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    Studie zur Mobilität in Mainfranken

    11/28/2017

    Aufklärungsarbeit und Marketing für Carsharing und andere Angebote der „Shared Mobility“ sind nötig: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Regionalforschung der Universität Würzburg.

    Angebote der Shared Mobility in der Stadt Würzburg. (Karte: Sebastian Rauch / Open Street Map 2017)

    Professor Jürgen Rauh, Sebastian Rauch, Helena Eberhardt und Fabian Link vom Zentrum für Regionalforschung der Universität Würzburg haben im Auftrag der IHK Würzburg-Schweinfurt eine Studie zur „Shared Mobility“ in Mainfranken erarbeitet.

    Online und in einer Passantenbefragung haben die Wissenschaftler untersucht, wie es um Angebot, Nachfrage und tatsächliche Nutzung geteilter Mobilitätsangebote steht – dazu gehören private und institutionalisierte Car- und Bikesharingangebote, Mitfahrgelegenheiten und Bürgerbusse. In ihrer Studie analysieren sie Verbesserungspotenziale des Netzes an Mobilstationen und geben Handlungsempfehlungen für Kommunen und Stadtplaner.

    Starke Konzentration auf den Raum Würzburg

    Etwa 20 Prozent der rund 1.000 Befragten verfügen bereits über Erfahrung mit „Shared Mobility“. Sowohl Nutzer als auch Nicht-Nutzer haben in den meisten Fällen einen Führerschein, jedoch sind die Nutzer von Sharing-Angeboten seltener im Besitz eines Pkw. Zwei Drittel haben eine Zeitkarte für den öffentlichen Verkehr.

    Allerdings ist „Shared Mobility“ in Mainfranken stark auf den Raum Würzburg konzentriert. Besonders Bikesharing-Angebote finden sich der Studie zufolge derzeit ausschließlich in der Universitätsstadt.

    Angebot an Mobilstationen weiterentwickeln

    „In Würzburg können die Bürger Pkw und Fahrräder an Mobilstationen ausleihen, an denen zudem ein Übergang zum öffentlichen Verkehr möglich ist. Die Akzeptanz der Leihangebote ist an ÖPNV-Knotenpunkten deutlich höher“, sagt Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik, Existenzgründung und Unternehmensförderung. Die Erreichbarkeit der Mobilstationen sei wichtig, um „Shared Mobility“ zu fördern.

    „Im Ergebnis zeigt sich, dass mit sieben neuen Mobilstationen bis zu zehn Prozent mehr Bürger fußläufigen Zugang zu Angeboten der Shared Mobility erhalten könnten. Unter anderem für die Stadtteile Lengfeld, Randersacker, Heidingsfeld und Höchberg könnten neue Mobilstationen den Zugang wesentlich erleichtern und die Akzeptanz dieser Mobilitätsform erhöhen“, so Dr. Genders.

    Carsharing-Anbieter haben sich in Würzburg fest etabliert. Angebote gibt es aber auch in Schweinfurt, Bad Kissingen, Bad Neustadt, Haßfurt, Hammelburg, Veitshöchheim und Gerbrunn. Abseits der Städte weit verbreitet ist daneben das „Ride-sharing“ (etwa über Mitfahrzentralen) oder das private Carsharing. In peripher gelegenen Orten stehen häufiger Bürgerbusse zur Verfügung.

    Aufklärung und Marketing nötig

    Ausbaufähig ist der Informationsgrad zum „Shared Mobility“-Angebot in Mainfranken. Jeder zehnte Befragte gab an, den Begriff Car-Sharing gar nicht zu kennen. Viele wissen zudem nicht, wie sie das Angebot in Anspruch nehmen können oder was es kostet. Eine Empfehlung ist demnach, „eine Transparenz- und Informationsoffensive zum Umgang mit Shared Mobility zu starten, um Zweifel und Unwissenheit abzubauen“, so Genders.

    Um eine Vermarktungsstrategie zu ermöglichen, beinhaltet die Studie eine auf Mainfranken abgestimmte Zielgruppenanalyse. Sie soll Unternehmen und Verkehrsplanern helfen, die „Shared Mobility“ in der Region weiter zu festigen.

    Das Potenzial sei da: „Fast die Hälfte der Verkehrsteilnehmer ist laut Studienergebnis dem Konzept des Teilens in der Alltagsmobilität aufgeschlossen“, so Genders. „Dazu zählen die Gruppen der ökologisch motivierten ÖPNV-Fahrer mit Shared-Mobility-Erfahrung sowie die der indifferenten, dem Teilen nicht abgeneigten Pkw- und ÖPNV-Fahrer.“

    Ziel der Anbieter, aber auch der Kommunalpolitik und der Verkehrsplaner müsse es daher sein, genau diese Zielgruppen zu aktivieren, um die Nachfragepotenziale abzuschöpfen.

    Straßenbahnlinie 6 vorantreiben

    Die Studie enthält auch Handlungsempfehlungen, die auf mainfränkische Teilräume abgestimmt sind. Hierzu gehören verkehrsplanerische Maßnahmen und Tarifgestaltung, Kommunikation und Marketing, etwa die Erarbeitung von Probe- oder verbesserten Informationsangeboten, und Standortoptimierung mit Blick auf eine bessere Erreichbarkeit oder die Verknüpfung mit ÖPNV-Angeboten. Entwicklungsperspektiven werden für zentrale Orte und den ländlichen Raum aufgezeigt.

    Die Zukunft der Mobilität sei aber weitaus komplexer, meint Genders. Das Angebot könne langfristig nur dann erfolgreich umgesetzt werden und Verkehrs- und Umweltbelastung reduzieren, wenn alle Mobilitätsangebote multimodal verknüpft würden.

    Der IHK-Experte: „Projekte wie die Würzburger Straßenbahnlinie 6 oder Vorschläge zur E-Mobilität in Schweinfurt müssen vorangetrieben werden.“ Speziell bei der Linie 6, die von der Innenstadt ans Hubland führen soll, hätten sich in den vergangenen Wochen die Fördermöglichkeiten für die Kommune deutlich verbessert. Diese günstigen Rahmenbedingungen erfordern laut IHK ein schnelles Handeln.

    Download der Studie

    Die Publikation „Empirische Untersuchungen zur Shared Mobility in Mainfranken“ steht in der IHK-Schriftenreihe kostenfrei zum Download zur Verfügung unter www.wuerzburg.ihk.de/shared-mobility

    Kontakt

    Dr. Sascha Genders, IHK, T +49 931 4194-373, sascha.genders@wuerzburg.ihk.de

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