern, Tel. (0931) 70564-0, E-Mail: ivis@zae.uni-wuerzburg.de

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    Personalia

    Christiane Bonfig, Regierungsinspektorin, Referat 4.2 der Zentralverwaltung, ist mit Wirkung vom 01.09.2007 zur Regierungsoberinspektorin ernannt worden.

    PD Dr. Roland Borgards, Universität Gießen, wird vom 01.09.2007 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 29.02.2008, übergangsweise auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 2 für Neuere deutsche Literaturgeschichte beschäftigt.

    Dr. Jörg Brederlau, Akademischer Rat z. A., Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, wurde mit Wirkung vom 31.08.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Anästhesiologie und Intensivmedizin" erteilt.

    Prof. Dr. Detlef Busche, Institut für Geographie, tritt mit Ablauf des Monats September 2007 in den Ruhestand.

    Dr. Mathias Herweg, Wissenschaftlicher Assistent, Lehrstuhl für deutsche Philologie, wurde mit Wirkung vom 31.08.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Ältere deutsche Philologie" erteilt.

    Dr. Andreas Mühlberger, Wissenschaftlicher Assistent, Institut für Psychologie, wird vom 01.10.2007 bis 31.12.2007 übergangsweise auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGR. W 2 für Interventionspsychologie beschäftigt.

    Prof. Dr. Gerd Müller, Fakultät für Chemie und Pharmazie, tritt mit Ablauf des Monats September 2007 in den Ruhestand.

    Dr. Klaus Reder, Bezirksheimatpfleger von Unterfranken - Kulturdirektor und Leiter der Abteilung Kulturarbeit und Heimatpflege des Bezirks Unterfranken, ist vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst mit Wirkung vom 31.08.2007 zum Honorarprofessor für das Fach "Europäische Ethnologie/Volkskunde" an der Universität Würzburg bestellt worden.

    Steffen Romstöck, Regierungsinspektor, SFI, ist mit Wirkung vom 01.09.2007 zum Regierungsoberinspektor ernannt worden.

    Dr. Gerhard Schindler, Universitätsprofessor, Institut für Röntgendiagnostik, tritt mit Ablauf des Monats September 2007 in den Ruhestand.

    Dr. Albert Sickmann, Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin, ist mit Wirkung vom 01.09.2007 zum Universitätsprofessor für Protein-Massenspektrometrie unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Zeit für die Dauer von sechs Jahren an der Universität Würzburg ernannt worden.

    Dr. Martin Stadler, Akademischer Rat z. A., Institut für Altertumswissenschaften, wurde mit Wirkung vom 31.08.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Ägyptologie" erteilt.


    Dienstjubiläen

    25 Jahre

    Winfried Klein, Zentralverwaltung, am 13. September

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