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    Ausgabe 12 vom 27. März 2007


    Mit 19 Jahren schon ein Diplom in der Tasche

    Frühstudium: Bilanz eines Erfolgsprojekts

    Nach fünf Semestern Frühstudium an der Uni Würzburg haben bereits über 100 Teilnehmer aus rund 30 Gymnasien Erfahrungen mit der Universität gesammelt – und zwar auf beeindruckend erfolgreiche Weise. Projektleiter und Uni-Vizepräsident Professor Wolfgang Schneider zog am 15. März im Toscanasaal der Residenz eine positive erste Bilanz.

    Die meisten Frühstudierenden schneiden in den Klausuren überdurchschnittlich gut ab. Sie haben keine Probleme damit, den Anforderungen des Studiums gerecht zu werden, obwohl häufig zur Doppelbelastung von Schulalltag und Uni-Veranstaltungen noch weite Anfahrtswege hinzukommen. Wie die Auswahluntersuchungen an der Begabungspsychologischen Beratungsstelle unter der Obhut von Dr. Eva Stumpf gezeigt haben, liegen die Gymnasien mit ihren Empfehlungen fast immer richtig: Sie schlagen in der Regel intellektuell überdurchschnittliche begabte Schüler aus der 10. bis 13. Klassenstufe vor, die gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium mitbringen.

    Im Toscanasaal bekamen die Frühstudierenden Zertifikate überreicht. Foto: Begabungspsychologische Beratungsstelle

    Bewährt hat sich auch das Konzept des Fachkoordinators Dr. Richard Greiner vom Institut für Mathematik, den jungen Studierenden Betreuungspersonen an die Seite zu stellen, die sie an den Fakultäten mit Rat und Tat unterstützen. Dies ist auch ein Grund dafür, dass es nur relativ wenige Studienabbrüche zu verzeichnen gibt. Was die Wahl des Faches anbelangt, so konzentrierten sich 22 der 41 Frühstudierenden des Wintersemesters 2006/07 auf Mathematik und Physik. Ebenfalls gut angenommen wurden auch die Angebote der Informatik und Philosophie.

    Die wesentlichen Ziele des Frühstudiums, so Schneider, nämlich motivierten und intellektuell sehr fähigen Schülern die Möglichkeit zu bieten, ihre Interessen an der Universität zu verwirklichen und ihnen durch die Anerkennung von Prüfungsleistungen auch zu einem kürzeren Studium zu verhelfen, sei sehr gut realisiert worden. Ein Frühstudierender „der ersten Stunde“, der nach dem Abitur ein Doppelstudium in Medizin und Informatik begann, konnte jetzt nach nur drei regulären Fachsemestern sein Diplom in Informatik ablegen. Er ist 19 Jahre alt und will nun sein Medizinstudium fortsetzen.

    Im Festvortrag „Schülerstudium – Aufbruch in die Wissenschaft“ informierte Dr. Ulrich Halbritter von der Universität Köln über seine langjährigen Erfahrungen mit dem Schülerstudium. Während Würzburg als erste bayerische Universität im Herbst 2004 mit dem Frühstudium begonnen hat, gibt es das Schülerstudium in Nordrhein-Westfalen – vor allem an der Universität Köln – schon seit sieben Jahren. Inzwischen haben bundesweit mehr als 50 Universitäten das Frühstudium in ihr Programm aufgenommen. Voraussetzung für das Gelingen dieser Projekte ist nicht zuletzt die finanzielle Unterstützung durch Stiftungen. In Würzburg leisten dies die Karg-Stiftung für Hochbegabtenförderung und die Deutsche-Telekom-Stiftung.

    Die Leistungen der Frühstudierenden wurden anschließend durch die Überreichung von Zertifikaten honoriert. Sie sind die Anerkennung für ein Semester harter Doppelarbeit an Schule und Universität. Ein weiterer Erfolg: Drei der fünf besten Analysis-Klausuren wurden von Frühstudierenden abgeliefert – und das bei über 220 Teilnehmern!

    Die Feier im Toscanasaal endete mit einem humorvollen und kurzweiligen Vortrag von Professor Manfred Dobrowolski vom Institut für Mathematik über die Beiträge des Nobelpreisträgers John Nash zur Spieltheorie.

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    Im Juni geht die Uni wählen

    Senat wird verkleinert

    Am 26. Juni finden an der Universität Würzburg „große“ Wahlen statt. „Groß“, weil in diesem Jahr nicht nur Studierende, sondern auch die Mitglieder der übrigen Gruppierungen an die Urnen gerufen werden.

    Dabei kommen zum ersten Mal die Vorschriften des neuen Hochschulgesetzes in Bayern zur Anwendung, das eine Reihe von Änderungen mit sich bringt sowohl was die Art der Gremien betrifft, ihre Aufgaben als auch ihre Zusammensetzung. Zur Wahl der Mitglieder in Senat und Fakultätsräten sind alle Gruppierungen der Universität aufgerufen; bei der Wahl des studentischen Konvents sind allein Studierende angesprochen

    Der Senat, die Fakultätsräte und der studentische Konvent

    Ein verkleinerter Senat und der neu geschaffene Fakultätsrat müssen bei der Wahl im Juni besetzt werden. Im Senat sitzen dann fünf Vertreter der Hochschullehrer sowie jeweils ein Vertreter der wissenschaftlichen und der sonstigen Mitarbeiter sowie der Studierenden.

    In den Fakultätsräten sieht die Zusammensetzung wie folgt aus: Sechs Vertreter der Hochschullehrer, zwei Vertreter der wissenschaftlichen, ein Vertreter der sonstigen Mitarbeiter sowie zwei Vertreter der Studierenden. Ausnahme: Die Medizinische und die Philosophische Fakultät II. Wegen deren Größe verdoppeln sich hier die Zahlen.

    In den studentischen Konvent direkt gewählt werden 20 Vertreter der Studierenden. Darüber hinaus versammeln sich dort der Vertreter der Studierenden aus dem Senat und die Mitglieder des Fachschaftenrates.

    Die Amtszeit der gewählten Mitglieder beginnt am 1. Oktober 2007; sie endet für die Vertreter der Gruppe der Studierenden am 30. September 2008 und für die Vertreter der übrigen Gruppen am 30. September 2009.

    Wahlrecht

    Wahlberechtigt und wählbar ist jedes Mitglied der Hochschule, das der betreffenden Gruppe zum Zeitpunkt der Schließung des Wählerverzeichnisses angehört. Das Wählerverzeichnis wird am 29. Mai 2007 geschlossen. Das aktive und passive Wahlrecht kann nur der Wahlberechtigte ausüben, der in das Wählerverzeichnis eingetragen ist. Für die Ausübung des Wahlrechts für die Wahl der Vertreter im Fakultätsrat ist die Eintragung im Wählerverzeichnis bei der entsprechenden Fakultät notwendig.

    Wahlbenachrichtigung

    Jeder Wahlberechtigte, der in das Wählerverzeichnis eingetragen ist, erhält eine Wahlbenachrichtigung; bei den Bediensteten wird die Wahlbenachrichtigung an deren Dienstanschrift übersandt. Studierende haben sie bei der Rückmeldung oder Einschreibung erhalten. Der Wahlbenachrichtigung ist ein Antrag auf Anforderung von Briefwahlunterlagen beigefügt. Aus der Wahlbenachrichtigung ist ersichtlich, in welcher Gruppe und für welches Kollegialorgan das Mitglied wahlberechtigt ist, außerdem in welchem Abstimmungsraum der Wahlberechtigte zu wählen hat. Die Stimmabgabe in einem anderen Wahllokal ist nicht möglich.

    Wählerverzeichnis

    Ein Ausdruck des Wählerverzeichnisses liegt in der Zentralverwaltung der Universität, Sanderring 2, Zimmer 222 (Wahlamt) aus und kann dort am 23., 24. und 25. Mai 2007 jeweils von 9.00 bis 16.00 Uhr eingesehen werden.

    Gegen die Nichteintragung oder eine falsche Eintragung in das Wählerverzeichnis kann der Betroffene, gegen die Eintragung einer Person, die nicht wahlberechtigt ist, kann jeder Wahlberechtigte spätestens am ersten Werktag nach Schließung des Wählerverzeichnisses, also spätestens am 30. Mai 2007 schriftlich Erinnerung bei der Wahlleiterin einlegen.

    Wahlvorschläge

    Die Wahlberechtigten können in der Zeit vom 19. April bis 2. Mai 2007, 16.00 Uhr, Wahlvorschläge bei der Wahlleiterin einreichen. Wahlvorschläge, die verspätet eingereicht werden, sind ungültig. Die zugelassenen Wahlvorschläge werden spätestens am 12. Juni 2007 in der Neuen Universität, Sanderring 2, durch Anschlag bekanntgegeben. Die Wahlvorschläge bedürfen der Schriftform und sind für jedes Kollegialorgan und für jede Gruppe getrennt einzureichen. Formblätter für Wahlvorschläge sind bei den Dekanaten der Fakultäten, beim Sprecherrat (Mensagebäude) am Hubland und dem Wahlamt der Universität, Sanderring 2, Zimmer 222, erhältlich.

    Stimmabgabe

    Die Stimmabgabe findet am Dienstag, 26. Juni 2007, von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr statt. Der Ort der Stimmabgabe wird in der Wahlbenachrichtigung mitgeteilt. Die Abstimmung kann nur persönlich mit einem gültigen Lichtbildausweis erfolgen; die Wahlbenachrichtigungskarte ist nach Möglichkeit mitzubringen.

    Briefwahl

    Die Stimmabgabe ist auch in der Form der Briefwahl zulässig. Wer diese Möglichkeit wahrnehmen möchte, muss bei der Wahlleiterin Wahlunterlagen beantragen. Den nötigen Antrag dazu hat er mit seinen Wahlunterlagen erhalten. Der Antrag auf Übersendung der Briefwahlunterlagen muss spätestens am 12. Juni 2007, 16.00 Uhr, bei der Wahlleiterin eingegangen sein; bei persönlicher Entgegennahme der Wahlunterlagen können Anträge auf Briefwahl bis 19. Juni 2007, 16.00 Uhr, gestellt werden.

    Der Wahlbrief muss der Wahlleiterin spätestens bis zum 26. Juni 2007, 17.30 Uhr, zugegangen sein. Die der Wahlleiterin nach diesem Zeitpunkt zugehenden Wahlbriefe gelten nicht als Stimmabgabe. Wahlberechtigte, bei denen im Wählerverzeichnis die Übersendung oder Aushändigung von Briefwahlunterlagen vermerkt ist, können ihre Stimme nur durch Briefwahl abgeben.

    Weitere Informatioen zur Wahl stehen im Internet hier:
    http://www.uni-wuerzburg.de/ueber/universitaet_wuerzburg/wahlen/

    Ein Text der Wahlordnung ist in der Eingangshalle der Neuen Universität, Sanderring 2, ausgehängt. Auskünfte in allen Wahlangelegenheiten erteilt das Wahlamt der Universität, Sanderring 2, Zimmer 222, 97070 Würzburg, T 31-2545.

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    Wege aus der Isolation

    Tagung über Kommunikationshilfen für Menschen mit Behinderungen

    Die Eltern des siebenjährigen Simon sind verzweifelt. Der Junge, dessen Gesichtsmuskeln seit seiner Geburt gelähmt sind und der deshalb nie gelernt hat zu sprechen, schreit mehrere Stunden am Tag. Dazu zeigt er sehr aggressive Verhaltensweisen, auch gegen sich selbst.

    Über diesen Jungen berichtete Dr. Ursula Braun, eine der vier Hauptreferentinnen bei der Fachtagung „Unterstützte Kommunikation in Theorie und Praxis“ an der Universität Würzburg. Sie beschrieb die verschlungenen Wege, auf denen es nach langer, intensiver Arbeit gelang, Simon Mittel an die Hand zu geben, mit denen er sich ausdrücken kann.

    Im Fall des Siebenjährigen waren elektronische Kommunikationshilfen erfolgreich, so genannte Talker. Dabei handelt es sich um tragbare Geräte, kleiner als Laptops und mit Tasten oder einem Touch-Screen ausgestattet. Die Benutzer können darauf, je nach ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit, Bildsymbole oder Worttasten anwählen. Über eine Sprachausgabe erfahren dann Eltern, Betreuer oder andere Kinder, was der Nutzer möchte. Ob er zum Beispiel aus seinem Rollstuhl geholt werden will oder einfach nur Hunger hat.

    Elektronische Hilfsmittel wie dieser „Talker“ ermöglichen es Kindern mit Kommunikationseinschränkungen, sich anderen mitzuteilen. Foto: Gerhard Hornicek

    Es gibt noch mehr Methoden der Unterstützten Kommunikation. Für andere Kinder, ebenso aber auch für Erwachsene, sind Gebärden oder Piktogramme hilfreich. So finden sie Möglichkeiten, Kommunikation aufzubauen. Damit kommen sie aus der Isolation heraus, hinein ins Spiel mit anderen Kindern, in Beziehungen zu anderen Menschen und in die Gesellschaft. Mit individuell angepassten Hilfsmitteln können schwerstbehinderte Menschen darüber hinaus nicht nur kommunizieren, sondern auch selbstbestimmt handeln: Kinder spielen zum Beispiel mit elektronisch gesteuertem Spielzeug oder Erwachsene kontrollieren mit einer mundgesteuerten Fernbedienung Alltagsgegenstände.

    Über 450 Teilnehmer aus der Wissenschaft und aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen waren der Einladung zur Tagung gefolgt. Veranstaltet wurde sie von den Professoren Erhard Fischer (Geistigbehindertenpädagogik), Reinhard Lelgemann (Körperbehindertenpädagogik) und deren Mitarbeitern. Aus Kapazitätsgründen musste mehr als 100 weiteren Interessenten abgesagt werden.

    Neben den vier Hauptvorträgen gab es 26 Workshops. Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis half dabei, die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler mit den Fragen der Praktiker zusammenzubringen. Abgeschlossen wurde die Tagung mit einer „Würzburger Erklärung zur Unterstützten Kommunikation“. Darin beklagen die Verfasser mangelndes öffentliches Interesse und eine falsche Sparsamkeit der Kostenträger und Krankenversicherungen. Denn dramatische Situationen wie die von Simon, dessen Schreie letztlich Hilferufe nach Kommunikation waren, seien ohne fachlich ausgebildete Pädagogen und oft auch teure technische Hilfen nicht zu entschärfen.

    Die Würzburger Erklärung findet sich im Internet hier als pdf-Datei:
    http://www.sonderpaedagogik-g.uni-wuerzburg.de/Download/Wuerzburger_Erklaerung.pdf

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    Den Eigenheiten von Tumorzellen auf der Spur

    Im Mittelpunkt: Signalweg zur Kontrolle der Zellteilung

    Krebsexperten von den Universitäten Würzburg und Marburg haben sich 2004 in einem Sonderforschungsbereich zusammengetan, um ihre Arbeiten gemeinsam voranzubringen. Anfang April veranstalten die Wissenschaftler nun eine internationale Tagung in Rothenburg ob der Tauber.

    Durch die vereinten Anstrengungen vieler Wissenschaftler weltweit konnten etliche molekulare Veränderungen identifiziert werden, die die bösartigen Eigenschaften von Krebszellen ausmachen. Bei Experimenten in Zellkulturen und zum Teil auch in Tiermodellen gelang es, die Aktivität dieser Tumormoleküle zu hemmen und dadurch die Vermehrung der Krebszellen zu stoppen.

    „Allerdings haben fast alle diese Therapieansätze in der klinischen Erprobung bislang versagt“, so Professor Manfred Schartl vom Biozentrum der Uni Würzburg. Offensichtlich sei die Forschung also noch weit davon entfernt, die tatsächliche Situation bei Patienten zu verstehen. Die molekularen Veränderungen in Tumorzellen seien sehr komplex. Hinzu komme, dass die entarteten Zellen im erkrankten Organismus ein kompliziertes regulatorisches Netzwerk benutzen, um sich unkontrolliert zu teilen und als Metastasen zu wachsen.

    Vor diesem Hintergrund findet vom 2. bis 4. April das Symposium „Ras-dependent pathways in human cancer“ in der evangelischen Tagungsstätte Wildbad in Rothenburg ob der Tauber statt. Veranstalter ist der Sonderforschungsbereich Transregio 17. Dieser wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und von den Professoren Martin Eilers (Institut für Molekularbiologie und Tumorforschung, Marburg) und Manfred Schartl (Physiologische Chemie, Würzburg) koordiniert.

    Die beteiligten Wissenschaftler analysieren gemeinsam einen der wichtigsten Signalwege zur Kontrolle der Zellteilung. Herzstück dieses Signalwegs ist das Ras-Protein. Die Forscher untersuchen, wie zentrale Eigenschaften von Tumorzellen aus Wechselwirkungen zwischen dem Ras-Signalweg und anderen Signalwegen und dem genetischen Status von Krebszellen hervorgehen.

    Das Symposium läuft in englischer Sprache ab und beinhaltet fünf Sitzungen (Signaling, Stem Cells, Senescence and Apoptosis, Tumorstroma and Angiogenesis, Metastasis) mit Gastvorträgen namhafter internationaler Wissenschaftler und Mitglieder des Transregios. Den Hauptvortrag hält Bob Eisenman vom Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle. Mehr Informationen finden sich im Internet:
    http://www.imt.uni-marburg.de/tr17/symp2007/index.html

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    Ehrungen in der Wiener Hofburg

    Erfolg für Würzburger Wissenschaftler

    Der Knochenspezialist Franz Jakob vom Lehrstuhl für Orthopädie der Uni Würzburg ist neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteologie (Knochenkunde). In dieses Amt, das er nun für zwei Jahre innehat, wurde der Professor auf dem Osteologiekongress 2007 gewählt. Dort wurde auch die Würzburger Forscherin Dr. Regina Ebert mit zwei Auszeichnungen für ihre wissenschaftliche Arbeit geehrt.

    Prof. Dr. Franz JakobDie Tagung fand in der Wiener Hofburg statt und dauerte vom 28. Februar bis 3. März. Veranstaltet wurde sie vom Dachverband Osteologie (DVO), zu dem sich die wissenschaftlichen osteologischen Gesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zusammengeschlossen haben. Professor Jakob war in den vergangenen Jahren Vorsitzender des DVO.

    Franz Jakob (Foto: Lehrstuhl für Orthopädie), Jahrgang 1954, studierte Medizin an der Uni Würzburg. Seit 2001 ist er hier Professor für Experimentelle und Klinische Osteologie und Leiter einer Klinischen Forschergruppe, die sich mit Knochen bildenden Stammzellen und der Therapie von Knochenverlusten befasst. Die Gruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. 2005 übernahm Jakob die Leitung des neu eingerichteten Zentrums für Muskuloskelettale Forschung am Lehrstuhl für Orthopädie.

    Dr. Regina Ebert bei der Preisverleihung.Dr. Regina Ebert (im Foto bei der Preisverleihung) erhielt in Wien den Publikationspreis der Deutschen Akademie der Osteologischen und Rheumatologischen Wissenschaften. Ausgezeichnet wurde damit ihre Arbeit „Selenium supplementation restores the antioxidative capacity and prevents cell damage in bone marrow stromal cells in vitro“ (Ebert R, Ulmer M, Zeck S, Meissner-Weigl J, Schneider D, Stopper H, Schupp N, Kassem M, Jakob F); veröffentlicht in der Zeitschrift Stem Cells im Mai 2006, 24(5), Seiten 1226 – 1235. Außerdem holte sich die Würzburger Wissenschaftlerin den ersten Posterpreis der Osteologie 2007 für ihren Beitrag zur Regulation eines antioxidativen Enzyms durch den Fibroblasten-Wachstumfaktor 23.

    Weitere Informationen im Internet unter www.uni-wuerzburg.de/orthopaedie/

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    Wenn das Knochenmark verfettet

    Wissenschaftspreis für die Biologin Tatjana Schilling

    Viele ältere Menschen leiden an Osteoporose. Dabei ist im Knochenmark häufig ein Degenerationsprozess zu beobachten: Die Entstehung von Fettgewebe nimmt zu, die Neubildung von Knochen verringert sich. Die molekularen Grundlagen dieser Vorgänge sind weitgehend unbekannt. Sie werden am Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg erforscht. Dort haben die Wissenschaftler ein spezielles Zellkultur-System etabliert – so kommen sie ohne Tierversuche aus.

    Tatjana SchillingFür ihre Arbeiten auf diesem Gebiet wurde jetzt Tatjana Schilling (Foto privat) ausgezeichnet: Sie bekam den renommierten und mit 5.000 Euro dotierten Von-Recklinghausen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Die Biologin macht derzeit ihre Doktorarbeit, und zwar im Team von Norbert Schütze am Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung im Würzburger König-Ludwig-Haus.

    Gesponsert wird der Wissenschaftspreis vom Labor Limbach (Heidelberg). Er ist für jüngere Wissenschaftler vorgesehen, die auf dem Gebiet der hormonellen Regulation des Knochenstoffwechsels arbeiten, und wird jeweils für ein unveröffentlichtes Manuskript verliehen, diesmal für die Arbeit „Plasticity in Adipogenesis and Osteogenesis of Human Mesenchymal Stem Cells”. Tatjana Schilling hat sie mit Ulrich Nöth, Franz Jakob und Norbert Schütze verfasst. Den Preis bekam die 28-jährige Doktorandin beim 21. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Salzburg überreicht.

    Das Würzburger Forscherteam hegt im Labor Stammzellen aus dem menschlichen Knochenmark. In der Kultur können sich diese noch unreifen Zellen ganz normal zu Knochenzellen oder zu Fettzellen weiterentwickeln. Die Wissenschaftler können das System aber auch so beeinflussen, dass die Knochen- zu Fettzellen werden und umgekehrt. Diese Wandlungsfähigkeit könnte zur altersbedingten Zunahme von Fettgewebe im Knochenmark beitragen, meinen die Wissenschaftler.

    Mit ihren Zellkulturen wollen die Forscher nun diesen degenerativen Prozess weiter untersuchen. Sie hoffen, auf diesem Weg neue therapeutische Angriffspunkte zu finden, mit denen sich die Fettbildung bremsen und die Entstehung von Knochen fördern lässt.

    Weitere Informationen: PD Dr. Norbert Schütze, n-schuetze.klh@uni-wuerzburg.de, Internet http://www.uni-wuerzburg.de/orthopaedie/

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    Endokrinologie-Preis für zwei Forscherinnen

    Neue Substanz für die Bildgebung entwickelt

    Dr. Andrea Stürmer und Dr. Stefanie Hahner (Foto: Heidi Scheuermann) vom Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg haben für ihre herausragende Forschungsarbeit den „Junge Endokrinologie“-Wissenschaftspreis 2007 der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie erhalten. Die beiden Wissenschaftlerinnen aus der Arbeitsgruppe von Professor Bruno Allolio erhielten die Auszeichnung für die Entwicklung einer neuen Substanz zur patientenschonenden Darstellung von Nebennierentumoren.

    Tumore der Nebenniere gehören zu den häufigsten Tumoren beim Menschen. Sie umfassen eine Vielzahl verschiedener Formen, die jeweils mit unterschiedlichen Therapiemethoden behandelt werden. Damit Ärzte die jeweilige Art des Tumors feststellen können, ohne beim Patienten einen Eingriff vornehmen zu müssen, sind neue Bildgebungsverfahren der Nebenniere von höchstem klinischem Interesse. Eine gute Methode stellen so genannte „szintigraphische Verfahren“ dar. Dabei erhalten die Patienten eine radioaktive Substanz verabreicht, die sich in bestimmten Zielgeweben anreichert. Mit einer speziellen Kamera ist es möglich, ein Bild zu produzieren, dem sich die Verteilung der Substanz im Körper gut entnehmen lässt. Allerdings werden die aktuell verfügbaren Substanzen, mit denen man Nebennierenrindentumore charakterisieren kann, wegen ihrer sehr hohen Strahlenbelastung und der langen Untersuchungsdauer kaum noch eingesetzt.

    Mit der neuen Substanz ist dies anders: Sie ermöglicht eine exzellente Darstellung von Tumoren, die von der Nebennierenrinde ausgehen, mit nur einem Zehntel der bisher üblichen Strahlenbelastung. Die in Würzburg entwickelte Substanz mit dem Namen [123I]Iodmetomidat hat somit das Potential, in der Nebennierenbildgebung breite Anwendung zu finden.

    Ihre Untersuchungen haben die Biochemikerin Andrea Stürmer und die Ärztin Stefanie Hahner in Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Schirbel, dem Leiter des Radiochemielabors der Klinik für Nuklearmedizin, und Professor Christoph Reiners, dem Leiter der Klinik für Nuklearmedizin, durchgeführt. Erste klinische Erfahrungen liegen bereits vor.

    Der mit 10.000 Euro dotierte Novartis-Preis „Junge Endokrinologie“ wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Salzburg verliehen. Die Fachgesellschaft unterstützt damit die Arbeit junger Forscher und die Entwicklung der grundlegenden und klinischen Forschung auf dem Gebiet der Hormonwissenschaften.

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    Afrika und die EU

    Würzburger Politikwissenschaftlerin veröffentlicht neues Buch

    Mit der Afrikapolitik der Europäischen Union beschäftigt sich ein neues Buch, das die Würzburger Professorin für Politikwissenschaft Gisela Müller-Brandeck-Bocquet gemeinsam mit vier weiteren Autoren veröffentlicht hat. Das Team schafft dabei den Brückenschlag von den Anfängen der Beziehungen vor über 40 Jahren bis zum heutigen Stand.

    Dabei zeigen die Fünf, dass seit Mitte der 1990er-Jahre die Beziehungen der Europäischen Union zum afrikanischen Kontinent in einem fundamentalen Wandel begriffen sind. Politische Elemente wie die Einhaltung von Menschenrechten, Demokratisierung, Good Governance sowie Konfliktprävention inklusive Krisenmanagement nehmen heute einen zentralen Stellenwert in der EU-Afrikapolitik ein.

    Nach einer ausführlichen Bilanzierung der über 40-jährigen Beziehungen der EWG/EG/EU zu Afrika analysiert das Buch diesen jüngeren Paradigmenwechsel unter dem Stichwort „Politisierung“ und untersucht die Akteursqualität der EU in der Afrikapolitik. Dabei ist die Frage von besonderem Interesse, ob und in welchem Maß die EU sich durch Strukturreformen und neue Politikansätze inzwischen in die Lage versetzt hat, wirksam zur friedlichen Entwicklung Afrikas beizutragen.

    Die Analyse der Afrikapolitik ausgewählter EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) untersucht den Trend zur Europäisierung, und ein Blick auf die US-Afrikapolitik erhellt den heutigen Stellenwert des Schwarzen Kontinents in der internationalen Politik.

    Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet (Universität Würzburg), Prof. Dr. Siegmar Schmidt (Universität Koblenz-Landau), Corina Schukraft, M.A. (freie Autorin, Berlin), Ulrike Keßler, M.A. (Universität Würzburg), Philipp Gieg, (Universität Würzburg): Die Afrikapolitik der Europäischen Union - Neue Ansätze und Perspektiven. Erschienen 2007 im Verlag Barbara Budrich. Ca. 300 Seiten. Kart. Ca. 36,00 Euro. ISBN 978-3-86649-005-5

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    Exzellenz auf europäischer Ebene

    EU startet Förderprogramm für wissenschaftlichen Nachwuchs

    Ende Februar hat der European Research Council (ERC) im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union seine Arbeit als Förderinstitution aufgenommen. Einzige Fördermaßnahme in diesem Jahr wird das Programm „Starting Independent Researcher Grant“ sein.

    Der Bewerbungsschluss dafür ist am 25. April 2007; bis zu diesem Zeitpunkt können Bewerber ihre Anträge elektronisch einreichen. Geplant ist, dass der ERC in den nächsten sieben Jahren ca. 200 Anträge jährlich zu durchschnittlich je 1,5 Millionen Euro bewilligt.

    Der ERC vergibt die „Grants“ ausschließlich nach dem Exzellenzkriterium an höchstqualifizierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt, deren Promotion nicht länger als neun Jahre zurückliegt. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, herausragenden jungen Wissenschaftlern, die in Europa leben oder bereit sind, dorthin zu ziehen, frühzeitig wissenschaftliche Unabhängigkeit zu ermöglichen. Wobei die Bewerber selbst nicht Europäer sein müssen – getreu dem Motto dieser europäischen Exzellenzinitiative: „Recruit, Repatriate, Retain best talent“.

    Ausführliche Informationen zur ERC-Förderung gibt es im Internet: http://erc.europa.eu

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    Seminar für Geisteswissenschaftler

    An der Uni Würzburg wird derzeit eine Graduiertenschule für Geisteswissenschaften aufgebaut. Sie hat sich im Rahmen der Exzellenz-Initiative formiert und wird von gut zwei Dutzend Professoren aus verschiedenen Fächern getragen. Ihr ist es jetzt gelungen, die Professorin Suzanne Nalbantian aus New York (USA) für ein einwöchiges Intensivseminar in englischer Sprache zu gewinnen. Thema ist die „Darstellung und Erforschung von Erinnerung in der Literatur und den kognitiven Neurowissenschaften“. Das Seminar findet in der Woche vom 23. bis 27. April statt. Wer daran teilnehmen möchte, findet weitere Informationen hier.

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    Personalia

    Prof. Dr. Stefan Engelhardt, Institut für Pharmakologie, hat einen Ruf auf eine W3-Professur für Physiologie an der Universität Düsseldorf erhalten.

    PD Dr. Reinhold Fink, Institut für Physikalische Chemie, wird vom 01.04.2007 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 30.09.2007 weiterhin auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 3 für Physikalische Chemie II beschäftigt.

    Prof. Dr. Werner Goebel, Lehrstuhl für Mikrobiologie, wird mit Ablauf des Monats März 2007 von seinen amtlichen Verpflichtungen an der Universität Würzburg entbunden.

    Dr. Thomas Goll, Akademischer Oberrat am Institut für Politische Wissenschaft und Sozialforschung, wird vom 01.04.2007 bis 30.09.2007 Sonderurlaub unter Fortfall der Leistungen des Dienstherrn gewährt zur Vertretung einer W2-Professur für Fachdidaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Dortmund.

    Dr. Rupert Hochholzer, Universitätsprofessor in einem privatrechtlichen Dienstverhältnis an der Universität Regensburg, wird vom 01.04.2007 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 31.08.2007, auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 3 für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur beschäftigt.

    PD Dr. Franz Kohout wird vom 01.04.2007 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 31.07.2007, auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 3 für Vergleichende Politikwissenschaft und Systemlehre beschäftigt.

    Dr. Verena Pietzner wird vom 01.04.2007 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 31.07.2007, auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. W 2 für Didaktik der Chemie beschäftigt.

    Prof. Dr. Oliver Remien, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Europäisches Wirtschaftsrecht, hat einen Ruf auf eine W3-Professur für Bürgerliches Recht und Rechtsvergleichung, möglichst mit Verfahrensrecht, an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main erhalten.

    Dr. Steffen Schlinker, Wissenschaftlicher Assistent, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht, wurde mit Wirkung vom 02.03.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Mittelalterliche und neuzeitliche Rechtsgeschichte, Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht sowie Kirchenrecht" erteilt.

    Dr. Dr Anil-Martin Sinha, Oberarzt, Medizinische Klinik II des Klinikums Coburg, wurde mit Wirkung vom 21.03.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Innere Medizin" erteilt.

    Dr. Thorsten Stiewe, Wissenschaftlicher Angestellter, Rudolf-Virchow-Zentrum, wurde mit Wirkung vom 02.03.2007 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Biochemie und Molekularbiologie" erteilt.

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